Harry Kane hat beim 2:2 gegen Borussia Dortmund einen gebrauchten Abend erlebt. Der frisch gekürte Ballon-d’Or-Sieger vergab beim Bundesliga-Klassiker mehrere hochkarätige Torchancen und scheiterte unter anderem mit einem Elfmeter an der Latte. Nach dem Abpfiff zeigte sich der 33-Jährige selbstkritisch und fand deutliche Worte für die Leistung des FC Bayern.
Dabei hatten die Münchner durchaus genügend Möglichkeiten, das Spitzenspiel für sich zu entscheiden. Mit einem Expected-Goals-Wert von 4,18 und insgesamt sechs Großchancen erspielte sich der Rekordmeister ein klares Chancenplus. Am Ende reichte es dennoch nur zu einem Unentschieden.
Kane wollte die verpasste Gelegenheit allerdings nicht ausschließlich auf die mangelnde Chancenverwertung reduzieren. Vielmehr bemängelte der Engländer auch den spielerischen Auftritt seiner Mannschaft.
Kane: „Wir waren wirklich schlampig“
„Es war ein hartes Spiel. Ich hatte natürlich nicht das Gefühl, dass wir heute genug getan haben, um das Spiel zu gewinnen“, erklärte der Bayern-Stürmer nach dem Abpfiff.
Besonders der Umgang mit dem Ball hatte dem Torjäger nicht gefallen. „Wir waren im Umgang mit dem Ball wirklich schlampig“, kritisierte Kane.
Dabei nahm der Engländer ausdrücklich auch sich selbst in die Pflicht. In der 55. Minute hatte Kane die große Gelegenheit, die Bayern per Handelfmeter mit 2:0 in Führung zu bringen. Sein Schuss landete jedoch an der Latte.
Auch im weiteren Spielverlauf blieb der Torjäger bei seinen Abschlüssen glücklos. „Was mich betrifft – ich habe den Elfmeter und dann noch ein paar Chancen vergeben –, der Ball wollte heute einfach nicht ins Tor. So ist das Leben als Stürmer. Man muss das einfach hinnehmen.“
Trotz des verschossenen Strafstoßes war Kane am zweiten Bayern-Treffer beteiligt. Nach einem Chipball von Joshua Kimmich legte der 33-Jährige per Kopf für Dayot Upamecano auf.
Die erneute Führung brachte der Rekordmeister allerdings nicht über die Zeit. Fabio Silva traf in der Schlussphase zum 2:2.
Kane sorgt sich um verletzte Bayern-Stars

Der späte Ausgleich hinterließ beim englischen Nationalspieler einen entsprechend bitteren Eindruck. „Wenn man in der Schlussphase noch ein Gegentor kassiert, hinterlässt das einen bitteren Nachgeschmack“, erklärte Kane.
Noch schwerer wiegen könnten allerdings die personellen Rückschläge. Mit Ismael Saibari, Serge Gnabry und Michael Olise mussten gleich drei Bayern-Offensivspieler angeschlagen ausgewechselt werden. „Es war ein harter Abend, auch wegen der Verletzungen, die wir uns zugezogen haben. Hoffentlich sind sie nicht allzu schlimm“, betonte der Torjäger.
Wie schwer sich die drei Spieler verletzt haben, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Trotz der Enttäuschung über das Ergebnis sieht Kane keinen Grund, die Situation zu dramatisieren. Schließlich bleiben die Münchner auch nach dem Klassiker an der Tabellenspitze. „Wir stehen immer noch an der Spitze, daher glaube ich nicht, dass es Grund gibt, sich zu sehr zu begeistern.“
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt dem Rekordmeister ohnehin nicht. Bereits in wenigen Tagen wartet die nächste wichtige Aufgabe. „Wir müssen das schnell hinter uns lassen, denn in ein paar Tagen steht schon das nächste wichtige Spiel an.“
Für Kane persönlich gilt es nun, den ungewöhnlich glücklosen Abend abzuhaken. Nach seinem historischen Ballon-d’Or-Triumph blieb dem Engländer ausgerechnet beim Bundesliga-Klassiker ein eigener Treffer verwehrt.










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