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Chelsea-Umbruch: Hat Alonso bereits einen Kader für den Großangriff?
fussball-news.defussball-news.de·VonTill Gabriel

Chelsea-Umbruch: Hat Alonso bereits einen Kader für den Großangriff?

Unter Xabi Alonso will der FC Chelsea zurück an die Spitze der Premier League. Reicht es schon in diesem Jahr für den großen Wurf?

Hinter den Blues liegen enttäuschende Jahre. In der Premier League konnte Chelsea zuletzt in der Saison 2021/2022 so richtig überzeugen, als man unter dem heutigen englischen Nationaltrainer Thomas Tuchel auf Platz drei landete. Nach der Entlassung des Deutschen liefen die Londoner auf Platz zwölf, Platz sechs, Platz vier und Platz zehn ein. Zu wenig für die Ansprüche des zweimaligen Champions-League-Siegers.

Einzig unter Enzo Maresca war eine positive Entwicklung zu erkennen. Der Italiener, heute in Diensten von Manchester City, führte die Blues in der Saison 2024/2025 auf Rang vier und gewann sowohl die Conference League als auch die Klub-WM. Im Januar 2026 musste der Trainer jedoch gehen, Chelsea stürzte anschließend unter Liam Rosenior ab und verpasste das internationale Geschäft.

Teure Verkäufe: Chelsea verzeichnet Transfergewinn

Mit der Dreifachbelastung muss sich Xabi Alonso, der nächste Hoffnungsträger auf der Trainerbank, daher in seiner ersten Saison and der Stamford Bridge nicht beschäftigen. Der Spanier kann sich voll auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren und dort den mittlerweile alljährlichen Umbruch moderieren.

Auch im Sommer 2026 hat sich das Gesicht des Kaders grundlegend verändert. Neben vielen Leihen haben Leistungsträger wie Enzo Fernandez (für 145 Millionen Euro zu Manchester City) und Marc Cucurella (55 Millionen Euro, Real Madrid) die Blues verlassen. Da selbst Ergänzungsspieler wie Nicolas Jackson (55 Millionen Euro, Aston Villa), Liam Delap (52 Millionen Euro, Nottingham) und Andrey Santos (56 Millionen Euro, Manchester United) für enorme Summen verkauft werden konnten, hat Chelsea mehr Geld eingenommen als ausgegeben.

Xabi Alonso, Chelsea
Foto: IMAGO

Rund 450 Millionen Euro haben die Verkäufe in die Kassen gespült, 407 Millionen Euro gaben die Blues selbst für neues Personal aus. Stadtrivale Arsenal schnappte man Morgan Rogers vor der Nase weg, der Nationalspieler kam für 138 Millionen Euro von Aston Villa. Crystal-Palace-Verteidiger Maxence Lacroix wechselte für 60 Millionen Euro innerhalb Londons, zudem stießen die jungen Marco Palestra (57 Millionen Euro, Atalanta) und Geovany Quenda (50 Millionen Euro, Sporting) sowie Valentin Barco (40 Millionen Euro) und Emmanuel Emegha (25 Millionen Euro) von Partnerklub RC Strasbourg zum Kader.

Dass sich Chelsea Jahr für Jahr mit zahlreichen Talenten eindeckt, ist nichts Neues, unter Alonso verfolgten die Blues aber auch einen weiteren Ansatz. Die Routiniers Emiliano Martinez (33 Jahre), Danny Welbeck (35), Jordan Henderson (36) und Pep Chavarria (28) kamen für wenig Geld und sollen der jungen Mannschaft mit ihrer Erfahrung weiterhelfen. Ein durchaus vielversprechender Ansatz, zumal Alonso bei Bayer 04 Leverkusen bewiesen hat, dass er mit einem Korsett aus Führungsspielern einer hochtalentierten Mannschaft zum nächsten Schritt in ihrer Entwicklung verhelfen kann.

