Als die Saison 2025/26 beendet war und der FC Bayern den Gewinn von Meisterschaft und Pokalsieg feierte, begannen die Transfergerüchte für den Sommer schon so richtig hochzukochen. Bestandteil dieser Gerüchte war auch Minjae Kim. Der Innenverteidiger galt früh als Kandidat für einen Abgang.
Das überraschte nicht. Denn Kim war kein Stammspieler in der letzten Saison, sondern eher ein Backup. Zwar ein weitgehend zuverlässiger, aber Kim gehört auch zu den Spielern, die in München ein hohes Gehalt kassieren. Mehr als 15 Millionen Euro brutto soll der Südkoreaner mit Bonuszahlungen kassieren.
Bedenkt man, dass er auch noch rund 50 Millionen Euro Ablöse gekostet hat, wird schnell klar, warum man in München über einen Abgang nachgedacht hat. Allerdings gab es im Laufe der Vorbereitung einen Sinneswandel.
Auch, weil Kim sich gar nicht wirklich mit einem Wechsel beschäftigt hat. Allerdings haben die Verantwortlichen inklusive Trainer Vincent Kompany nie einen Hehl daraus gemacht, dass man die Qualitäten des Spielers schätzt.
Kim überzeugt in der Vorbereitung
Warum das so ist, das zeigte sich in der Vorbereitung. Hier wurde Minjae Kim zunächst dosiert eingesetzt, nachdem er im Anschluss an die Weltmeisterschaft einen kurzen Urlaub verbrachte und dann wieder zum Team stieß. Kim zeigte sich aber früh sehr abgeklärt, wirkte wach, konzentriert. Gegen Aston Villa spielte er extrem zielstrebig gegen den Ball, auch gegen Leipzig zeigte er von Beginn an eine sehr gute Leistung.

Gerade die Qualitäten, die man von ihm kennt, zeigte er zuletzt wieder häufiger. Der Südkoreaner ist ein kompromissloser Verteidiger, der einen guten Antritt hat, sich im direkten Duell nicht leicht abschütteln lässt. Das ermöglicht es ihm, auch im Bayern-System mit der hohen Kette gut zu verteidigen und keinen Nachteil zu haben.
Und selbst die Fehler, die er in den letzten beiden Spielzeiten regelmäßig produzierte, scheint er abgestellt zu haben. Zumindest für den Moment ist nämlich das teils zu forsche Herausrücken aus der Defensive nicht erkennbar. Dadurch ging Kim in der Vergangenheit häufig ein großes Risiko. Verlor er den Zweikampf nach dem Vorrücken, dann war hinter ihm eine große Lücke. Genau das passierte ihm bisher nicht. Weder in den Testspielen, dann im Supercup.
Erst wichtig, dann der Abgang?
In diesem Sommer wird Kim den FC Bayern also nicht mehr verlassen. Selbst ein plötzliches, hohes Angebot würde daran wohl nichts mehr ändern, weil in diesem Fall ein Ersatz verpflichtet werden müsste. Trotzdem könnte es die letzte Saison für den Südkoreaner im Trikot des Rekordmeisters sein. Wie schon gesagt: Das Gehalt ist alles andere als niedrig und im kommenden Sommer ginge er dann in sein letztes Vertragsjahr.
Der Plan der Bayern könnte sein, dass man Kim in dieser Saison, insbesondere wenn er seine Form bestätigt, fast als gleichgestellten Rotationsspieler für das Stammduo ansieht, ihn dann im Sommer 2027 aber ziehen lässt. Gute Leistungen und viel Spielzeit sorgen auch dafür, dass es theoretisch mehr Interessenten geben sollte.
2027 könnte es dann Zeit für die Verjüngung der Abwehr sein. Dann ist Upamecano 28, Tah 31 und Kim wäre 30. Bis dahin hätte man Zeit, die Entwicklung von Filip Pavic und Cassiano Kiala weiter zu beobachten und zu entscheiden, ob man einem der Youngster schon mehr Spielzeit geben will oder extern tätig wird. Und bis dahin hat man einen motivierten Kim, der nach jetzigem Stand auch noch in der bisher besten Form seiner Bayern-Zeit zu sein scheint. Deswegen war es eine richtige Entscheidung, weiter mit ihm zu planen.










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