Der Platzverweis von Michael Olise beim 3:3 gegen Viking Stavanger beschäftigt den FC Bayern weiterhin. Der Franzose hatte nach einer Provokation die Nerven verloren und seinem Gegenspieler den Ball ins Gesicht geworfen. Ex-Schiedsrichter Urs Meier sieht darin ein bekanntes Muster und zieht einen bemerkenswerten Vergleich mit Bayern-Legende Franck Ribéry.
Im Gespräch mit ran analysierte der frühere Schweizer FIFA-Schiedsrichter die umstrittenen Szenen aus dem Champions-League-Duell. Besonders das Verhalten von Olise erinnerte den 67-Jährigen an den ehemaligen Bayern-Star Ribéry.
„Ribéry hat man immer in solchen Spielen vor sich selbst schützen müssen. Der hat sich gegen Topteams meist im Griff gehabt, aber gegen kleinere Mannschaften häufig provoziert gefühlt“, erklärte Meier.
Meier sieht Parallelen zwischen Olise und Ribéry
Für den ehemaligen Unparteiischen sind die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Offensivkünstlern offensichtlich. „Und das gleiche Gefühl hatte ich bei Olise. Dass er nach der Verwarnung noch den Ball in der Hand hatte, war für mich schon ein Alarmzeichen“, betonte Meier.
Tatsächlich hatte Olise bereits die Gelbe Karte gesehen, bevor er Viking-Kapitän Zlatko Tripic den Ball ins Gesicht warf und dafür mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde.
Meier hält diese Entscheidung für vertretbar. Gleichzeitig deutete er an, dass erfahrene Schiedsrichter solche Eskalationen frühzeitig erkennen und möglicherweise verhindern können.
Ex-Schiri kritisiert auch Kabakov

Denn nicht nur Olise bekam von Meier Kritik ab. Auch der bulgarische Schiedsrichter Georgi Kabakov habe aus seiner Sicht keine optimale Spielleitung gezeigt.
Der Schweizer bemängelte insbesondere, dass Kabakov das „dreckige Spiel“ und die wiederholten Provokationen von Tripic nicht konsequent unterbunden habe. Darin sieht Meier einen wesentlichen Unterschied zwischen durchschnittlichen Unparteiischen und absoluten Spitzenschiedsrichtern.
Zudem nahm der ehemalige FIFA-Referee eine weitere Szene unter die Lupe. Bayern-Neuzugang Ismael Saibari hatte Tripic in der 68. Minute mit einem hoch ausgestreckten Bein am Oberarm getroffen.
„Saibari ist mit Gelb glimpflich davongekommen. Wenn er seinen Gegenspieler etwas anders trifft, sind wir bei einer klaren Roten Karte. Da hat er Glück gehabt“, erklärte Meier.
Für Olise bleibt die Gelb-Rote Karte besonders bitter. Der Franzose fehlt den Münchnern dadurch im kommenden Champions-League-Duell gegen den FC Arsenal.
Der Ribéry-Vergleich zeigt zugleich, woran Olise noch arbeiten muss: Seine außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten stehen außer Frage. Künftig wird es jedoch auch darauf ankommen, selbst bei gezielten Provokationen die Kontrolle zu behalten.









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