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Drei Bayern-Erkenntnisse: Musialas Tor erzählt nur die halbe Wahrheit
FCBinsideFCBinside·VonSebastian Mittag

Drei Bayern-Erkenntnisse: Musialas Tor erzählt nur die halbe Wahrheit

Der FC Bayern startet mit einem 5:0 gegen Bodo/Glimt furios in die Champions League. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.

Nach einer zähen ersten Halbzeit drehten die Münchner gegen Bodo/Glimt auf und feierten einen überzeugenden 5:0-Erfolg – das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:

1. Musialas Tor erzählt nur die halbe Wahrheit

Startelf-Comeback, erstes Saisontor und dann auch noch das historische 900. Europapokaltor des FC Bayern: Für Jamal Musiala hätte der Abend auf den ersten Blick kaum besser laufen können.

Vor allem die Bilder nach seiner Auswechslung in der 65. Minute dürften den Bayern-Fans gefallen haben. Vincent Kompany empfing seinen Schützling mit einem breiten Lächeln und nahm ihn in den Arm. Auch Musiala selbst wirkte gelöst.

„Dieses Gefühl hatte ich eine Weile nicht mehr. Ich bin glücklich“, erklärte der 23-Jährige nach der Partie bei DAZN.

Die Freude ist nachvollziehbar. Nach den schwierigen vergangenen Wochen und seinem gut 30-minütigen Einsatz auf Schalke durfte Musiala erstmals wieder von Beginn an ran. Kompany betonte schon vor dem Anpfiff, Musiala habe sich den Start mit seinen Trainingsleistungen verdient. FCB-Sportdirektor Christoph Freund erklärte zudem, der Offensivstar habe die vergangenen „10, 14 Tage richtig gut trainiert“.

Und trotzdem wäre es verfrüht, nach dem 5:0 bereits vom alten Musiala zu sprechen.

Gerade in der ersten Halbzeit war deutlich zu sehen, dass ihm noch Rhythmus fehlt. Musiala war über weite Strecken kaum ins Münchner Offensivspiel eingebunden, nicht jede Kombination funktionierte und auch technisch lief noch nicht alles so selbstverständlich wie zu seinen besten Zeiten. Erst kurz vor der Pause blitzte seine außergewöhnliche Qualität bei einem starken Dribbling auf.

Umso bemerkenswerter war, was direkt nach dem Seitenwechsel passierte. Nach gerade einmal 80 Sekunden erzielte Musiala aus der Drehung das 1:0 und öffnete damit ein Spiel, das zuvor stark an die zähe Partie auf Schalke erinnert hatte.

Genau darin steckt vielleicht die beste Bayern-Nachricht des Abends: Musiala ist noch nicht wieder der Alte – und kann trotzdem schon wieder Spiele entscheiden.

Auch Freund sieht den 23-Jährigen noch nicht am Ziel. Musiala sei „gut drauf und auf dem Weg dorthin“. Der Spieler selbst weiß ebenfalls, dass es noch „Schritte nach oben“ gibt.

Wenn Musiala bereits in dieser Phase zum Dosenöffner eines Champions-League-Spiels werden kann, ist noch einiges zu erwarten. Vielleicht dauert es gar nicht mehr lange, bis die Bayern-Fans tatsächlich wieder den alten Musiala zu sehen bekommen. Gegen Bodo/Glimt war er noch nicht ganz da. Aber erstmals konnte man ihn wieder deutlich erkennen.

2. Diaz schlittert Richtung Formkrise

Während bei Musiala die Formkurve nach oben zeigt, läuft es bei Luis Diaz derzeit in die andere Richtung. Der Kolumbianer gehörte auch beim 5:0 zu den wenigen Bayern-Spielern, die mit ihrem persönlichen Auftritt nicht zufrieden sein konnten.

Diaz war bemüht, blieb aber weitgehend glücklos. In der ersten Hälfte leistete er sich mehrere Ballverluste, nach dem Seitenwechsel tauchte er über längere Phasen ab. In der FCBinside-Einzelkritik gab es dafür die Note 4 – die schwächste Bewertung aller Bayern-Starter.

Es war zudem kein isolierter Ausrutscher. Bereits beim 0:0 auf Schalke hatte Diaz mehrere gute Möglichkeiten vergeben. Seit seinem Treffer beim 5:1 gegen den VfB Stuttgart am ersten Bundesliga-Spieltag wartet er seit vier Pflichtspielen auf eine direkte Torbeteiligung.

Michael Ballack brachte das aktuelle Problem bei DAZN gut auf den Punkt. Diaz suche noch „ein bisschen den Rhythmus, seine Form und die Kleinigkeiten, die du als Offensivspieler brauchst“. Der frühere Bayern-Profi verwies zudem auf Stockfehler und verlorene Zweikämpfe.

Luis Diaz
Foto: IMAGO

Von einer Krise zu sprechen, wäre noch übertrieben. Ein Formtief lässt sich aber nicht mehr übersehen. Zumal die Konkurrenz zunimmt: Musiala kehrt zurück, Ismael Saibari ist neu hinzugekommen, Lennart Karl drängt auf Einsatzzeit und irgendwann wird auch Serge Gnabry wieder eine Option sein.

Diaz hat in München längst bewiesen, welchen Unterschied er machen kann. Aktuell fehlt ihm aber jene Leichtigkeit, die sein Spiel normalerweise auszeichnet. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell er sie wiederfindet.

3. Olise wird zur Allzweckwaffe

Über den besten Spieler des Abends muss nicht lange diskutiert werden. Michael Olise erzielte zwei Tore, bereitete einen weiteren Treffer vor und wurde von der UEFA zum Man of the Match gewählt. In der FCBinside-Einzelkritik erhielt der Franzose die perfekte Note 1.

Fast noch interessanter als seine Zahlen war allerdings, wo Olise im Laufe der Partie auftauchte.

Nach Musialas Auswechslung rückte der 24-Jährige verstärkt ins Zentrum. Lennart Karl übernahm häufiger die rechte Seite, wobei beide immer wieder die Positionen wechselten. Kompany bestätigte nach dem Spiel, dass diese Freiheiten ausdrücklich gewollt sind.

„Michael hat Freiheit auf dem Platz, egal ob auf der Position 10 oder auf der rechten Seite“, erklärte der Bayern-Coach.

Für die Gegner macht das Olise noch schwieriger auszurechnen. Der Linksfuß kann weiterhin von rechts nach innen ziehen, bekommt aber gleichzeitig die Freiheit, sich zentral Räume zu suchen. Sein Traumtor zum 4:0 aus der Distanz war dafür das spektakulärste Beispiel.

Für Kompany eröffnet sich damit eine zusätzliche Möglichkeit. Musiala bleibt der natürliche Zehner, Olise ist auf rechts Weltklasse. Innerhalb eines Spiels müssen diese Positionen aber längst nicht mehr eindeutig verteilt sein.

Das 5:0 gegen Bodo/Glimt hat deshalb nicht nur gezeigt, in welcher Form Olise momentan ist. Es hat auch angedeutet, wie viele Freiheiten Kompany seinem Unterschiedsspieler künftig geben möchte. Für die Gegner des FC Bayern ist das keine angenehme Aussicht.

 

Quelle: FCBinsideZum Original

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