Sacha Boey galt beim FC Bayern eigentlich schon als aussortiert. Der französische Rechtsverteidiger sollte den deutschen Rekordmeister im vergangenen Sommer verlassen, fand allerdings keinen neuen Verein. Beim 6:1-Kantersieg gegen RB Leipzig feierte der 26-Jährige nun überraschend sein Comeback. Sportvorstand Max Eberl fand anschließend lobende Worte für den Verkaufskandidaten.
In der 77. Minute sorgte Vincent Kompany für eine durchaus überraschende Personalentscheidung. Der Bayern-Coach brachte Boey für Minjae Kim in die Partie.
Bemerkenswert dabei: Mit Hiroki Ito stand noch ein weiterer Defensivspieler zur Verfügung. Dennoch entschied sich Kompany für den Franzosen, der in den vergangenen Monaten sportlich kaum eine Rolle gespielt hatte.
Für Boey waren es die ersten Einsatzminuten der laufenden Saison.
Eberl schwärmt von Boeys Einstellung
Nach dem Abpfiff erklärte Eberl, wie es zu der überraschenden Einwechslung gekommen war. „Das war schön! Minjae hatte ein bisschen Probleme, deswegen musste er raus“, berichtete der Sportvorstand.
Gleichzeitig hob der Bayern-Boss die professionelle Einstellung des Franzosen hervor. „Sacha gibt im Training 100 Prozent. Er schmeißt sich rein. Er weiß, seine Situation hier ist extrem schwer. Aber jetzt war er da.“
Für Eberl war die Einwechslung deshalb auch eine Anerkennung für Boeys Einsatzbereitschaft. „Der Trainer hat ihn belohnt für seine Trainingsleistungen. Und das ist halt schön.“
Tatsächlich hatte sich der 26-Jährige nach dem gescheiterten Sommerwechsel Schritt für Schritt zurückgekämpft.
Nachdem Boey zu Saisonbeginn sechsmal nicht im Kader gestanden hatte, gehörte er zuletzt wieder regelmäßig zum Aufgebot der Münchner.
Bayern plant weiterhin Boey-Verkauf

Eine langfristige Perspektive beim Rekordmeister bedeutet das überraschende Comeback allerdings nicht automatisch.
Nach Informationen der BILD wollen die Bayern im kommenden Winter weiterhin versuchen, einen Abnehmer für den Rechtsverteidiger zu finden.
Bereits im Sommer hatten die Verantwortlichen auf einen Abschied gehofft. Unter anderem stand ein Wechsel zum FC Fulham im Raum, der letztlich jedoch nicht zustande kam.
Boey war im Januar 2024 für rund 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul nach München gewechselt. Die hohen Erwartungen konnte der Franzose seitdem nicht erfüllen.
Sein Vertrag läuft noch bis 2028. Ein vorzeitiger Abschied bleibt dennoch das wahrscheinlichste Szenario. Bis dahin scheint Kompany allerdings bereit zu sein, dem Verteidiger weitere Chancen einzuräumen, sofern dieser im Training überzeugt.
Die Einwechslung gegen Leipzig zeigt jedenfalls, dass Boey trotz seiner schwierigen Situation noch nicht vollständig abgeschrieben ist. Ob daraus tatsächlich eine sportliche Perspektive entsteht oder die Bayern im Winter einen neuen Anlauf für einen Verkauf unternehmen, bleibt abzuwarten.











Kommentare