Marcelo Díaz verbrachte nicht einmal ein komplettes Jahr beim HSV, besitzt aber dennoch einen festen Platz in den Geschichtsbüchern.
20 Spiele – elf davon von Beginn an – und ein Scorerpunkt: Die Bilanz des Chilenen schaut nicht sonderlich berühmt aus. Doch dieser eine Scorerpunkt war ein ganz besonderer. Am 01.06.2015 stand der HSV im Relegationsrückspiel beim Karlsruher SC kurz vor dem ersten Bundesliga-Abstieg, als Díaz zu Beginn der Nachspielzeit gemeinsam mit Rafael van der Vaart zum Freistoß aus zentraler Position bereitstand, selbst die Verantwortung übernahm und unhaltbar für Keeper Dirk Orlishausen zum 1:1 ins linke obere Eck traf.
Es folgte die Verlängerung, in der Nicolai Müller das Hamburger Siegtor gelang. Der sich durch zahlreiche Fehlentscheidungen hart erarbeitete Gang in Liga zwei verzögerte sich nochmals um drei Jahre. Díaz – der van der Vaart vor der Freistoßausführung mit den Worten „Tomorrow, my friend“ zur Seite geschoben haben soll – war dann schon längst nicht mehr im Volkspark aktiv.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Díaz: Triumphe mit Chile, beim HSV nur selten gefragt
Ihn zog es bereits im Januar 2016 weiter zu Celta Vigo, nachdem er sich unter Bruno Labbadia nicht als Stammkraft etablieren konnte. Die hervorragenden spielerischen Fähigkeiten harmonierten nicht mit der zumeist auf Umschaltspiel und viele lange Bälle beruhenden Spielweise. Dafür gehörte Díaz der goldenen chilenischen Generation an, die 2015 und 2016 gleich zweimal hintereinander die Copa America gewann.
Insgesamt sammelte er beachtliche 15 Titel – darunter zwei mit dem argentinischen Racing Club sowie drei Schweizer Meisterschaften mit dem FC Basel – ein. Nun begibt sich der inzwischen 39 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler auf die letzten Meter. Am Freitag verkündete er auf den sozialen Netzwerken sein Karriereende zum Ablauf des Jahres 2026.
Die „wunderschöne Reise“ wird beim Heimatclub Universidad de Chile enden, in dessen Reihen Díaz die mit Abstand längste Zeit verbrachte und möglicherweise sogar noch die Grenze von 300 Spielen überquerte. Doch auch beim HSV wird er in Erinnerung bleiben, bescherte er dem Verein doch einen der spektakulärsten Momente der 2000er-Jahre.
Foto: IMAGO









Kommentare