Für den FC Bayern steht das erste Pflichtspiel der neuen Saison auf dem Programm, nämlich der Supercup. Im Signal Iduna Park kommt es am Samstagabend um 20:30 Uhr zum Klassiker gegen Borussia Dortmund.
Die Bayern wollen natürlich den ersten Titel der Saison einfahren und dieses Prestigeduell für sich entscheiden. Auch wenn einige Spieler aufgrund des langen WM-Urlaubs erst deutlich später in das Training eingestiegen sind ändert sich nichts an der Erwartungshaltung.
Aber die letzten Spiele gegen den BVB waren allesamt kompliziert. In der Vorsaison gewann Bayern mit 3:2 und 2:1, eine Saison zuvor gab es zwei Remis (2:2, 1:1). Und bei den Dortmundern hat sich in diesem Sommer einiges getan. Vor dem direkten Duell lohnt sich also der Blick auf den Konkurrenten.
Der BVB-Kader hat sich deutlich verändert
Schon als Sportdirektor Ole Book sein Amt beim BVB übernahm kündigte er an, dass sich das Kaderbild zur neuen Saison deutlich verändern wird. Ankündigungen sind eine Sache, das in die Tat umzusetzen ist aber noch einmal eine andere Geschichte. Dass er es durchaus ernst meint wurde aber schnell klar.
Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan verließen den Klub ablösefrei. Cole Campbell und Julien Duranville, zwei „ewige Talente“, wurden verkauft und auch Karim Adeyemi verließ den Klub. Bei einer besseren Angebotslage wären wohl auch noch weitere Verkäufe über die Bühne gegangen.
Der „neue“ BVB soll jünger, frischer, dynamischer sein. Das war allen Beteiligten wichtig. Man wollte quasi back to the roots, wieder mehr auf Talente setzen. Das mag vielleicht riskant sein, kann aber vor allem nachhaltig zum Erfolg führen, wenn es gelingt, die richtigen Spielertypen dazuzuholen.

Zum ohnehin schon bestehenden Talentepool um Samuele Inacio und Luca Reggiani wurden noch Joane Gadou (19), Kaua Prates (18), Lustin Lerma (18) und Konstantinos Karetsas (18) hinzugefügt. Wobei Karetsas, der für 30 Millionen Euro kam, eher in die Kategorie Königstransfer einzuordnen ist.
Mittlerweile haben die Dortmunder auch noch dessen Landsmann Giannis Konstantelias, mit 23 schon fast ein alter Hase, verpflichtet. Beide sollen die Offensive der Dortmunder beleben. Joey Veerman (27), der aus Eindhoven kam, komplettiert den bisherigen Transfersommer des Teams von Ex-Bayern-Coach Niko Kovac.
Was bewirken die Veränderungen des BVB?
Der Kader der Schwarzgelben sieht also anders aus. Jugend forscht gemischt mit einer Portion Erfahrung und Führungsspielern. In der Vorbereitung konnten auch schon erste wichtige Erkenntnisse gewonnen werden und die Dortmunder zeigten ein wenig, wo die Reise hingehen kann. Das Spiel der Schwarzgelben war phasenweise flüssiger, schneller, direkter. Spieler wie Inacio, die sich etwas trauen, sorgen für Schwung.
Nach einem verschlafenen Start holte der BVB gegen die Roma kürzlich ein 2:2, zuvor wurde bei Arsenal mit 3:2 gewonnen. Dabei gab es ein Karetsas-Traumtor inklusive. Und es fehlten in beiden Spielen noch Veerman und Konstantelias, die gegen Bayern im Kader stehen dürften.
Niko Kovac, der in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurde, wird seinen Fokus auf gute Basics und eine solide Defensive nicht großartig verschieben, aber interessanter und wichtiger ist, welche Signale dem Kader gesendet werden. Die Spieler, sie sich in der Vergangenheit vielleicht eher auf ihrer Rolle ausgeruht haben, können das nicht mehr in dieser Form machen. Konkurrenz belebt das Geschäft, das ist keine Binsenweisheit.
Im Endeffekt will der BVB auf der Basis einer soliden Defensive immer mehr Eigeninitiative in der Offensive entwickeln. Durch die beiden technisch beschlagenen Griechen in den offensiven Halbräumen können sowohl Konter mit viel Raum nach vorne getragen werden als auch tiefstehende Abwehrreihen bespielt werden. Gegen Arsenal und die Roma war schon in Ansätzen erkennbar, wo die Reise hingehen kann.
Wie viel von der finalen Vision des „neuen BVB“ schon im Supercup erkennbar sein wird lässt sich nur schwer sagen, weil die Abläufe mit den neuesten Zugängen erst einmal eingeübt werden müssen. Es ist auch nicht sicher, dass der BVB überhaupt klar besser ist als in der letzten Saison. Aber er hat die Voraussetzungen geschaffen, um ein interessanter und hochkarätiger Gegner für den FC Bayern zu sein oder zumindest zu werden.










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