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Wurde Bayern ein reguläres Tor geklaut? DFB bezieht Stellung
FCBinsideFCBinside·VonVjekoslav Keskic

Wurde Bayern ein reguläres Tor geklaut? DFB bezieht Stellung

Das 2:2 des FC Bayern beim FC Augsburg sorgt auch zwei Tage nach dem Abpfiff noch für Diskussionen. Besonders eine Szene aus der zweiten Halbzeit steht dabei im Mittelpunkt. In der 51. Minute erzielte Luis Díaz einen vermeintlichen Treffer für den Rekordmeister, der nach einem längeren VAR-Check allerdings aberkannt wurde. Nun hat sich der DFB zu der umstrittenen Entscheidung geäußert.

Insgesamt viermal landete der Ball am Samstag im Augsburger Tor, ohne dass die Treffer anerkannt wurden. Während drei dieser Entscheidungen laut kicker weitgehend unstrittig waren, sorgte insbesondere die Szene um Díaz für Gesprächsstoff.

Der Kolumbianer hatte nach einer Hereingabe von Ismael Saibari per Seitfallzieher getroffen. Augsburg-Keeper Finn Dahmen konnte den Ball nicht festhalten. Doch statt des Ausgleichs gab es nach minutenlanger Überprüfung einen Freistoß für die Gastgeber.

DFB erklärt: Deshalb zählte das Díaz-Tor nicht

Der Grund für die Entscheidung lag mehrere Sekunden vor dem eigentlichen Torabschluss. Nach einem Freistoß von Joshua Kimmich war Josip Stanišić beim anschließenden Kopfball hauchdünn im Abseits gestanden. Augsburgs Han-Noah Massengo versuchte daraufhin, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, konnte die Situation allerdings nicht vollständig klären.

Die Bayern blieben in Ballbesitz und erzielten wenig später den vermeintlichen Ausgleich.

Entscheidend war deshalb die Frage, ob Massengos Abwehraktion bereits eine neue Spielsituation eingeleitet hatte oder ob die vorherige Abseitsstellung weiterhin relevant war.

Alex Feuerherdt, Kommunikationschef der DFB‑Schiedsrichter, erläuterte gegenüber dem kicker die Bewertung der Unparteiischen. Demnach spielt unter anderem eine Rolle, wie kontrolliert ein Verteidiger den Ball klären kann und ob sich aus der Aktion ein neuer Angriff entwickelt.

Im konkreten Fall sei der Ball nach Massengos Klärungsversuch nicht weit genug aus der ursprünglichen Spielsituation entfernt gewesen. Deshalb wurde die vorherige Abseitsstellung von Stanisic weiterhin als strafbar bewertet.

Ex-Schiedsrichter widerspricht der Entscheidung

FC Augsburg vs. FC Bayern
Foto: IMAGO

Dass diese Einschätzung nicht unumstritten ist, zeigt die Reaktion von Patrick Ittrich. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter hatte bereits bei Sky deutliche Zweifel an der Entscheidung geäußert. „Das ist diese klassische nächste Spielsituation und damit hätte für mich das Tor gelten müssen“, erklärte Ittrich.

Aus seiner Sicht war die ursprüngliche Abseitssituation durch die Abwehraktion des Augsburgers bereits abgeschlossen. „Ich finde, das ist eine sehr, sehr strittige Entscheidung“, betonte der frühere Unparteiische.

Auch Feuerherdt zeigte laut kicker Verständnis für die gegenteilige Interpretation. Die Szene lässt somit durchaus unterschiedliche Bewertungen zu.

Besonders kurios: Nur rund eine Minute nach dem aberkannten Díaz-Treffer gelang den Münchnern tatsächlich der Ausgleich.

Saibari traf zum 1:1 und brachte die Mannschaft von Vincent Kompany zurück ins Spiel.

Später ging Augsburg erneut in Führung, ehe Nathaniel Brown den 2:2-Endstand herstellte.

Ob die Partie bei einer Anerkennung des Díaz-Treffers anders verlaufen wäre, kann nicht beantwortet werden. Klar ist allerdings, dass die umstrittene VAR-Entscheidung einen möglichen Bayern-Ausgleich zunächst verhinderte.

Für die Münchner bleibt damit neben zwei verlorenen Punkten auch die Diskussion über eine Szene, bei der selbst ehemalige Schiedsrichter zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen.

Quelle: FCBinsideZum Original

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