Die ungewöhnliche Rolle von Harry Kane beim 2:2 des FC Bayern gegen den FC Arsenal sorgt weiterhin für Diskussionen. Der englische Torjäger ließ sich im Champions-League-Duell auffallend häufig weit zurückfallen und agierte zeitweise sogar in der Nähe des eigenen Strafraums. Eine taktische Maßnahme, die bei Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn auf wenig Verständnis stößt.
Der frühere Vorstandsvorsitzende der Münchner äußerte sich bei Sky kritisch über die Spielweise des Rekordmeisters. Besonders die defensive Positionierung von Kane überraschte den 57-Jährigen. „Ich hatte gegen Arsenal zum ersten Mal das Gefühl, dass die Mannschaft insgesamt etwas vorsichtiger agiert hat“, erklärte Kahn.
Zwar könne er nachvollziehen, dass Kane aufgrund seiner herausragenden Passqualitäten gelegentlich ins Mittelfeld ausweiche. Gegen die Londoner ging ihm diese taktische Ausrichtung allerdings zu weit.
„Das fand ich ehrlich gesagt zumindest fragwürdig“
„Dass er allerdings am eigenen Sechzehner spielt, das fand ich ehrlich gesagt zumindest fragwürdig“, stellte der ehemalige Bayern-Torhüter klar.
Für Kahn steht fest, dass Kanes wichtigste Aufgabe weiterhin das Toreschießen sein müsse. Zwar könne der 33-Jährige auch als Spielgestalter wertvoll sein, allerdings dürfe seine Positionierung nicht zulasten der gesamten Mannschaft gehen.
„Nur musst du natürlich aufpassen, dass du dadurch nicht das gesamte Gefüge durcheinanderbringst“, warnte Kahn.
Besonders bemerkenswert: Der frühere Bayern-Boss bezweifelt sogar, dass Kanes extrem defensive Rolle tatsächlich Teil des ursprünglichen Matchplans war. „Ob das vom Trainer tatsächlich so gewollt war, wage ich zu bezweifeln.“
Nach Informationen der BILD hatte Vincent Kompany allerdings bewusst vorgesehen, Kane im Spielaufbau zeitweise als zusätzlichen Sechser einzusetzen. Damit sollte unter anderem der Ausfall von Joshua Kimmich kompensiert werden.
Kahn hinterfragt Bayerns Kaderphilosophie

Neben der taktischen Ausrichtung beschäftigte sich Kahn auch mit der personellen Situation des Rekordmeisters.
Gegen Arsenal fehlten mit Kimmich und dem gesperrten Michael Olise zwei wichtige Leistungsträger. Die Ausfälle machten aus Sicht des ehemaligen Vorstandschefs deutlich, dass selbst der hochkarätige Bayern-Kader nicht jede Schwächung problemlos auffangen kann.
„Die Qualität ist immer noch enorm hoch. Aber ist sie auch so hoch, dass du mit diesen Spielern noch drei Titel gewinnen kannst? Das ist immer die entscheidende Fragestellung“, erklärte Kahn.
Gleichzeitig verwies er auf die bewusste Transferstrategie der Münchner. Nicht jede Position werde mit einem weiteren teuren Topstar doppelt besetzt. Stattdessen setze der Verein auch auf junge Spieler und Talente aus dem eigenen Nachwuchs.
Für Kahn ist das grundsätzlich nachvollziehbar. Entscheidend werde allerdings sein, ob die vorhandene Kaderbreite ausreicht, um auch bei mehreren Ausfällen auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu bleiben.










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