Borussia Dortmund darf sich im Kampf um den Aufstieg über einen Rückschlag des großen Rivalen freuen. Schalke verliert erstmals und lässt wichtige Punkte liegen.
Die Frauen des FC Schalke 04 haben im Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Das spielt den BVB-Frauen in die Karten. Am achten Spieltag der Regionalliga West unterlagen die Königsblauen überraschend mit 1:2 bei Arminia Bielefeld. Für Borussia Dortmund könnte diese Niederlage kaum gelegener kommen. Die Schwarz-Gelben nutzten den Patzer des direkten Konkurrenten und verbesserten ihre Ausgangslage im Kampf um die Meisterschaft.
Besonders bitter für Schalke: Bis zum Duell mit Arminia Bielefeld hatten die Gelsenkirchenerinnen in der laufenden Regionalliga-Saison noch kein Spiel verloren. Nun musste die Mannschaft von Trainer Stefan Colmsee erstmals ohne Punkte die Heimreise antreten.
Während Borussia Dortmund seine eigenen Aufgaben weiterhin erfolgreich löst, wächst damit der Druck auf den Rivalen. Zwar bleibt im weiteren Saisonverlauf noch genügend Zeit, um den Rückstand zu verkürzen. Allerdings haben die Schalkerinnen eine wichtige Gelegenheit verpasst, den Abstand zur Tabellenspitze zu verringern.
Eigentlich reiste der FC Schalke 04 mit reichlich Selbstvertrauen nach Bielefeld. Erst eine Woche zuvor hatten die Königsblauen im Spitzenspiel gegen den VfR Schwarz-Weiß Warbeyen einen überzeugenden 4:1-Erfolg gefeiert. Mit diesem Sieg hatte sich die Mannschaft von Stefan Colmsee auf den dritten Tabellenplatz verbessert. Gleichzeitig hielten die Schalkerinnen den Anschluss an die Spitzengruppe.
Gegen Arminia Bielefeld wollten die Gäste deshalb unbedingt nachlegen. Zumal die Ostwestfälinnen zuletzt eine deutliche Niederlage hinnehmen mussten. Beim SC Fortuna Köln hatte Arminia Bielefeld mit 0:6 verloren. Die Ausgangslage sprach somit durchaus für die Königsblauen. Allerdings zeigte sich bereits während der ersten Halbzeit, dass die Gastgeberinnen eine deutlich schwierigere Aufgabe darstellen würden als zunächst erwartet.
Beide Mannschaften lieferten sich zunächst eine ausgeglichene Begegnung. In der 14. Minute kam Mariella Münster zur ersten nennenswerten Torchance für Schalke. Nach einer Kombination versuchte die Offensivspielerin ihr Glück, brachte den Ball allerdings zu zentral auf das Tor. Bielefelds Torhüterin Johanna Wende hatte deshalb keine größeren Schwierigkeiten. Anschließend verlor Schalke zunehmend die Kontrolle über die Begegnung.
Vor allem in den direkten Duellen hatten die Gelsenkirchenerinnen Probleme. Arminia Bielefeld gewann zahlreiche Zweikämpfe und setzte die Gäste dadurch immer wieder unter Druck. In der 17. Minute nutzten die Gastgeberinnen schließlich einen Ballgewinn im Mittelfeld. Marie Glose schaltete schnell und spielte Emelie Klingen an. Die Bielefelder Angreiferin setzte sich gegen Lilly Stojan durch und überwand anschließend Torhüterin Josefine Osigus. Damit führte Arminia Bielefeld früh mit 1:0. Schalke versuchte daraufhin, möglichst schnell eine Antwort zu finden. In der 22. Minute brachte Maike Berentzen eine Flanke in den Strafraum, die Bonny Lammers knapp neben das Tor setzte.
Nur drei Minuten später bot sich den Gästen die nächste Gelegenheit. Lea Wilting gewann den Ball und leitete den Angriff über Jolina Opladen ein. Die Offensivspielerin zog von der Außenbahn in Richtung Strafraum und suchte den Abschluss. Allerdings reagierte Johanna Wende aufmerksam und verhinderte den Ausgleich. Stattdessen schlug Arminia Bielefeld auf der anderen Seite erneut zu.
In der 37. Minute versuchte Sophia Pauli ihr Glück aus größerer Entfernung. Ihr Schuss senkte sich ins Tor. Josefine Osigus erreichte den Ball zwar noch mit den Fingerspitzen, konnte den zweiten Gegentreffer allerdings nicht mehr verhindern. Damit lag Schalke bereits vor der Halbzeit mit zwei Toren zurück.
