Nach der ebenso bitteren wie vermeidbaren, weil am Ende in Überzahl erlittenen 1:2-Niederlage beim SC Freiburg hat der FC Schalke 04 am Samstag auch erstmals zu Hause verloren. Gegen den 1. FSV Mainz 05 gelang S04 auch im dritten Heimspiel kein Tor, doch anders als gegen den FC Bayern München und die SV Elversberg stand bei der 0:1-Niederlage auch hinten die Null nicht. Spieler und Verantwortliche waren anschließend dementsprechend enttäuscht.
„Es war unser bislang schlechtestes Spiel in dieser Saison. Mainz war uns in den ersten 60 Minuten in allen Belangen überlegen und hat am Ende auch verdient gewonnen“, fand Kapitän Kenan Karaman auf der Vereinshomepage deutliche Worte und ging in der Folge auch noch mehr ins Detail: „Wir waren nicht gut in den Zweikämpfen, haben uns zu viele Fehlpässe geleistet und unter Druck häufig nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Bei den zweiten Bällen waren wir ebenfalls nicht da. Dazu haben wir unser Spiel aus Aggressivität und Intensität nicht auf den Platz bekommen.“
Karaman, der erst in den letzten 25 Minuten eine Steigerung sah, will sich mit seinen Kollegen nun am nächsten Samstag im richtungsweisenden Spiel beim 1. FC Köln wieder ganz anders präsentieren: „Wir kennen unsere Rolle als Aufsteiger. Es erwartet sicherlich niemand, dass wir drei oder vier Tore erzielen. Aber wir müssen die Basics auf den Platz bekommen. Es gilt, am kommenden Wochenende in Köln ein anderes Gesicht zu zeigen.“
Timo Becker teilte Karamans Analyse weitgehend und betonte, dass es keine Schuldzuweisungen an einzelne Akteure oder Mannschaftsteile gibt: „Für die Niederlage sind wir als Mannschaft verantwortlich – es lag nicht nur an der Defensive oder nur an der Offensive. Wir sind ein Team und müssen gemeinsam weiter hart arbeiten.“
Mulder und Muslic sehen einen Lernprozess
Auch Youri Mulder war mit der Leistung gegen Mainz über weite Strecken nicht einverstanden, aber zugleich auch nicht völlig überrascht. „Wir waren erst nach einer Stunde gut im Spiel, das hat dann aber nicht gereicht. Das müssen wir aufarbeiten und es in den kommenden Spielen besser machen. Wir befinden uns weiterhin in einer Entwicklung, die Bundesliga ist für viele Spieler Neuland“, so Schalkes Direktor Profifußball, der indes auch an bessere Auftritte erinnerte: „Wir haben in dieser Saison aber auch schon gute Spiele gezeigt. Gegen Bayern München haben wir einen Punkt geholt, in Berlin gewonnen. Daran müssen wir anknüpfen.“

Miron Muslic machte aus seiner Unzufriedenheit mit zwei Dritteln des Spiels ebenfalls keinen Hehl: „Ich kann Mainz 05 zu einem verdienten Sieg gratulieren. Wir haben uns in der Trainingswoche auf ein Spiel der Zweikampfduelle und Mentalität eingestellt. Nur wenn du dann 65 Minuten gefühlt keinen Zweikampf gewinnst, wird es extrem schwierig.“
Die Schlussphase stimmt Schalkes Trainer, der ebenfalls einen Entwicklungsprozess sieht, aber zuversichtlich: „In den letzten 20 bis 25 Minuten haben wir eine Reaktion gezeigt und die Duelle angenommen und gewonnen. Wir müssen nun einfach lernen, lernen, lernen. Das ist als Bundesliga-Aufsteiger ganz normal.“









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