Daniel Schlager wird den Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern leiten. Die Münchner kennen den Schiedsrichter bestens – und gerieten mit ihm bereits mehrfach aneinander.
Der FC Bayern startet am kommenden Samstag direkt mit einem Kracher in die neue Pflichtspielsaison. Im Franz-Beckenbauer-Supercup trifft der deutsche Double-Gewinner auswärts auf Borussia Dortmund. Anstoß im Signal Iduna Park ist um 20:30 Uhr.
Mittlerweile steht auch fest, wer für die Spielleitung verantwortlich sein wird. Der DFB hat Daniel Schlager für das Duell zwischen dem BVB und den Bayern angesetzt. Unterstützt wird der 36-Jährige von Sven Waschitzki-Günther und Tobias Fritsch. Timo Gerach fungiert als vierter Offizieller, Johann Pfeifer und Markus Sinn übernehmen die Video-Assistenz.
Für Schlager ist es der erste Einsatz in einem deutschen Supercup. Der FIFA-Schiedsrichter verfügt allerdings über reichlich Bundesliga-Erfahrung und hat seit seinem Debüt 2018 bereits 104 Partien im deutschen Oberhaus geleitet.
Auch mit den Bayern machte Schlager schon mehrfach Bekanntschaft. Sieben Bundesliga-Partien der Münchner pfiff er bislang. Die sportliche Bilanz kann sich aus FCB-Sicht mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage sehen lassen. Trotzdem verlief die gemeinsame Vergangenheit keineswegs immer harmonisch.
Tuchel und Bayern waren nach Leverkusen-Spiel sauer
Besonders viel Ärger gab es im September 2023 beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen. In der Nachspielzeit entschied Schlager nach Eingreifen des VAR auf Strafstoß für die Werkself. Jonas Hofmann war nach einem Kontakt mit Alphonso Davies zu Boden gegangen. Exequiel Palacios verwandelte den Elfmeter zum späten Ausgleich.
Der damalige Bayern-Trainer Thomas Tuchel war mit der Entscheidung überhaupt nicht einverstanden: „Das ist für mich supersoft. Nicht vergessen: Der Schiedsrichter hat ihn nicht gepfiffen.“
Aus Tuchels Sicht hätte sich der Video-Assistent bei dieser Szene nicht einschalten müssen. Bereits während der Partie hatte der Bayern-Coach von Schlager die Gelbe Karte gesehen.
Noch emotionaler reagierte Tuchels damaliger Assistent Zsolt Löw. Nach Abpfiff diskutierte er mit dem Schiedsrichtergespann über die Entscheidungen und sah dafür die Rote Karte. Auch Thomas Müller äußerte sich kritisch und machte deutlich, dass ein solcher Kontakt seiner Einschätzung nach in England nicht für einen Strafstoß gereicht hätte.
Es war nicht das erste Mal, dass Schlager bei einem Bayern-Spiel in den Mittelpunkt geriet. Bereits im August 2022 hatte es beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach Diskussionen gegeben. Der damalige Bayern-Trainer Julian Nagelsmann bekam in der Schlussphase Gelb, nachdem er sich beim vierten Offiziellen beschwert hatte.
Nagelsmann räumte anschließend ein, dass die Verwarnung berechtigt gewesen sei, übte gleichzeitig aber deutliche Kritik an Schlagers Auftritt: „Ich glaube, er weiß selbst, dass das heute nicht die beste Leistung von ihm war.“
Zuletzt lief es für die Bayern mit Schlager dagegen deutlich entspannter. In der Saison 2024/25 leitete er unter anderem das 3:0 gegen den FC Augsburg sowie am letzten Spieltag den 4:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim.
Am Samstag wartet nun das bislang wohl prominenteste Bayern-Spiel seiner Schiedsrichterkarriere. Für den FC Bayern geht es gegen Dortmund direkt um den ersten Titel der neuen Saison – und mit Schlager steht dabei ein Unparteiischer auf dem Platz, mit dem die Münchner in der Vergangenheit durchaus schon ihre Probleme hatten.











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