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ManCity-Urteil: Jetzt schaltet sich auch die UEFA ein
fussball-news.defussball-news.de·VonLukas Hetterich

ManCity-Urteil: Jetzt schaltet sich auch die UEFA ein

Nach dem Urteil gegen Manchester City könnte dem englischen Topklub weiterer Ärger drohen. Auch die UEFA verfolgt das Verfahren mittlerweile mit genauerem Blick und prüft mögliche eigene Schritte.

Wie Sky Sports berichtet, beobachtet die UEFA die Entwicklungen rund um Manchester City. Der europäische Fußballverband will demnach erst einmal abwarten, bis das laufende Verfahren in England abgeschlossen ist. Im Anschluss soll entschieden werden, ob auf Grundlage der Erkenntnisse auch gegen den englischen Topklub vorgegangen wird.

UEFA wartet ManCity-Berufung ab

Eine unabhängige Kommission hatte Manchester City Ende September wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Finanzregeln schuldig gesprochen. Demnach verschleierte der Klub zwischen 2009 und 2018 insgesamt rund 980 Millionen Euro an Geldern der Eigentümer als Sponsoringeinnahmen. Die Kommission kam außerdem zu dem Ergebnis, dass City falsche Finanzinformationen vorlegte und bei der Untersuchung nicht ausreichend kooperierte.

Für die UEFA sind die Erkenntnisse besonders interessant. Unter den bestätigten Verstößen befinden sich auch fünf Fälle, in denen Manchester City gegen die damals geltenden Financial-Fairplay-Regeln des europäischen Verbandes verstoßen haben soll. Die Premier-League-Kommission hatte für ihre Untersuchung zudem Zugriff auf Dokumente und Beweise, die der UEFA bei ihrem früheren Verfahren gegen City nicht zur Verfügung standen.

Bevor die UEFA über mögliche Konsequenzen entscheidet, ist aber erst das Berufungsverfahren in England abzuwarten. Manchester City hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt und weist weiterhin sämtliche Vorwürfe zurück. Der Klub spricht von wesentlichen rechtlichen und tatsächlichen Fehlern in der Entscheidung und beharrt auf seiner Unschuld.

Manchester City
Foto: IMAGO

Wann endgültige Klarheit herrscht, ist noch offen. Nach den aktuellen Premier-League-Regeln müsste das Berufungsverfahren innerhalb von zwölf Wochen abgeschlossen werden. Das danach zuständige Gremium hätte weitere 30 Tage für seine Entscheidung. City könnte aber argumentieren, dass diese erst in dieser Saison eingeführten Fristen auf das schon seit Jahren laufende Verfahren nicht angewendet werden dürfen.

Manchester City hatte schon Ärger mit der UEFA

Es wäre nicht das erste Mal, dass Manchester City wegen seiner Finanzen ins Visier der UEFA gerät. Schon 2014 schloss der Klub mit dem Verband eine Vereinbarung, die unter anderem eine Geldstrafe von 58 Millionen Euro vorsah, von der 38 Millionen zunächst ausgesetzt wurden.

Noch deutlich härter fiel eine UEFA-Entscheidung im Jahr 2020 aus. City wurde damals für zwei Saisons von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen und mit einer Geldstrafe von 30 Millionen Euro belegt. Der Klub zog aber vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS und bekam in wesentlichen Punkten Recht. Der Europapokal-Ausschluss wurde aufgehoben, die Geldstrafe wegen mangelnder Kooperation auf zehn Millionen Euro reduziert. Der CAS stellte fest, dass ein Teil der Vorwürfe nicht nachgewiesen worden und andere schon verjährt waren.

Die Verjährung könnte auch diesmal eine wichtige Rolle spielen. Anders als die Premier League sieht das UEFA-Regelwerk bei Finanzverstößen eine Verjährungsfrist von fünf Jahren vor. Ob und auf welcher Grundlage der europäische Verband nach Abschluss des englischen Verfahrens noch einmal gegen Manchester City vorgehen könnte, ist deshalb aktuell offen.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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