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Vier Favoriten wackeln: Hier drohen die größten Pokal-Überraschungen
fussball-news.defussball-news.de·VonFN-Redaktion

Vier Favoriten wackeln: Hier drohen die größten Pokal-Überraschungen

Vorhang auf für den DFB-Pokal! In der Vergangenheit erlebte so mancher Bundesligist schon vor dem eigentlichen Saisonstart den ersten großen Dämpfer. Häufig finden sich die vermeintlich klaren Favoriten plötzlich in einem engen, unangenehmen Duell wieder. Auch in der ersten Hauptrunde der Saison 2026/27 gibt es gleich mehrere Begegnungen, die das Potenzial für eine Überraschung besitzen. Besonders vier Favoriten sind gefährdet.

Während die Bundesliga erst am kommenden Wochenende in die neue Saison startet, haben die Teams aus der 2. Bundesliga und der 3. Liga bereits zwei Pflichtspiele absolviert. Die Außenseiter befinden sich deshalb schon im Rhythmus. Für die Erstligisten wird der Pokal dagegen zur ersten echten Standortbestimmung.

Union reist angeschlagen nach Braunschweig

Die wahrscheinlichste Überraschung könnte sich am Sonntag um 15.30 Uhr zwischen Eintracht Braunschweig und Union Berlin ereignen. Zwar trennt beide Mannschaften nominell eine Spielklasse, auf dem Platz dürfte der Unterschied jedoch deutlich kleiner ausfallen.

Braunschweig ist mit einem beeindruckenden 6:1 beim 1. FC Magdeburg in die Zweitliga-Saison gestartet. Unter dem ehemaligen Österreich-Co-Trainer Lars Kornetka konnte die Eintracht diese Leistung bei der anschließenden 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Bochum zwar nicht bestätigen. Dennoch ist mit den Löwen in der kommenden Saison zu rechnen.

Zudem wissen die Braunschweiger, wie man einen Bundesligisten ins Wanken bringt. In der vergangenen Saison zwang die Eintracht den Titelverteidiger VfB Stuttgart nach einem spektakulären 4:4 ins Elfmeterschießen. Erst dort behielt der Favorit die Oberhand.

Bei den Berlinern ist die Situation komplizierter. Für Union ist es der erste Pflichtspieleinsatz unter Mauro Lustrinelli. Gleichzeitig drohen mit Frederik Rönnow und Matheo Raab beide Torhüter auszufallen. Auch Andrej Ilić und Oliver Burke stehen voraussichtlich nicht zur Verfügung. Deshalb könnte Carl Klaus beginnen.

Union berlin
Foto: Getty Images

Auch die Vorbereitung verlief alles andere als rund. Auf ein 1:1 gegen den Chemnitzer FC folgten unter anderem Niederlagen gegen Carl Zeiss Jena (0:2) und den FC Aarau (1:2). Nach sechs sieglosen Testspielen gelang gegen Aris Limassol zwar ein 3:2-Erfolg, die Generalprobe gegen Ipswich Town ging jedoch mit 2:4 verloren.

Lustrinelli forciert einen spielerischeren Ansatz, der den bislang eher destruktiv geprägten Berlinern einiges an Umdenken abverlangt. Ein unangenehmes Auswärtsspiel in Braunschweig kommt zur Unzeit.

Tabellenführer Duisburg fordert Elversberg

Auch im Westen könnte es einen Bundesligisten erwischen. Am Samstag um 15.30 Uhr empfängt der MSV Duisburg den Aufsteiger SV Elversberg. Der Tabellenführer der 3. Liga fordert einen Verein, der noch vor seinem ersten Bundesligaspiel steht.

Die Zebras haben einen Traumstart hingelegt. Auf das souveräne 3:0 gegen den SV Meppen folgte ein 4:2 beim SC Verl. Sechs Punkte, 7:2 Tore und Tabellenplatz eins: Der MSV ist schon voll im Rhythmus und kann mit entsprechend breiter Brust auftreten.

