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Unruhe auf der HSV-Nordtribüne: Streit wegen der Zeugen Jehovas?
Nur die RauteNur die Raute·VonPhilipp Overhoff

Unruhe auf der HSV-Nordtribüne: Streit wegen der Zeugen Jehovas?

Auf der Nordtribüne des Volksparkstadions ist es beim 0:5 des HSV gegen Mainz zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Wie lauten die Hintergründe?

Wie das Hamburger Abendblatt am Montag berichtet, stehen diese offenbar im Zusammenhang mit dem Protest der aktiven Fanszene gegen die Vermietung des Stadions an die Zeugen Jehovas. Im Laufe der ersten Halbzeit hatten Anhänger mit deutlichen Spruchbändern Stellung bezogen. „Immer noch kein Airbnb und erst recht kein Königreichssaal. Im Volksparkstadion nur der HSV“, war zunächst zu lesen. Anschließend folgte die Botschaft: „HSV: Wenn die Haltung weicht, weil die Miete stimmt. Zeugen raus aus unserem Stadion.“

HSV-Fans
Foto: IMAGO

Die Kritik richtet sich damit sowohl gegen die Glaubensgemeinschaft als auch gegen die HSV-Führung. Diese hatte der Ausrichtung eines Kongresses im Sommer trotz vereinsinterner Diskussionen zugestimmt. Die Zeugen Jehovas hielten vom 14. bis zum 16. August eine dreitägige Veranstaltung im Volksparkstadion ab. Rund 75.000 Besucher wurden erwartet, darunter 5.000 Delegierte aus 25 Ländern. Weitere 90.000 Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung an vier zugeschalteten Standorten.

Umstritten sind die Zeugen Jehovas insbesondere wegen ihrer strengen Regeln zur Isolation, des Umgangs mit ausgeschlossenen Mitgliedern sowie medizinischer Verbote. Gleichzeitig sind sie seit 2017 in allen deutschen Bundesländern als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.

HSV-Fans wohl uneins über Protest

Offenbar sorgte der Gegenprotest nun auch innerhalb der HSV-Fanszene für Streit. Laut Abendblatt versuchten einzelne Anhänger, die Spruchbänder herunterzureißen. Infolgedessen entwickelte sich eine handfeste Prügelei, zu der schließlich Ordner gerufen werden mussten. Mehrfach eilten zudem Sanitäter auf die Nordtribüne, weshalb der Support seitens der Ultras vorübergehend eingestellt wurde.

Unklar bleibt, ob ausschließlich die Spruchbänder für die Eskalation verantwortlich waren. Möglich ist dem Abendblatt zufolge auch ein Zusammenhang mit der neuen Positionierung der Ultragruppen auf der Nordtribüne. Die HSV-Fanbeauftragten wollen den Vorfall daher aufarbeiten.

Quelle: Nur die RauteZum Original

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