Beim 2:2 gegen Borussia Dortmund musste der FC Bayern gleich mehrere personelle Rückschläge verkraften. Mit Ismael Saibari und Serge Gnabry verletzten sich bereits in der ersten Halbzeit zwei Offensivspieler. Dennoch verzichtete Interimstrainer Aaron Danks zunächst darauf, Lennart Karl einzuwechseln. Nach dem Bundesliga-Klassiker erklärte der Engländer seine überraschende Entscheidung.
Die Verletzungsmisere der Münchner verschärfte sich gegen den BVB innerhalb weniger Minuten. Zunächst musste Saibari nach einem Zusammenprall mit Dortmund-Keeper Gregor Kobel vom Platz. Kurz darauf erwischte es auch Gnabry, der über muskuläre Beschwerden klagte.
Obwohl mit Karl ein offensiver Ersatzspieler zur Verfügung stand, entschied sich Danks für andere Lösungen. Nathaniel Brown ersetzte Saibari, während Josip Stanisic für Gnabry ins Spiel kam. Der 18-jährige Karl musste dagegen zunächst weiter auf der Ersatzbank Platz nehmen.
Danks erklärt: Darum musste Karl warten
Nach dem Abpfiff wurde Danks auf seine Wechselentscheidungen angesprochen. Ein Journalist wollte wissen, warum Karl trotz der frühen Verletzungen nicht berücksichtigt wurde und ob der Youngster möglicherweise noch nicht bereit für ein solches Spitzenspiel sei.
Der Kompany-Vertreter widersprach dieser Einschätzung deutlich. „Lennart Karl kam in der zweiten Halbzeit ins Spiel, wir vertrauen ihm also in solchen Spielen auf jeden Fall. Er kam für Michael auf dem rechten Flügel ins Spiel und übernahm genau die Rolle, die er sonst auch spielt“, erklärte Danks.
Tatsächlich wurde Karl erst in der 85. Minute eingewechselt, nachdem sich auch Michael Olise verletzt hatte.
Danks begründete seine vorherigen Entscheidungen vor allem mit taktischen Überlegungen. „Zuvor war es in den letzten Wochen eine gute Option, Alfonso Davies hoch auf dem linken Flügel einzusetzen, also haben wir uns dafür entschieden.“
Damit setzte der Bayern-Coach auf eine Variante, die sich bereits in den vergangenen Spielen bewährt hatte.
Auch die Einwechslung von Brown war demnach keine spontane Entscheidung. „Und Nathaniel Brown hat zu Beginn des Jahres beim Supercup in Dortmund gegen Dortmund im offensiven Mittelfeld gespielt, also haben wir ihn auf dieser Position eingewechselt.“
„Lenny ist ein Spitzenspieler“

Besonders wichtig war Danks, dass seine Entscheidung nicht als Kritik an Karl verstanden wird. „Das ist kein Vorwurf an Lenny. Lenny ist ein Spitzenspieler; er kam aufs Spielfeld und hatte am Ende einen großartigen Moment, als er die Latte traf – das ist wirklich positiv für ihn.“
Damit spielte der 41-Jährige auf die Nachspielzeit an. Karl hatte in der vierten Minute der Nachspielzeit mit einem sehenswerten Schlenzer die Latte getroffen und damit beinahe den späten Siegtreffer erzielt.
Der Youngster bewies trotz seiner kurzen Einsatzzeit, dass er auch in einem Spitzenspiel für gefährliche Offensivaktionen sorgen kann.
Für Karl ist das Lob seines Trainers ein wichtiges Signal. Nach seiner verletzungsbedingten Pause vor der Weltmeisterschaft hatte der Offensivspieler zuletzt wieder aufsteigende Form gezeigt.
Angesichts der aktuellen Verletzungssorgen könnte seine Bedeutung für die Münchner nun weiter wachsen.
Mit Saibari, Gnabry und Olise drohen gleich drei weitere Offensivspieler auszufallen. Jamal Musiala und Luis Díaz stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.
Bereits am Dienstag wartet mit dem Champions-League-Auswärtsspiel bei Atlético Madrid die nächste schwierige Aufgabe.
Sollten die angeschlagenen Bayern-Stars nicht rechtzeitig fit werden, könnte Karl dort wieder eine deutlich größere Rolle spielen.










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