Harry Kane gehört zu den wichtigsten Spielern des FC Bayern. Seit seinem Wechsel von Tottenham Hotspur im Sommer 2023 hat sich der englische Nationalspieler zu einem absoluten Leistungsträger beim deutschen Rekordmeister entwickelt. Doch beinahe wäre die Geschichte ganz anders verlaufen. Wie Erik ten Hag nun enthüllt, wollte der damalige Trainer von Manchester United Kane unbedingt verpflichten. Der Niederländer macht seinen ehemaligen Arbeitgeber sogar für das Scheitern des Transfers mitverantwortlich.
Im Sommer 2023 lieferten sich die Bayern einen intensiven Transferpoker um Kane. Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich die Münchner schließlich mit Tottenham auf einen Wechsel des Torjägers.
Dass auch Manchester United großes Interesse am englischen Nationalmannschaftskapitän hatte, war bereits bekannt. Wie weit ten Hag bei seinen Bemühungen tatsächlich ging, wird allerdings erst jetzt deutlich.
„Ich wollte nur einen Spieler“
Im ausführlichen Interview mit The Athletic blickte der ehemalige United-Coach auf seine Zeit in Manchester zurück und sprach dabei auch über den gescheiterten Kane-Transfer. „Ich habe zu ihnen gesagt: Ich will nur einen Spieler – und ihr wisst, wen“, erklärte ten Hag mit Blick auf die damaligen Gespräche mit den Verantwortlichen.
Für den Niederländer war Kane der absolute Wunschspieler. Um den Stürmer wollte er seine gesamte Offensive aufbauen. „Ich habe dafür gekämpft. Und ich habe gehört, dass er der Sache sehr positiv gegenüberstand, aber ich selbst habe nie mit ihm über das Thema gesprochen“, verriet ten Hag.
Besonders interessant: Ein Wechsel zu Manchester United war für Kane offenbar keineswegs grundsätzlich ausgeschlossen. Die Verhandlungen mit dem Umfeld des Angreifers führten allerdings ausschließlich die Verantwortlichen des englischen Rekordmeisters.
Warum es letztlich nicht zu einer Einigung kam, weiß ten Hag nach eigener Aussage bis heute nicht genau. „Sie sind zu diesem Ergebnis gekommen. Einsicht in die finanziellen Details habe ich nicht“, erklärte der 56-Jährige.
Ten Hag macht fehlenden Kane-Transfer mitverantwortlich

Rückblickend ist der ehemalige United-Trainer überzeugt, dass Kane seiner Mannschaft entscheidend hätte helfen können. „Ich glaube, dass ein Klub wie United diese Art Spieler braucht, um erfolgreich zu sein“, betonte ten Hag.
Dabei ging es ihm nicht ausschließlich um die sportlichen Qualitäten des Stürmers, sondern auch um dessen Persönlichkeit und Führungsstärke. „Sie haben Persönlichkeit, sind erwachsen und verantwortungsbewusst“, erklärte der Niederländer über erfahrene Spitzenspieler.
Stattdessen verpflichtete Manchester United damals mehrere junge Talente, die sich erst noch auf höchstem Niveau beweisen mussten. „Wir haben fünf, sechs junge Spieler mit Potenzial verpflichtet, aber sie waren kein fertiges Produkt. Sie brauchten die Hilfe von guten Profis wie Kane, Rice und Bruno Fernandes“, kritisierte ten Hag.
Der gescheiterte Transfer war aus seiner Sicht deshalb auch ein Faktor für seine späteren Probleme in Manchester.
Beim FC Bayern dürfte man die Aussagen mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Schließlich entwickelte sich Kane in München zu einem der besten Torjäger Europas.
Erst beim jüngsten 6:1-Erfolg gegen RB Leipzig absolvierte der 33-Jährige sein 100. Bundesligaspiel und erzielte dabei bereits seinen 102. Treffer.
Die Enthüllungen von ten Hag zeigen einmal mehr, wie begehrt Kane im Sommer 2023 war – und welchen Unterschied seine Entscheidung für den FC Bayern gemacht hat.











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