Der vergangene Transfersommer stellte den FC Bayern auch finanziell vor Herausforderungen. Die Münchner wollten ihren Kader nicht nur verstärken, sondern gleichzeitig mehrere Spieler abgeben und damit erhebliche Einnahmen generieren. Dieser Plan ging allerdings nur teilweise auf.
Wie Karl-Heinz Rummenigge jetzt im Interview mit der Abendzeitung München verraten hat, lagen die tatsächlichen Einnahmen bei einigen eingeplanten Verkäufen deutlich unter den Erwartungen.
Konkret nennt das Aufsichtsratsmitglied vier Spieler, mit denen die Bayern ursprünglich ein großes Transferpaket schnüren wollten: Joao Palhinha, Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Alexander Nübel.
Bayern plante mit bis zu 70 Millionen Euro
„Nehmen wir dieses Jahr als Beispiel: Wir wollten eigentlich Palhinha, Boey, Zaragoza und Nübel verkaufen. Zusammen hatten wir ein Paket erwartet, das zwischen 60 und 70 Millionen Euro bringen sollte. Am Ende hat es 20 Millionen gebracht. Gerettet haben uns dann die Verkäufe der jungen Spieler, unter anderem von Aseko, Ibrahimovic und Kusi-Asare.“
Die Zahlen verdeutlichen, wie groß die Differenz zwischen den ursprünglichen Planungen und dem tatsächlichen Ergebnis war. Statt der erhofften 60 bis 70 Millionen Euro brachten die genannten Profis laut Rummenigge lediglich 20 Millionen Euro ein.
Unter anderem wechselte Palhinha zu Benfica, während Nübel den Rekordmeister in Richtung Besiktas verließ. Bei Boey und Zaragoza konnte Bayern die ursprünglich erhofften Einnahmen dagegen nicht erzielen.
Dass die Münchner ihre finanziellen Ziele dennoch besser erreichen konnten, lag laut Rummenigge maßgeblich an den Verkäufen junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchsbereich.
Rummenigge hebt Freunds Campus-Arbeit hervor

Genau an diesem Punkt kommt Christoph Freund ins Spiel. Rummenigge sieht dessen große Stärke vor allem in der Entwicklung von Talenten und der Arbeit am Bayern-Campus.
„Uli und ich haben damals die ersten Gespräche mit ihm geführt und ihn von Salzburg hierher gelotst. Seine große Domäne ist der Campus. Es ist inzwischen beschlossen, dass Christoph und Jochen Sauer künftig die komplette Verantwortung für den Campus haben. Der Campus muss in Zukunft eine noch größere Rolle für den FC Bayern spielen“, erklärte der 70-Jährige.
Die Strategie hat dabei zwei Seiten. Im Idealfall schaffen Nachwuchsspieler den Sprung in die erste Mannschaft. Gelingt das nicht, können gut ausgebildete Talente über Verkäufe wichtige Einnahmen generieren.
Der vergangene Transfersommer hat aus Sicht Rummenigges gezeigt, wie wertvoll dieses Modell für den FC Bayern sein kann. Weil die geplanten Einnahmen mit etablierten Profis deutlich geringer ausfielen als erwartet, halfen ausgerechnet die jungen Spieler dabei, einen Teil der entstandenen Millionen-Lücke zu schließen.










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