Zum Auftakt in die neue Saison in der Bundesliga gewann der FC Bayern mit 5:1 gegen den VfB Stuttgart und war dabei über weite Strecken dominant und bestimmte das Spiel. Dass Harry Kane bei fünf Bayern-Toren nicht traf, mag überraschend sein.
Zumal der englische Stürmer schon im Supercup gegen den BVB keinen Treffer erzielte. Steckt Kane etwa in der Mini-Krise? Leidet er noch unter den WM-Nachwehen? Das könnte man meinen, wenn man die Spiele nicht gesehen hat
Der Blick auf Kane in diesen beiden Spielen war aber sehr lohnenswert, denn der englische Superstar, der gute Chancen auf den Gewinn des Ballon d’Or hat, zeigte einmal mehr, warum er nicht nur als Torjäger wertvoll ist.
Kane gegen Stuttgart: Oft als Initiator
Schon in der letzten Saison war Kane in vielen Partien defensiv eingebunden, arbeitete gegen den Ball und durch seine tiefere Positionierung war er dann in der Lage, massiven Einfluss auf das Spiel auszuüben, indem er mit seiner brillanten Technik ebenso brillante Pässe gespielt hat. Dadurch konnte er die schnellen Offensivspieler in Szene setzen, kam aber selbst trotzdem oft genug in Abschlusspositionen, sonst hätte er nicht 61 Pflichtspieltreffer erzielt.

Auch gegen den VfB Stuttgart zum Auftakt in die neue Saison in der Bundesliga tauchte Kane oft tiefer auf. Nominell war er natürlich wieder als Neuner aufgeboten, aber nicht selten war er im Mittelfeld auf Höhe von Joshua Kimmich zu finden. Und zeigte dort genau das, was ihn ausmacht. Beeindruckend war vor allem sein direkter Ball in den Lauf von Luis Diaz Mitte der ersten Halbzeit. Der Kolumbianer scheiterte zwar im 1-gegen-1 an Fabian Bredlow, dennoch hatte der VfB hier keine Chance, den Angriff zu unterbinden.
Beeindruckend bei Kane ist, dass diese Art und Weise der Spielumstellung nicht immer Anwendung findet, sondern genau dann, wenn es notwendig ist. Zum Beispiel, wenn die eigene Dominanz nicht vollumfänglich vorhanden ist oder der Aufbau maximal gestört wird.
Kane gegen den VfB auch ohne Tor entscheidend
Im Spiel gegen den VfB Stuttgart war es wieder einmal der Fall, dass die tiefere Positionierung Gold wert war. Nicht nur aufgrund der Einleitung der Chance von Diaz wurde das deutlich. Die Stuttgarter spielten vor allem zu Beginn aggressiv Mann-gegen-Mann. Dadurch musste Bayern im Aufbau zu einigen langen Bällen greifen, aber als Kane weit vorne stand, waren die Stuttgarter defensiv gut gestaffelt.
Je häufiger Kane sich fallen ließ, desto häufiger zog er seinen Gegenspieler mit. Und das sorgte dafür dass die Staffelung in der Abwehr der Schwaben sich veränderte und Spielern wie Diaz oder Michael Olise die Möglichkeit gab, durchzustarten und das eigene Tempo auszuspielen. Hinzu kommt, dass Kane derart pressingresistent ist, dass ihm der Druck auch nichts ausmacht, nicht einmal mit dem Rücken zum Tor.
Der Engländer fungierte also als cleverer, zusätzlicher Aufbauspieler, der einen Verteidiger in positionsfremde Räume zog und gleichzeitig in der Lage war, seine Teamkollegen einzusetzen. Damit zeigte Kane wieder einmal, über welch eine Qualität er verfügt und dass er sich trotz vieler Tore nicht nur alleine daran messen lassen sollte.











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