Schalke-Trainer Stefan Colmsee übt deutliche Kritik
Nach der Begegnung zeigte sich Stefan Colmsee insbesondere mit der ersten Halbzeit seiner Mannschaft unzufrieden. „Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent. Bielefeld hat eine hohe körperliche Präsenz gezeigt und sich voll in die Duelle geworfen. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und dadurch keinen richtigen Zugriff auf das Spiel bekommen“, erklärte der Schalker Trainer.
Tatsächlich fanden die Königsblauen über weite Strecken des ersten Durchgangs kaum Mittel gegen die aggressive Spielweise der Gastgeberinnen. Während Arminia Bielefeld immer wieder gefährlich wurde, gelang es Schalke nur selten, die eigenen Angriffe erfolgreich abzuschließen. Kurz vor der Pause hätte der Rückstand sogar noch deutlicher ausfallen können.
In der 39. Minute lief Sophia Thiemann allein auf das Schalker Tor zu. Allerdings legte sich die Bielefelderin den Ball zu weit vor. Josefine Osigus erkannte die Situation rechtzeitig und verhinderte eine weitere Großchance. So blieb es zur Halbzeit beim 0:2 aus Sicht der Gäste.
Jolina Opladen bringt Schalke zurück ins Spiel
Nach dem Seitenwechsel zeigte der FC Schalke 04 ein anderes Gesicht. Die Mannschaft von Stefan Colmsee nahm die Zweikämpfe besser an und arbeitete sich zunehmend in die Begegnung zurück. Zunächst fehlten allerdings weiterhin die klaren Möglichkeiten vor dem gegnerischen Tor.
Erst in der 64. Minute sorgte Lilly Stojan wieder für Gefahr. Die Verteidigerin eroberte den Ball und trieb ihn bis in den gegnerischen Strafraum. Dort suchte sie selbst den Abschluss. Die Bielefelder Defensive verhinderte jedoch einen Treffer und klärte zur Ecke. Fünf Minuten später gelang den Königsblauen schließlich der Anschlusstreffer. Jolina Opladen reagierte nach einem misslungenen Rückpass der Gastgeberinnen besonders aufmerksam. Die Angreiferin erreichte den Ball vor Johanna Wende, umspielte die Torhüterin und verkürzte in der 69. Minute auf 1:2. Plötzlich durfte Schalke wieder auf einen Punktgewinn hoffen.
Die Gäste erhöhten den Druck und versuchten, in der verbleibenden Spielzeit zumindest noch den Ausgleich zu erzielen. Doch auch Arminia Bielefeld blieb gefährlich. In der 81. Minute kam Lisa Lösch nach einem Freistoß aus zentraler Position zum Abschluss. Josefine Osigus verhinderte mit einer Parade den dritten Gegentreffer und hielt die Schalker Hoffnungen damit am Leben. Trotz aller Bemühungen gelang den Königsblauen jedoch kein weiteres Tor. Am Ende feierte Arminia Bielefeld einen 2:1-Heimsieg und fügte Schalke die erste Niederlage der laufenden Regionalliga-Saison zu.
BVB wird es freuen: Schalke-Trainer hadert
Nach dem Schlusspfiff machte Stefan Colmsee deutlich, dass seine Mannschaft insbesondere in der Anfangsphase nicht die gewünschte Leistung gezeigt hatte. „So liegst du zur Halbzeit mit 0:2 zurück. Im zweiten Durchgang haben wir versucht, dagegenzuhalten. Das ist uns auch gut gelungen.“ Zwar erkannte der Trainer die Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel an. Allerdings reichte diese nicht mehr aus, um die Begegnung zu drehen.
Vor allem im Spiel nach vorne fehlten den Königsblauen die entscheidenden Ideen. „Wir waren besser im Spiel, haben es aber spielerisch nicht geschafft, die nötigen Lösungen zu finden, um noch einmal zurückzukommen und etwas Zählbares mitzunehmen“, erklärte Stefan Colmsee.
Damit steht Schalke nach acht Spieltagen vor einer neuen Herausforderung. Die Mannschaft muss nicht nur ihre erste Niederlage verarbeiten, sondern gleichzeitig verhindern, dass Borussia Dortmund seinen Vorsprung weiter ausbaut. Gerade im engen Kampf um die Spitzenplätze könnten solche Punktverluste am Saisonende eine entscheidende Rolle spielen.
Während der FC Schalke 04 in Bielefeld leer ausging, erlebte Borussia Dortmund einen äußerst erfolgreichen Spieltag. Die Mannschaft von Trainer Markus Högner gewann ihr Heimspiel gegen Rhenania Bottrop mit 11:0 und setzte damit ein deutliches Zeichen im Kampf um die Tabellenspitze. Besonders Alex Popp und Ramona Maier überzeugten mit jeweils drei Treffern. Schon zur Halbzeit führten die Dortmunderinnen mit 5:0. Nach dem Seitenwechsel erzielten die Schwarz-Gelben sechs weitere Tore und feierten damit einen der deutlichsten Erfolge ihrer bisherigen Regionalliga-Saison.
