Mit Klaus-Michael Kühne hat der HSV seinen wichtigsten Förderer der vergangenen Jahrzehnte verloren. Der Unternehmer verstarb von Sonntag auf Montag im Alter von 89 Jahren.
Kaum eine andere Persönlichkeit prägte die jüngere Vereinsgeschichte finanziell so stark wie Kühne, der über viele Jahre hinweg hohe Millionenbeträge in seinen Herzensklub investierte. Die unmittelbaren Folgen seines Todes halten sich aus Sicht des Bundesligisten allerdings in Grenzen.
Noch vor einigen Jahren wäre die Situation deutlich dramatischer gewesen. Immer wieder sprang Kühne dem HSV finanziell zur Seite, unterstützte Transfers, gewährte Darlehen und half in schwierigen Phasen dabei, wirtschaftliche Engpässe zu überbrücken. Besonders in den 2010er-Jahren war die Abhängigkeit des Vereins von seinem prominenten Investor groß.

Inzwischen hat sich die Ausgangslage jedoch grundlegend verändert. Unter der Führung von Finanzvorstand Eric Huwer wurde der HSV wirtschaftlich saniert und auf deutlich stabilere Beine gestellt. Der Verein arbeitet seit geraumer Zeit daran, Investitionen und Infrastrukturprojekte aus eigener Kraft zu stemmen. Die Zeiten, in denen regelmäßig auf finanzielle Unterstützung aus der Schweiz gehofft wurde, sind längst vorbei.
HSV: Stadion-Frage bis 2029 geklärt
Auch auf gesellschaftsrechtlicher Ebene sind die wichtigsten Fragen bereits geklärt. Kühne hielt zuletzt 13,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG & Co. KGaA. Diese Beteiligung soll künftig in die Kühne-Stiftung übergehen, in der auch weitere Unternehmensbeteiligungen des verstorbenen Unternehmers gebündelt werden. Ein unmittelbarer Einfluss auf die Eigentümerstruktur des HSV ist deshalb nicht zu erwarten.
Bestehende Vereinbarungen bleiben ebenfalls intakt. Das gilt unter anderem für die Namensrechte am Volksparkstadion, die bis Ende 2029 vertraglich gesichert sind. Auch das im Jahr 2022 gewährte Darlehen für die Modernisierung des Stadions bleibt von Kühnes Tod unberührt. Im Aufsichtsrat herrscht ebenfalls Konstanz: Kühne-Vertrauter Markus Frömming behält der Bild zufolge seinen Sitz im Aufsichtsrat des HSV und fungiert dort unverändert als Aktionärsvertreter.









Kommentare