Neues magisches Dreieck? Alonsos System greift bereits

Wie weit diese Entwicklung an der Stamford Bridge bereits ist, lässt sich nach drei Spieltagen noch nicht final beantworten, erste Schlüsse lassen sich aus dem Saisonstart aber bereits ziehen. Alonso setzt auch bei Chelsea auf sein 3-4-2-1 aus Bundesliga-Zeiten. Gerade in der Offensive scheint das System bereits zu greifen, acht Tore sind gemeinsam mit Brighton and Hove Albion Ligaspitze.

Das Angriffsdreieck aus Cole Palmer und Morgan Rogers sowie der einzigen Spitze Joao Pedro ließ seine Extraklasse in den Spielen gegen Fulham, Brighton und Arsenal bereits aufblitzen und hat Potenzial, das Spiel der Blues über viele Jahre zu prägen. Alle drei haben bereits zwei Saisontore auf dem Konto. Mit Rogers haben Joao Pedro und Palmer endlich den dritten Star an ihrer Seite, der den Alleinunterhaltern der vergangenen Jahre in Sachen Kreativität und Torgefahr in nichts nachsteht.

Chelsea
Foto: IMAGO

Auch zwischen den Pfosten hat man eine jahrelange Baustelle behoben. Der erfahrene Martinez ist ein klares Upgrade gegenüber dem wankelmütigen Robert Sanchez und hat bei Aston Villa über mehrere Saisons hinweg bewiesen, dass er gerade in Top-Spielen ein Garant für wichtige Punkte sein kann.

Doch so clever Alonso den Umbruch auch angetrieben hat, so stark die Offensive auch ist und so viel mehr Sicherheit die Defensive durch Martinez auch bekommt, so eklatant sind noch die Schwächen zwischen Torwart und Sturm. Denn zur Wahrheit gehört auch: Bei den Siegen gegen Fulham (3:2) und Brighton (4:3) sowie dem 1:2 gegen Arsenal kassierten die Blues bereits sieben Gegentore.

Enzo-Transfer hat eine große Lücke gerissen

Die Dreierkette ist noch nicht ideal eingespielt, Lacroix, Wesley Fofana, Levi Colwill und Eigengewächs Josh Acheampong konnten bisher nicht dauerhaft überzeugen. Alle vier bringen jedoch zweifellos das Potenzial mit, sich an Alonsos Spielweise zu gewöhnen und in Zukunft stabiler zu agieren.

Mehr Kopfzerbrechen bereitet dem Spanier daher das zentrale Mittelfeld. Zwar ist Abräumer Moises Caicedo einer der Besten seines Fachs, nach dem Last-Minute-Abgang von Enzo in Richtung ManCity fehlt Chelsea jedoch ein Verbindungsspieler im Zentrum. Romeo Lavia ist nach langer Leidenszeit endlich wieder komplett fit, dem talentierten Belgier merkt man aber an, dass er seit seiner Ankunft aus Southampton vor drei Jahren bereits über 100 Spiele verletzt verpasst hat.

Xabi Alonso, Chelsea
Foto: IMAGO

Kapitän Reece James wirkte in seiner neuen Rolle als Sechser gegen Arsenal überfordert. Die Gunners beherrschten das Mittelfeld nach dem frühen Rückstand durch Rogers nach Belieben und legten so den Grundstein für den 2:1-Heimsieg gegen die Blues. Der Titelverteidiger ist derzeit die gefestigtste Mannschaft der Premier League und noch nicht der Maßstab für den Klub aus dem Westen Londons. Wie Chelsea im Vergleich zu den direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze steht, wird der Dezember verraten. Dann trifft die Alonso-Elf innerhalb von zwei Wochen auf Liverpool, ManCity und Aston Villa.

Chelseas Niederlage gegen Arsenal fasst den aktuellen Status des Alonso-Projekts passend zusammen. Die eingeschlagene Richtung stimmt, eine positive Entwicklung ist gerade in der Offensive nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist der Kader noch zu unausgewogen, um ganz oben anzugreifen. Enzo kann nicht intern ersetzt werden, spätestens im nächsten Sommer muss ein neuer Weltklasse-Achter her. Löst Alonso dazu noch die Anfangsprobleme in seiner Dreierkette, kann Chelsea 2027/2028 wieder um Titel mitspielen.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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