Doch auch Elversberg geht keineswegs mit schlechter Form in die Partie. Die Neuzugänge um Noah Darvich, Noel Futkeu, Cole Campbell und Francis Onyeka machen Lust auf mehr. Die Ansätze in den Testspielen waren vielversprechend, auch die Ergebnisse stimmen. Allerdings ist in der Vorbereitung immer etwas Vorsicht geboten: Testspiele können schnell ein Bild zeichnen, das im ersten Pflichtspiel nur noch wenig wert ist.

Dennoch bleibt das Spiel für den Favoriten undankbar. Elversberg bestreitet sein erstes Pflichtspiel, während Duisburg bereits zwei Erfolgserlebnisse gesammelt hat. Kommen die Zebras gut in die Partie und bekommen die Arena früh hinter sich, könnte der Bundesliga-Neuling direkt den ersten Dämpfer kassieren.

MSV Duisburg
Foto: Getty Images

RWE setzt auf den Faktor Hafenstraße

Rot-Weiss Essen und der FC St. Pauli treffen am Sonntag um 18 Uhr aufeinander. Auf dem Papier ist es ein Duell zwischen Dritt- und Zweitligist. An der Hafenstraße kann Essen einen spielerisch stärkeren Gegner aber schnell in einen echten Pokalfight ziehen.

Der Saisonstart verlief für RWE zunächst ernüchternd. Nachdem die Essener in der Aufstiegsrelegation noch knapp an Greuther Fürth gescheitert waren, setzte es zum Auftakt ein deutliches 2:5 beim 1. FC Saarbrücken. Anschließend zeigte die Mannschaft jedoch eine Reaktion und gewann mit 1:0 gegen den TSV Havelse. Nun wartet ein Gegner, der selbst noch auf das erste Erfolgserlebnis der Saison wartet.

St. Pauli kam gegen Greuther Fürth und Holstein Kiel jeweils nicht über ein Unentschieden hinaus. In Kiel verspielten die Hamburger sogar eine 2:0-Führung. Die Mannschaft von Marcel Rapp wirkt offensiv gefährlich, defensiv aber noch nicht vollständig gefestigt.

Dort liegt die Chance für RWE. Je länger die Partie offen bleibt, desto lauter wird die Hafenstraße und desto größer wird der Druck auf die Gäste. Ein Essener Weiterkommen liegt durchaus im Bereich des Möglichen und würde Erinnerungen an die Saison 2020/21 wecken. Damals spielte sich der Regionalligist nach Siegen gegen Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen sensationell bis ins Viertelfinale. Erst Holstein Kiel beendete den Essener Pokal-Traum.

Rot Weiss Essen
Foto: Getty Images

Saarbrücken hat die Pokal-DNA

Wer nach einem klassischen Pokalschreck sucht, kommt am 1. FC Saarbrücken kaum vorbei. Am Samstag um 15.30 Uhr gastiert Hertha BSC im Ludwigspark. Seit den Siegen gegen Bayern München, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach weiß ganz Deutschland, was dort möglich ist.

Auch aktuell stimmt die Form. Saarbrücken feierte zunächst ein spektakuläres 5:2 gegen Rot-Weiss Essen und gewann anschließend durch einen späten Treffer mit 1:0 bei Jahn Regensburg. Zwei Spiele, zwei Siege und 6:2 Tore: Viel besser hätte der Start nicht laufen können.

1. FC Saarbrücken
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Allerdings reist auch Hertha mit reichlich Selbstvertrauen an. Die Berliner gewannen beim VfL Bochum mit 1:0 und besiegten Bundesliga-Absteiger Heidenheim anschließend deutlich mit 4:1. Gemeinsam mit Nürnberg steht die Mannschaft von Stefan Leitl an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga.

Hertha ist damit vermutlich der formstärkste Favorit unter den vier gefährdeten Teams. Im Pokal verändert sich jedoch die Ausgangslage. Während die Berliner in den ersten beiden Ligaspielen nicht immer als klarer Favorit galten, ist die Erwartung im Ludwigspark eindeutig: Hertha muss weiterkommen, was die Partie sehr unangenehm machen könnte.

Bleibt das Spiel lange offen, steigt der Druck auf den Favoriten mit jeder Minute. Und im Ludwigspark haben schon ganz andere Mannschaften erlebt, wie schnell ein kontrollierter Pokalabend aus den Händen gleiten kann.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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