Der BVB sammelte somit nicht nur drei weitere Punkte, sondern verbesserte gleichzeitig seine Tordifferenz erheblich. Zusammen mit der Niederlage des FC Schalke 04 ergibt sich daraus eine deutlich bessere Ausgangslage für Borussia Dortmund. Während die Schwarz-Gelben ihre Tabellenführung festigen, müssen die Königsblauen zunächst wieder den Anschluss herstellen.
Allerdings besitzt Schalke aufgrund einer zuvor verschobenen Begegnung weiterhin ein Nachholspiel. Deshalb lässt sich der tatsächliche Abstand zwischen beiden Mannschaften nicht ausschließlich anhand der aktuellen Tabelle bewerten. Dennoch steht fest: Mit der Niederlage gegen Arminia Bielefeld haben die Schalkerinnen wichtige Punkte im Aufstiegsrennen verloren.
Für Borussia Dortmund könnte sich der achte Spieltag im weiteren Saisonverlauf als besonders wertvoll erweisen. Die Mannschaft von Markus Högner hat ihre eigenen Aufgaben bislang erfolgreich gelöst und profitiert nun zusätzlich von einem Rückschlag des großen Rivalen. Gerade mit Blick auf den angestrebten Aufstieg in die 2. Bundesliga dürfte diese Entwicklung für zusätzliche Zuversicht sorgen. Allerdings müssen die Dortmunderinnen ihre Leistungen auch in den kommenden Wochen bestätigen. Schließlich warten noch zahlreiche Begegnungen auf die Schwarz-Gelben.
Bereits am kommenden Sonntag, dem 18. Oktober, steht das nächste Ligaspiel auf dem Programm. Dann reist Borussia Dortmund zu Vorwärts Spoho Köln. Die Begegnung beginnt um 15 Uhr. Mit einem weiteren Sieg könnte der BVB seine starke Ausgangslage festigen und den Druck auf die Verfolgerinnen erhöhen. Für den FC Schalke 04 geht es dagegen darum, möglichst schnell auf die Niederlage zu reagieren.
Die Königsblauen empfangen am kommenden Spieltag den SSV Rhade. Dabei möchte die Mannschaft von Stefan Colmsee wieder an die Leistungen aus den vorherigen Begegnungen anknüpfen.
Revierderby rückt näher: Macht der BVB früh den ersten Platz klar?
Besonders interessant dürfte in den kommenden Wochen auch der Blick auf das direkte Aufeinandertreffen der beiden Rivalen werden. Am 15. November empfängt Borussia Dortmund den FC Schalke 04 in der Regionalliga West. Das Revierderby könnte im Kampf um die Spitzenplätze eine wichtige Rolle spielen. Sollte der BVB seinen Vorsprung bis dahin behaupten oder sogar weiter ausbauen, könnten die Dortmunderinnen mit einer besonders guten Ausgangslage in die Begegnung gehen.
Für Schalke bietet das direkte Duell dagegen die Möglichkeit, wichtige Punkte gegen einen unmittelbaren Konkurrenten zu sammeln. Bis dahin müssen allerdings beide Mannschaften zunächst ihre weiteren Aufgaben bewältigen. Borussia Dortmund dürfte vor allem darauf hoffen, seine bisherige Erfolgsserie fortzusetzen. Die Königsblauen müssen nach der ersten Niederlage dagegen beweisen, dass sie weiterhin zu den ernsthaften Anwärterinnen auf die Meisterschaft gehören. Noch ist im Kampf um den Aufstieg nichts entschieden. Dafür befindet sich die Saison in einer zu frühen Phase.

Trotzdem hat sich die Ausgangslage nach dem achten Spieltag zugunsten der Dortmunderinnen verändert. Während Borussia Dortmund gegen Rhenania Bottrop elf Treffer erzielte und drei Punkte sammelte, musste Schalke in Bielefeld einen unerwarteten Rückschlag hinnehmen. Damit besitzen die BVB-Frauen nun die Chance, sich im weiteren Saisonverlauf noch deutlicher von ihrem großen Rivalen abzusetzen.
Ob ihnen das gelingt, hängt vor allem von den eigenen Leistungen ab. Der Spieltag hat allerdings gezeigt, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse im Aufstiegsrennen verändern können. Für Borussia Dortmund war der Sonntag deshalb gleich doppelt erfolgreich: Die Schwarz-Gelben feierten selbst einen Kantersieg und profitierten gleichzeitig von der ersten Saisonniederlage des FC Schalke 04.










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