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„Dosenöffner" gegen Köln: Wird aus dieser HSV-Schwäche eine Stärke?
Nur die RauteNur die Raute·VonPhilipp Overhoff

„Dosenöffner" gegen Köln: Wird aus dieser HSV-Schwäche eine Stärke?

Nach einer zwischenzeitlichen Hochphase unter Trainer Steffen Baumgart waren Eckbälle beim HSV zuletzt eher ein Ärgernis als eine wirkliche Waffe.

In der vergangenen Bundesliga-Saison gelang den Hamburgern gerade einmal ein Treffer nach einer Ecke. Luka Vuskovic köpfte beim 1:2 gegen den SC Freiburg nach einer Hereingabe von Miro Muheim ein. Mehr kam trotz insgesamt 124 Eckbällen nicht hinzu. Kein anderes Team der Liga war in dieser Disziplin so ungefährlich.

Umso größer war die Erleichterung, als ausgerechnet der erste Saisontreffer 2026/27 nach einem Standard fiel. Albert Grønbaek brachte die Ecke scharf in den Strafraum, Nicolas Capaldo köpfte zum wichtigen 1:0 gegen Köln ein. „Ich bin froh, dass wir den Dosenöffner zum 1:0 durch eine Ecke hatten“, sagte Daniel Heuer Fernandes nach dem 2:1-Erfolg. „Machen wir uns nichts vor: In der Phase, in der wir uns gerade befinden und du jeden Moment für dich ziehen musst, ist es uns gelungen, durch einen Standard gefährlich zu werden und in Führung zu gehen.“

HSV schiebt zusätzliche Standard-Schichten

Dass der Treffer kein Zufallsprodukt war, zeigt ein Blick auf die Arbeit der vergangenen Monate. Im Sommer identifizierte das Trainerteam Standardsituationen als klares Problemfeld. „Es war ein Teil der Analyse, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen“, erklärte Merlin Polzin, der als Co-Trainer übrigens selbst für ruhende Bälle zuständig war. Standards könnten „sehr wichtig sein“ und eine Mannschaft sogar dann ins Spiel bringen, „obwohl du vorher die Dominanz nicht hattest“.

Merlin Polzin
Foto: IMAGO

Die Konsequenz: Der HSV investiert laut Bild-Bericht inzwischen deutlich mehr Zeit in Ecken und Freistöße. Mehrmals pro Woche werden zusätzliche Einheiten eingeplant. Co-Trainer Richard Krohn entwickelt gemeinsam mit Videoanalyst Eduard Riesen neue Varianten und sucht gezielt nach Schwachstellen der Gegner.

Wie wichtig ein solch detailversessenes Vorgehen ist, zeigt ein Blick auf die Besten der Branche. Vorreiter ist der FC Arsenal, dessen Standardcoach Nicolas Jover in den letzten Jahren herausragende Erfolge erzielte und maßgeblich am ersten Premier-League-Titel seit 22 Jahren beteiligt war. So weit ist man beim HSV natürlich noch nicht. Das Capaldo-Tor gegen Köln könnte dennoch ein erster Hinweis darauf sein, dass aus einer alten Schwäche künftig eine echte Stärke werden kann.

Quelle: Nur die RauteZum Original

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