Jonas Urbig hat sich beim DFB in den Vordergrund gespielt. Vincent Kompany freut sich über dessen Entwicklung, bremst aber bewusst die Erwartungen.
Jonas Urbig kehrt mit viel Rückenwind von der deutschen Nationalmannschaft zum FC Bayern zurück. Der 23-Jährige blieb bei seinen ersten beiden Länderspielen unter Jürgen Klopp ohne Gegentor und hat damit die Diskussion um seine Zukunft im DFB-Tor neu entfacht.
Auch beim FC Bayern gilt Urbig längst als Mann der Zukunft. Trotzdem will Vincent Kompany die Entwicklung seines Keepers nicht künstlich beschleunigen. Der Bayern-Trainer machte bei Sky deutlich, dass die positiven Auftritte im Nationalteam zwar erfreulich seien, am langfristigen Plan aber nichts ändern.
Kompany sagte: „Wir haben schon immer viel Vertrauen gezeigt in Jonas Urbig. Wenn ich das sage, dann gibt es auch einen Grund, der ist, weil ich auch glaube, dass er die Schritte machen kann. Aber jetzt ist es noch nicht so, er ist immer noch auf dem Weg und genau diese tägliche Arbeit ist für mich das Wichtigste. Es freut mich, dass er mit positiven Geschichten zurückkommt, aber das beeinflusst nicht, auf jeden Fall nicht übertrieben, was jetzt in der nächsten Woche noch passieren muss für seine Entwicklung.“
Der Belgier weiter: „Wir haben uns schon seit Anfang der Saison und letzter Saison auf Spielminuten für seine Entwicklung festgelegt. Wir haben uns für einen ganz deutlichen Weg entschieden mit Manu als Nummer eins und Jonas als Jungen, der auf dem Weg ist, auch irgendwann hoffentlich die Nummer eins zu werden für Bayern, aber auch für Deutschland. Aber man kann sowas nicht reinreden. Man muss leisten und das darf man nicht vergessen.“
Kompany bleibt beim klaren Neuer-Urbig-Plan
Damit bestätigt Kompany noch einmal die klare Hierarchie beim FC Bayern. Manuel Neuer bleibt die Nummer eins, während Urbig gezielt Spielzeit erhalten und Schritt für Schritt aufgebaut werden soll. Bereits im September hatte Kompany deutlich gemacht, dass er seinem Keeper langfristig sowohl in München als auch im DFB-Tor den Sprung zur Nummer eins zutraut.
Urbigs jüngste Auftritte haben diese Einschätzung zumindest sportlich untermauert. Beim 2:0 gegen Serbien sowie beim 0:0 gegen Griechenland blieb der Bayern-Keeper jeweils ohne Gegentor und überzeugte mit Ruhe, sauberem Aufbauspiel und sicherem Auftreten.
Lothar Matthäus zog zuletzt sogar einen Vergleich mit dem jungen Manuel Neuer und sieht in Urbig perspektivisch einen ernsthaften Konkurrenten für Marc-André ter Stegen.

Kompany will sich von dieser Dynamik aber nicht treiben lassen. Für ihn bleibt entscheidend, wie Urbig im täglichen Training arbeitet und wie er seine nächsten Einsätze nutzt. Der Weg zur Nummer eins soll nicht über öffentliche Erwartungen führen, sondern über kontinuierliche Leistung.
Genau darin liegt aktuell die besondere Situation des 23-Jährigen: Beim DFB hat er sich mit zwei starken Auftritten in den Vordergrund gespielt, beim FC Bayern bleibt er zunächst Herausforderer von Neuer. Kompany sieht darin offenbar keinen Widerspruch, sondern genau den Entwicklungsweg, den der Klub für Urbig vorgesehen hat.










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