Der Kreuzbandriss von Nicolai Remberg war für den HSV ein schwerer Schlag. Beim 1:0 über den VfB Stuttgart zeigte sich jedoch, dass Merlin Polzin im zentralen Mittelfeld mehr Möglichkeiten hat als gedacht.
Gegen die Schwaben überzeugten mit Miro Muheim und Bilal Nadir zwei Spieler auf ungewohnten beziehungsweise weniger vertrauten Positionen. Da drei weitere Kandidaten ebenfalls in die Startelf drängen, besitzt Polzin plötzlich die Qual der Wahl.
Gegen den spielstarken VfB verzichtete der HSV-Coach trotz des Remberg-Ausfalls zunächst auf den als logischen Ersatz gehandelten Kofi Amoako. Stattdessen rückten Linksverteidiger Muheim und Nadir, bis dato nur Teilzeitarbeiter, ins Zentrum. Beide zahlten das Vertrauen zurück: Der Marokkaner überzeugte als spielerischer Fixpunkt, gewann mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe und verbuchte vier klärende Aktionen. Muheim wiederum setzte mit seinem späten Siegtreffer den Schlusspunkt unter einen starken Auftritt. Der Schweizer, der schon gegen Hoffenheim zum Helden wurde, strotzt aktuell nur so vor Selbstvertrauen.
HSV muss kompliziertes Startelf-Puzzle lösen
Hinzu kommt: Auch Martin Adeline wusste beim Überraschungserfolg über Stuttgart zu gefallen. Der Franzose war eigentlich für die Zehnerposition gekommen, agierte gegen Stuttgart jedoch deutlich defensiver. Vor allem gegen den Ball und als Verbindungsspieler bei Umschaltsituationen zeigte er seine Qualitäten. Abwehrchef Sebastiaan Bornauw lobte: „Auch Martin hat ein Superspiel gemacht.“ Da Fabio Vieira und der vor seiner Verletzung formstarke Albert Grønbæk auf Sicht in den offensiven Halbräumen gesetzt sein dürften, könnte Adeline auch künftig eine Reihe weiter hinten gefragt sein.

Dazu kommt Amoako, der Remberg vom Spielertyp her am nächsten kommt und defensiv mehr Stabilität verspricht. Noch fehlt dem Neuzugang allerdings das vollständige Vertrauen des Trainers. „Bei Kofi haben wir offen und ehrlich kommuniziert, an welchen Dingen er weiterarbeiten muss“, erklärte Polzin erst kürzlich.
Als fünfte Option dürfte schon bald auch Sambi Lokonga infrage kommen. Der Vize-Kapitän verpasste das Stuttgart-Spiel wegen muskulärer Probleme, wird beim Auswärtsspiel gegen den SC Paderborn (Samstag, 15.30 Uhr) aber wieder zum Kader gehören. Sobald er vollständig fit ist, stehen Polzin gleich fünf Kandidaten für zwei Plätze zur Verfügung.
Natürlich bleibt Rembergs Ausfall trotzdem schmerzhaft. Doch die Alternativen sind womöglich deutlich zahlreicher als erwartet.










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