Nach den erneuten Absencen von Jamal Musiala hat der FC Bayern eine Anpassung der Behandlung angekündigt. Welche konkreten Maßnahmen bei dem 23-Jährigen vorgenommen werden, ist nicht bekannt. Neurologe Prof. Christoph Kleinschnitz erklärt allerdings, wie eine Medikamentenumstellung bei Absence-Epilepsie grundsätzlich ablaufen kann.
Die Sorge um Jamal Musiala beschäftigt den FC Bayern weiterhin. Nachdem der Offensivstar innerhalb weniger Tage zweimal während eines Spiels zusammengesackt war, hatte er seine gesundheitliche Situation selbst öffentlich gemacht.
Musiala erklärte, dass bei ihm „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen“ diagnostiziert worden seien. Gleichzeitig betonte der deutsche Nationalspieler, dass er sich in medizinischer Behandlung befinde und von seinen Ärzten die Freigabe erhalten habe, weiterhin Fußball zu spielen.
Mittlerweile ist bekannt, dass die Bayern gemeinsam mit den behandelnden Ärzten die Therapie anpassen. Was genau verändert wird, wurde aus Gründen der medizinischen Privatsphäre nicht öffentlich gemacht.
Neurologe erklärt mögliche Medikamentenumstellung
Die BILD hat mit Prof. Christoph Kleinschnitz, Chef der Neurologie der Uniklinik Essen, darüber gesprochen, wie eine Umstellung von Medikamenten bei Absence-Epilepsie grundsätzlich ablaufen kann. Der Mediziner äußerte sich dabei ausdrücklich allgemein und nicht zu Musialas konkreter Behandlung.
„Man darf die Behandlung bei Anti-Epileptika nicht abrupt abbrechen. Das heißt: Das alte Präparat muss langsam herausgeschlichen werden, während die Dosis des neuen hochgefahren wird“, erklärte Kleinschnitz.
Eine solche Phase könne vorübergehend Auswirkungen haben: „In dieser Umstellungs-Phase kann es zu häufigeren Anfällen kommen, weil die Wirkung des neuen Medikaments noch nicht voll da ist.“
Ob bei Musiala aktuell tatsächlich ein Wechsel des Medikaments vorgenommen wird, ist nicht bekannt.
Für eine solche Umstellung könne es laut Kleinschnitz verschiedene Gründe geben. „Das bisherige Präparat wirkt nicht mehr oder die Nebenwirkungen sind zu stark wie z. B. Schwindel, Müdigkeit, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen. Auch Gewichtszunahme ist möglich.“
Musiala leidet bereits länger unter Absencen

Bemerkenswert ist vor allem, dass Musialas Absencen kein neues Phänomen sind. Sportvorstand Max Eberl machte zuletzt öffentlich, dass die Bayern bereits seit der vergangenen Saison über die Problematik informiert sind.
Für Kleinschnitz kommt das nicht überraschend. „Nein, das zeigt nur, dass die Krankheit bisher gut im Griff war und man damit auch Spitzensport machen kann“, erklärte der Neurologe.
Der Mediziner stellte zudem einen möglichen Zusammenhang mit Musialas sportlicher Entwicklung her: „Es erklärt auch, dass Musiala nach seiner schweren Verletzung nicht mehr seine alte Stärke erreicht hat. Ich wünsche ihm, dass er das bald wieder schafft.“
Dabei handelt es sich allerdings um eine Einschätzung von Kleinschnitz und nicht um eine bestätigte medizinische Erklärung für Musialas sportliche Leistungen.
Klar ist hingegen, dass die Bayern nach den jüngsten Vorfällen besonders vorsichtig mit ihrem Offensivstar umgehen. Musiala wird beim Supercup gegen Borussia Dortmund nicht zum Einsatz kommen. Wann der 23-Jährige wieder auf dem Platz stehen kann, dürfte maßgeblich vom weiteren Verlauf seiner Behandlung und der Einschätzung der behandelnden Ärzte abhängen.









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