Mikel Arteta setzte während der Saison-Vorbereitung des FC Arsenal auf ungewöhnliche Methoden. Der Spanier konfrontierte seine Spieler bereits im Training mit bewusst herbeigeführten Störungen, damit sie auch in unerwarteten Situationen ruhig und handlungsfähig bleiben.
Arteta ließ unter anderem, Mahlzeiten kurzfristig verschieben oder den Reiseplan verändern. Auch die Bedingungen in der Kabine wurden absichtlich erschwert. Damit will Arteta seine Mannschaft auf Situationen vorbereiten, in denen am Spieltag plötzlich nicht mehr alles nach Plan läuft.
„Ich liebe diese Herausforderungen. Ich versuche, sie in der Vorbereitung zu schaffen. Wenn sie dann passieren, haben wir sie bereits erlebt und wissen, wie wir damit umgehen“, erklärte Arteta. Sein Ziel sei es, dass weder Spieler noch Mitarbeiter in schwierigen Situationen in Panik geraten.
Deshalb ließ der Arsenal-Coach seine Mannschaft beispielsweise später als geplant am Stadion ankommen, veränderte Abläufe oder wählte eine andere Reiseroute. Auch verspätete Flüge oder Zugverbindungen sollen auf diese Weise gedanklich vorweggenommen werden.
Statt sich über solche Probleme zu beschweren, sollen die Spieler das Beste aus der Situation machen. Bei einer längeren Verzögerung könne die zusätzliche Zeit etwa genutzt werden, um gemeinsam zu spielen, Zeit miteinander zu verbringen oder sich auszuruhen. Beschwerden oder Ausreden seien hingegen keine Hilfe.
Arteta ging dabei noch einen Schritt weiter: „Wir haben beispielsweise die Mahlzeiten und den Transport verschoben und andere Routen gewählt. Wir haben vieles ausprobiert: die Kabine wärmer, schwieriger und anspruchsvoller gestaltet, weniger Massageliegen aufgestellt. Solche Dinge eben“, erklärte der Spanier.
Mit diesen unkonventionellen Methoden will Arteta seine Mannschaft auf Überraschungen vorbereiten: „Wir müssen uns an unterschiedliche Gegebenheiten anpassen und versuchen, diese vorherzusehen und die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen. Aber wenn am Spieltag Stress oder Überraschungen auftreten, ist es wichtig, vorbereitet zu sein.“
Fünf Stunden Verspätung in Neapel
Wie sinnvoll diese Vorbereitung sein kann, zeigte sich ausgerechnet zum Start der Champions League. Arsenals Flug zum Auftaktspiel bei der SSC Neapel verzögerte sich um mehr als fünf Stunden. Die Mannschaft erreichte ihr Hotel erst kurz vor 22 Uhr, zudem musste Arteta seine geplante Pressekonferenz absagen.
Die ungewöhnlichen Umstände hatten auf dem Platz jedoch offenbar keinen negativen Einfluss. Arsenal setzte sich in Neapel mit 1:0 durch und startete damit erfolgreich in die Königsklasse. Für Arteta war die Situation damit ein praktisches Beispiel dafür, warum er seine Mannschaft bewusst auf Unvorhergesehenes vorbereitet.

Die kuriosen Maßnahmen aus der Vorbereitung sind nicht die ersten ungewöhnlichen Methoden des Spaniers. In der Vergangenheit setzte Arteta unter anderem Taschendiebe während Trainingslagern ein und ließ vor einer Partie an der Anfield Road künstlich Fangesänge abspielen.
Seine grundsätzliche Idee bleibt dabei dieselbe: Arsenal soll auch dann funktionieren, wenn die gewohnte Routine plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Gerade auf die Elemente Stress und Überraschung am Spieltag soll seine Mannschaft möglichst gut vorbereitet sein.









Kommentare