Die Bilder vom desaströsen 0:5 gegen Mainz hallen beim HSV auch Tage später noch nach. Nie zuvor hatte der Verein ein Heimspiel seit Bundesliga-Gründung 1963 höher verloren.
Entsprechend groß ist der Druck vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig (Sonntag, 15.30 Uhr). Ebenso groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Trainer Merlin Polzin personell reagiert. Denn die Erkenntnis nach dem Mainz-Debakel ist eindeutig: Dem HSV fehlte es in allen Mannschaftsteilen an Stabilität, Abstimmung und Führung. Kaum ein Spieler konnte sich nachhaltig für weitere Startelf-Einsätze empfehlen.
Eine Veränderung gilt als nahezu sicher. Laut Bild-Bericht dürfte Hoffnungsträger Fabio Vieira nach seinem Joker-Debüt erstmals von Beginn an auflaufen. Der Portugiese brachte nach seiner Einwechslung zwar keine Wende mehr zustande, verkörpert aber genau jene Kreativität, die den Hamburgern in den ersten beiden Bundesliga-Spielen fast vollständig abging. Für Neuzugang Martin Adeline könnte daher nur ein Platz auf der Bank bleiben.
Auch in der Defensive deutet sich eine Anpassung an. Jordan Torunarigha erlebte gegen Mainz einen gebrauchten Nachmittag und wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt. Der 19-jährige Shafiq Nandja machte es anschließend zumindest ordentlich und gilt nun als ernsthafte Alternative für die Startelf. Womöglich muss der HSV zudem den Ausfall von Sebastiaan Bornauw verkraften.

Setzt der HSV auf Oldie Poulsen?
Im Mittelfeld hofft Polzin auf die Rückkehr von Sambi Lokonga. Der Belgier musste gegen Mainz kurzfristig wegen Rückenproblemen passen und wurde im Spielaufbau schmerzlich vermisst. Sein Vertreter Bilal Nadir, der ebenfalls nach 45 Minuten ausgewechselt wurde, nahm nur wenig Einfluss auf die Begegnung.
Besonders spannend ist die Lage in der Sturmspitze. Terem Moffi befindet sich für jeden Beobachter sichtbar noch nicht bei voller Leistungsfähigkeit. Neben Patson Daka könnte deshalb auch Yussuf Poulsen in den Fokus rücken und ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub RB Leipzig wieder gefragt sein.
Der 32-Jährige spielte in der bisherigen Saison nur eine untergeordnete Rolle, sammelte 15 Minuten im DFB-Pokal und acht Minuten am ersten Bundesliga-Spieltag. Bei der 0:5-Klatsche gegen Mainz saß er über die vollen 90 Minuten auf der Bank. Poulsen bringt jedoch genau jene Qualitäten mit, die dem HSV derzeit fehlen: Erfahrung, Kommunikation und Führungsstärke. Als Organisator gegen den Ball und verlängerter Arm des Trainerteams könnte er nach der Mainz-Blamage plötzlich wichtiger werden denn je.











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