Der FC Bayern ist personell aktuell auf Kante genäht. Ein Ex-Bayern-Star sieht darin ein bewusstes Risiko – und warnt vor einem „Ritt auf der Rasierklinge“.
Die angespannte Personalsituation beim FC Bayern sorgt nach dem 2:2 gegen den FC Arsenal weiter für Diskussionen. Gegen die Gunners fehlten mit Joshua Kimmich, Michael Olise und Jamal Musiala gleich mehrere wichtige Spieler, Luis Díaz war zudem nicht fit genug für die Startelf. Für Ex-Bayern-Profi Markus Babbel zeigt sich darin ein grundsätzliches Risiko der Münchner Kaderplanung.
Im Interview mit ran wurde Babbel gefragt, ob der Kader des deutschen Rekordmeisters zu sehr auf Kante genäht sei. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „Ja, so sieht es im Moment aus.“
Besonders überrascht zeigte sich der 54-Jährige davon, dass Max Eberl zuletzt öffentlich die schwache Form von Lennart Karl angesprochen hatte. „Das kennt man normalerweise nicht von Bayern und ich glaube, da steckte schon auch eine Message an die Nachrücker dahinter: Wenn ihr reinkommt, erwarten wir mehr von euch“, erklärte Babbel.
Der frühere Bayern-Verteidiger verwies zudem auf die Belastungen nach der Weltmeisterschaft. Viele Topklubs hätten derzeit mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Gleichzeitig sei die Situation für die Verantwortlichen schwer zu steuern, weil die etablierten Stars möglichst oft spielen wollen.
Babbel: „Deswegen ist es immer ein Ritt auf der Rasierklinge“
Genau darin sieht Babbel das Dilemma des FC Bayern: „Bei Bayern sind die Stammspieler nicht zufrieden, wenn sie auf die Bank rotieren müssen. Ein Harry Kane will einfach dreimal in der Woche spielen. Und das zeichnet Top-Spieler ja auch aus. Deswegen ist es immer ein Ritt auf der Rasierklinge.“
Der FC Bayern habe sich bewusst für diesen Weg entschieden, so Babbel weiter: „Und da muss man dann auch damit leben, dass man bei so einem Topspiel vielleicht nicht immer die besten Spieler am Start hat“, so Babbel.
Wie schnell die ohnehin knappe Personaldecke zum Problem werden kann, zeigte sich ausgerechnet gegen Arsenal. Neben dem gesperrten Olise fehlten auch Musiala und Kimmich, während Díaz wegen muskulärer Probleme zunächst nur auf der Bank saß. Der Kolumbianer musste nach seiner Einwechslung sogar wieder angeschlagen vom Platz.

Auch nach dem Arsenal-Spiel gibt es deshalb Sorgen um Díaz. Gerade in einer Phase mit vielen Spielen zeigt sich, wie schmal der Grat zwischen einem bewusst kompakt gehaltenen Kader und fehlenden Alternativen werden kann.
Babbel sieht die Münchner dennoch nicht grundsätzlich falsch aufgestellt. Vielmehr beschreibt er einen Balanceakt: Einerseits wollen die Stars regelmäßig spielen, andererseits braucht Vincent Kompany genügend Qualität auf der Bank, um Ausfälle in Topspielen auffangen zu können. Gegen Arsenal wurde deutlich, wie anspruchsvoll diese Rechnung werden kann.










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