Das Verletzungspech des HSV reißt einfach nicht ab: Nach Jordan Torunarigha und Nicolas Capaldo erwischte es gegen Frankfurt mit Sebastiaan Bornauw einen weiteren Innenverteidiger.
Der Abwehrchef musste beim 1:3 gegen die Hessen zur Halbzeit ausgewechselt werden. Kurz vor dem Pausenpfiff kollidierte er bei einem Zweikampf mit dem Frankfurter Schlussmann Noah Atubolu und wirkte anschließend sichtlich benommen. Für die zweite Hälfte kehrte der 27-Jährige nicht mehr auf den Platz zurück. Stattdessen brachte Merlin Polzin den erst 18 Jahre alten Jason Bissi-Mouelle.
Die Folge: Mit Nandja und Bissi-Mouelle bestand die Hintermannschaft des HSV plötzlich zu zwei Dritteln aus Teenagern. „Sicherlich hilft es nicht, wenn der zentrale Spieler der Dreierkette dann auch noch fehlt“, klagte Polzin später mit Blick auf Bornauws Auswechslung und die ohnehin angespannte Verletztensituation.
Es blieb dem Cheftrainer also nichts anderes übrig, als seine beiden Eigengewächse durch ein wahres Stahlbad gehen zu lassen. Schließlich bestand der Eintracht-Sturm im zweiten Durchgang aus niemand Geringerem als den deutschen Nationalspielern Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib. Für Polzin ist das grundsätzlich kein Problem: „Wir haben zu Saisonbeginn gesagt, dass wir einen neuen Weg gehen und auf diese Talente setzen wollen.“

HSV-Youngster mit positiven Ansätzen
Ein solcher Weg ist zwangsläufig aber auch mit Rückschlägen verbunden. So hatten beide Abwehr-Youngster ihre Aktien in je einem Gegentor: Bissi-Mouelle ließ Robin Koch vor dem 0:1 entwischen, während Nandja vor dem 0:2 eine Flanke falsch einschätzte und sich anschließend von Burkardt düpieren ließ.
„Daraus werden sie für die nahe Zukunft viel lernen“, erklärte Polzin verständnisvoll. Zugleich machte er seinen Talenten ein Kompliment: „Sie haben sich aufgrund der Verletztensituation voll in den Dienst der Mannschaft gestellt.“ Mit Blick auf Bissi-Mouelle ergänzte er: „Wenn man zur Halbzeit reinkommt und kurz vor Wiederanpfiff davon erfährt, dann ist das auf jeden Fall etwas, worauf er sehr stolz sein kann.“
Ebenfalls zufrieden kann der Hamburger Kinder-Riegel mit der eigenen Zweikampfbilanz sein. Nandja gewann insgesamt sechs von acht Duellen, bei Bissi-Mouelle waren es vier von sechs. Zudem stellte Nandja gleich mehrfach unter Beweis, dass er auch am Ball über Qualitäten verfügt. Mit eleganten Bewegungen ließ er das Volksparkstadion wiederholt aufhorchen. Polzin lag also goldrichtig: Beide Jung-Kicker dürften aus diesem Abend eine ganze Menge an Erfahrungen mitnehmen. Positive wie negative.










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