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Frankfurts Wunderkind Ilicevic: Was das 16-jährige Rekordtalent so besonders macht
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Frankfurts Wunderkind Ilicevic: Was das 16-jährige Rekordtalent so besonders macht

Niko Ilicevic ist seit Sonntag der jüngste Spieler der Bundesliga-Geschichte, gemeinsam mit Youssoufa Moukoko. Beim 3:1 von Eintracht Frankfurt gegen den Hamburger SV wurde der Mittelfeldspieler in der Nachspielzeit eingewechselt, einen Tag nach seinem 16. Geburtstag. Für die wenigen Minuten auf dem Platz bekam er viel Lob.

Ilicevic brauchte lediglich 46 Sekunden für seinen ersten Abschluss. Nach einem Solo setzte er den Ball knapp neben den rechten Pfosten. Kurz darauf schickte er Jonathan Burkardt mit einem Steilpass beinahe zum 4:1. Neun Ballkontakte, zwei Torschüsse, kein einziger Fehlpass. „Was er in den paar Minuten gezeigt hat, war schon außergewöhnlich“, sagte Adi Hütter. Überrascht habe ihn das nicht, „weil er im Training genau das gleiche macht“.

Nico Ilicevic
Foto: IMAGO

Ilicevic ist ein Spielmacher mit starkem linken Fuß

Der Deutsch-Kroate und Neffe des ehemaligen Bundesliga-Spielers Ivo Ilicevic ist ein sehr eleganter Linksfuß. Er wird meist im offensiven Mittelfeld oder auf der rechten Seite aufgeboten und zieht von dort nach innen auf seinen starken Fuß. Er fordert den Ball, dribbelt eng am Körper und ist insbesondere auf engem Raum schwer zu stoppen. Mit Steckpässen oder Dribblings öffnet er Lücken, für sich selbst und für die Mitspieler.

Auch körperlich tritt der Offensivspieler schon robust auf. Seine Fähigkeiten am Ball waren bei der Eintracht schon länger bekannt, in den vergangenen Monaten legte der 16-Jährige aber auch körperlich enorm zu. Wohl mit dem einen großen Ziel: Bundesliga-Debüt mit 16. Auch Cheftrainer Adi Hütter lobte zuletzt seine Fortschritte im Zweikampf.

Seine Mitspieler lobten im Interview nach dem Spiel seine Abgezocktheit. Can Uzun nannte ihn „schon sehr weit für sein Alter, auch im Kopf“, Younes Ebnoutalib stellte fest, dass sich der Teenager keinen Druck mache und auch im Training auf höchstem Niveau abliefere.

Niko Ilicevic
Foto: IMAGO

Ältere Gegenspieler ist Ilicevic seit Jahren gewohnt. Mit sieben Jahren kam er vom VfR Goldbach aus der Nähe von Aschaffenburg in die Nachwuchsabteilung am Riederwald. Mit 13 lief er erstmals für die U17 auf, mit 14 für die U19, gegen Spieler, die teils vier Jahre älter waren.

In den beiden DFB-Nachwuchsligen kam er seit 2024 auf 35 Spiele mit zehn Toren und sechs Vorlagen. Das sind zugegebenermaßen keine überragenden Zahlen. Wenn man einen Makel in seinem Spiel finden möchte, dann, dass sich sein Output im letzten Drittel noch steigern darf. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass er dabei fast immer gegen deutlich ältere Gegenspieler auflief.

Mit Güther in der U17: Ilicevic schießt Deutschland zum Turniersieg

Auch auf internationaler Bühne im DFB-Team setzt er Akzente, gemeinsam mit einem anderen Rekordhalter. Beim Vier-Nationen-Turnier in Duisburg im Oktober gewann die U17 von Michael Prus alle drei Spiele und erzielte dabei acht Tore. Gegen Israel holte Ilicevic in der Nachspielzeit einen Elfmeter heraus und verwandelte ihn selbst zum 3:2. Gegen England traf er in der 83. Minute zum 3:2-Sieg. Den Ausgleich davor hatte Linus Güther von Union Berlin erzielt.

Linus Güther und Niko Ilicevic
Foto: Getty Images for DFB

Das Duo ergänzt sich gut. Güther braucht wenige Ballkontakte, kommt über den linken Halbraum und sucht schnell den Abschluss oder den Weg in die Tiefe. Mit zwei Toren und einer Vorlage war er bester Scorer des Turniers. Ilicevic hat dagegen gerne den Ball und gestaltet das Spiel. Auch in der Bundesliga liegen beide fast gleichauf: Güther debütierte im April mit 16 Jahren und drei Tagen und ist nun hinter Ilicevic und Moukoko der drittjüngste Spieler der Ligageschichte. Deutschland darf sich freuen.

Die Eintracht hat früh gehandelt. Im Juli verlängerte der Klub den Vertrag des Deutsch-Kroaten langfristig. Zuvor hatten unter anderem Real Madrid, der FC Barcelona, der AC Mailand und vor allem ganz intensiv der FC Bayern Interesse gezeigt. Nun wollen die Hessen den Rummel um ihren Rohdiamanten bewusst klein halten, Interviews mit Ilicevic sind vorerst nicht vorgesehen. Reden soll der 16-Jährige weiter auf dem Platz. Das hat er gegen den HSV schon nach 46 Sekunden getan.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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