Neun Ligaspiele, neun Siege und 39 Tore: Der FC Barcelona geht mit einer makellosen Bilanz in den Clasico gegen Real Madrid. Trotz der Niederlage zuletzt in der Champions League sprechen drei gute Gründe dafür, dass die Mannschaft von Hansi Flick auch gegen den Erzrivalen gewinnen wird.
Am Sonntag (21 Uhr) empfängt der FC Barcelona Real Madrid im Camp Nou und schon vor dem zehnten Spieltag liegen die Katalanen sechs Punkte vor den Königlichen, die unter Jose Mourinho bisher noch nicht an die Konstanz des Tabellenführers herankommen. Ein weiterer Barca-Sieg würde den Vorsprung sogar auf neun Zähler ausbauen. Allerdings reist Real mit vier Pflichtspielsiegen in Serie an, zuletzt gab es ein 4:1 gegen RB Leipzig in der Champions League. Barcelona musste dagegen unter der Woche eine 2:4-Niederlage bei Paris Saint-Germain hinnehmen. Trotzdem sprechen mehrere Argumente für den spanischen Meister.
1. Eine Offensive, die kaum zu stoppen ist
Barcelona hat in der spanischen Liga einen perfekten Saisonstart hingelegt. Durchschnittlich 4,33 Treffer pro Partie zeigen, wie schwer die Offensive zu kontrollieren ist. Kein anderer Klub in La Liga kommt aktuell auch nur annähernd an diese Ausbeute heran. Vor allem Raphinha und Lamine Yamal prägen das Spiel. Der Brasilianer steht schon bei zwölf Ligatreffern, Yamal kommt auf acht Tore und sechs Vorlagen. Beide können Spiele mit Einzelaktionen entscheiden, ergänzen sich aber auch hervorragend.
Die Gefahr geht aber nicht nur von den beiden aus. Barcelona kombiniert sich auch gerne mit Geschwindigkeit durch das Zentrum, besetzt die Zwischenräume geschickt und setzt den Gegner nach Ballverlusten wieder unter Druck. Flicks Mannschaft kann längere Ballbesitzphasen halten, aber auch überfallartig zum Abschluss kommen.

Selbst die Verletzung von Dani Olmo nimmt Barca kaum Möglichkeiten im offensiven Mittelfeld. Fermin Lopez dürfte den Spanier auf der Zehnerposition ersetzen. Dahinter werden wohl Rodri und Pedri für Kontrolle sorgen. Flick lobte den Sommerneuzugang Rodri auf der Pressekonferenz ausdrücklich und betonte, dass der Mittelfeldspieler seiner Mannschaft zusätzliche Qualitäten verleihe.
Allerdings hat die Niederlage gegen PSG gezeigt, dass auch Barcelona verwundbar ist. Gerade gegen schnelle Gegenangriffe offenbarte die hoch stehende Defensive Probleme. Umso wichtiger dürfte es sein, dass Flicks Mannschaft ihre offensive Überlegenheit gegen Real in Tore ummünzt.
2. Real fehlt die ideale Waffe gegen Flicks Spielstil
Ausgerechnet für das Duell mit Barcelonas riskanter Abwehrlinie muss Mourinho auf einen seiner gefährlichsten Offensivspieler verzichten, denn Vinicius Junior fehlt nach seiner Roten Karte gegen Villarreal gesperrt. Auch Rodrygo steht wegen seiner schweren Knieverletzung noch nicht zur Verfügung.
Vor allem der Ausfall von Vinicius könnte sich als wichtig erweisen. Der Brasilianer ist mit seinem Tempo im Eins-gegen-eins prädestiniert dafür, die Räume hinter Barcelonas hoch stehender Abwehr zu attackieren. Diese Räume entstehen regelmäßig, wenn Flick seine Mannschaft weit nach vorne schiebt und den Gegner schon in dessen Hälfte unter Druck setzt.
Zwar verfügt Mourinho mit Kylian Mbappe weiterhin über einen Angreifer, der selbst kleinste Lücken ausnutzen kann. Auch Arda Güler, Jude Bellingham und Yan Diomande bringen offensive Qualität mit. Trotzdem verändert das Fehlen der beiden Brasilianer die Möglichkeiten der Königlichen stark.

3. Flicks Clasico-Bilanz und die aktuelle Heimserie
Sechs Siege aus sieben Clasicos: Seit seiner Ankunft in Barcelona hat Flick ein echtes Erfolgsrezept gegen Real Madrid entwickelt. Nur einmal musste sich der Deutsche dem Erzrivalen geschlagen geben. Dabei setzte sich seine Mannschaft schon gegen drei unterschiedliche Real-Trainer durch: Carlo Ancelotti, Xabi Alonso und Alvaro Arbeloa.
Unter Flick gewann Barcelona in diesem Zeitraum unter anderem zweimal den spanischen Supercup, einmal die Copa del Rey und die spanische Meisterschaft 2025/26. Gerade in den direkten Duellen mit Real präsentierten sich die Katalanen immer wieder extra entschlossen. Doch nicht nur die Clasico-Bilanz spricht für die Gastgeber. Barcelona hat mittlerweile 23 Heimspiele in La Liga hintereinander gewonnen und in 35 aufeinanderfolgenden Liga-Heimpartien gelang mindestens ein Treffer.
Mit Mourinho wartet jetzt allerdings ein erfahrener Clasico-Trainer auf Flick. Der Portugiese kennt die Rivalität aus seiner ersten Amtszeit bei Real bestens und hat seine Mannschaft nach einem schwierigen Saisonstart zuletzt stabilisiert. Vier Pflichtspielsiege hintereinander sprechen dafür, dass die Königlichen rechtzeitig zum Duell mit Barcelona wieder in Form gekommen sind.
Barca könnte aber von seiner Eingespieltheit profitieren. Flicks Mannschaft agiert seit mehr als zwei Jahren nach einer klaren Spielidee, Real ist unter Mourinho noch in einem Entwicklungsprozess. Der Portugiese räumte auf seiner Pressekonferenz selbst ein, dass seine Spieler ihn und seine Arbeitsweise erst noch richtig kennenlernen müssten. Ein Vergleich mit einer Mannschaft, die schon seit mehreren Jahren eingespielt sei, wäre deshalb nicht fair.











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