Der HSV erzielte in den vergangenen Jahren nicht allzu hohe Transfereinnahmen. Der Verkauf von Fabio Baldé avancierte zur positiven Ausnahme.
Sieben Millionen Euro überweist Racing Straßburg auf das Hamburger Konto. Hinzu kommen mögliche Bonuszahlungen. Eine solch hohe Summe nahm der HSV letztmals im Sommer 2021 ein, obwohl die Ablösen in der jüngeren Vergangenheit insbesondere durch das viele aus England auf dem Markt gespülte Geld explodierten. Damals verließ Amadou Onana die Hanseaten nach nur einer – coronabedingt auch noch ohne Publikum ausgetragenen – Spielzeit ebenfalls in Richtung Frankreich zum OSC Lille, der sieben Millionen Euro investierte.
Onana hält sich längst nicht mehr in der Ligue 1 auf, zog schon nach einer sehr überzeugenden Spielzeit weiter zum FC Everton, der etwa 40 Millionen Euro für seine Dienste ausgab. Zwei Jahre später folgte der nächste Schritt innerhalb der Premier League, und zwar zu Aston Villa, das 60 Millionen Euro locker machte. Während Onana sich inzwischen zum Europa-League-Champion krönte, verdoppelten sich für den HSV dank verschiedener Weiterverkaufsklauseln die Einnahmen nahezu auf insgesamt 13,57 Millionen Euro.
HSV: Transfererlöse waren zuletzt eine Rarität
Ansonsten hielten sich die Transfererlöse allerdings sehr in Grenzen. Oftmals wurden Spieler – wie Ewerton, Khaled Narey, Tim Leibold, Moritz Heyer oder im vergangenen Winter auch Jonas Meffert – aufgrund ihrer für Zweitliga-Verhältnisse sehr hohen Gehälter sogar mit einer Abfindung verabschiedet, damit sie sich einem anderen Arbeitgeber anschließen konnten. In den 20er-Jahren verließen lediglich vier Profis verließen die Hanseaten für drei Millionen oder mehr Euro.
Der Wechsel von Ludovit Reis zum FC Brügge brachte beachtliche sechs Millionen Euro ein. Auch hier baute der HSV in den Deal eine prozentuale Beteiligung am Weiterverkauf ein. Doch er ging leer aus. Denn der einstige Aufstiegsheld bekam beim belgischen Meister kein Bein auf den Boden und wechselte überraschenderweise am gestrigen Freitag ablösefrei zum Nordrivalen Werder Bremen.
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Dennoch gilt Reis als eines der äußerst wenigen positiven Beispiele der letzten Jahre, bei dem ein talentierter Akteur in jungen Jahren für kleines Geld verpflichtet wurde und nach guter Entwicklung für eine ansprechende Summe weiterveräußert wurde. Bei Baldé fiel das Transferplus noch erheblicher aus, durchlief er doch seit 2021 den Hamburger Nachwuchs, ehe er sich im Profikader etablierte.
Auf selbigem Kurs befinden sich Otto Stange, der für seine erst 16 Jahre in den Vorbereitungsspielen schon äußerst abgeklärt auftretende Louis Lemke oder auch Shafiq Nandja. Das Trio steht nicht nur für eine verbesserte Nachwuchsarbeit, sondern auch für eine höhere Durchlässigkeit nach oben, wofür das Trainerteam um Merlin Polzin die Verantwortung trägt. Dass der Ansatz, selbst entwickelte Talente zu Stamm/-Führungsspielern zu formen oder diese für eine saftige Ablöse weiterzuverkaufen, Früchte trägt, bewies in Deutschland immer wieder der SC Freiburg. Sollte sich der HSV eines Tages wieder auf dessen aktuellen sportlichen Level bewegen, wären doch sehr viele richtige Entscheidungen getroffen worden.
Foto: IMAGO









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