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„Kannten die Spieler nicht“: Ex-HSV-Coach erinnert sich an Kopenhagen-Drama
Nur die RauteNur die Raute·VonPhilipp Overhoff

„Kannten die Spieler nicht“: Ex-HSV-Coach erinnert sich an Kopenhagen-Drama

Seit 2005 verbindet die Fanlager des HSV und des FC Kopenhagen eine enge Freundschaft. Begonnen hat alles an zwei emotionalen Europapokal-Abenden, die kaum jemand vergessen hat.

„Es reicht nur das Wort ‚Kopenhagen'“, schwärmt der damalige Cheftrainer Thomas Doll noch heute im Interview mit HSV.de. Was er damit meint: Zu Beginn der Saison 2005/06 trafen beide Mannschaften im UEFA-Cup aufeinander und lieferten sich einen harten Fight um das Weiterkommen. Nachdem das Hinspiel im Volksparkstadion 1:1 ausgegangen war, reiste der HSV mit einer komplizierten Ausgangsposition im Gepäck zum Rückspiel nach Dänemark.

Auf eines konnten sich die Rothosen aber früher wie heute stets verlassen: die Unterstützung ihrer Anhänger. „Auf der Fahrt zum Spiel standen 10.000 Fans Spalier vor dem Stadion und haben gegen den Bus geklopft“, berichtet Doll. „Die Spieler sind aufgestanden und haben geguckt, was los ist. So etwas kannten sie nicht. In der Kabine musste ich gar nicht mehr viel sagen, weil sie so unter Strom standen.“

Trotzdem war der HSV dem Ausscheiden nahe. Beim Stand von 0:0 verschoss Stürmer Sergej Barbarez einen Elfmeter, Abwehrmann Khalid Boulahrouz sah einen Platzverweis. Zu allem Überfluss wurde Doll selbst im Laufe der Partie auf die Tribüne geschickt. Erst ein von Rafael van der Vaart verwandelter Elfmeter in der Nachspielzeit sicherte den Hanseaten das Weiterkommen. „Für den HSV war es sportlich und wirtschaftlich ein wichtiger Sieg. Das war ein Highlight“, erinnert sich der 60-Jährige.

Rafael van der Vaart, Thomas Doll
Foto: Getty Images

HSV-Vorfreude auf Kopenhagen steigt

Wenn der dänische Rekordmeister an diesem Sonntag (4. Oktober) zum Testkick im Volkspark gastiert, steht selbstredend weitaus weniger auf dem Spiel. „Es geht mehr ums Beisammensein und weniger ums Ergebnis“, weiß auch Doll. „Es ist natürlich eine schöne Sache, dass über die vielen Jahre eine echte Fanfreundschaft entstanden ist. Das ist außergewöhnlich.“ Diese Nähe soll sich auch auf den Rängen und im Fanshop zeigen: Ein spezieller Spielschal wird verkauft, zudem werden Tausende dänische Anhänger in Hamburg erwartet. Ihnen steht sogar ein eigener Block auf der Südtribüne zu.

Auch Doll ist vor Ort und kann das mutmaßliche Spektakel aus nächster Nähe verfolgen. „Ich freue mich und bin gespannt, wer außer mir noch da sein wird. Ich war leider schon eine ganze Weile nicht mehr im Volksparkstadion, obwohl ich oft im Norden bin“, gab er zu. Ob sein Wiedersehen mit Kopenhagen der Auslöser für wieder regelmäßigere Besuche wird? Das dürfte die Zukunft zeigen.

Quelle: Nur die RauteZum Original

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