Der Kampf um den Ballon d’Or findet längst nicht mehr nur auf dem Fußballplatz statt. Wenige Wochen vor der Vergabe des prestigeträchtigsten individuellen Preises im Weltfußball bringen sich die Topstars auch öffentlich in Stellung. Besonders Kylian Mbappé und Lamine Yamal lassen dabei keinen Zweifel daran, wen sie als Gewinner sehen: sich selbst.
Mbappé formulierte seinen Anspruch zuletzt ausgesprochen selbstbewusst. „Es gibt keinen einzigen Spieler, der eine bessere Saison hatte als ich.“
Auch Yamal macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen. „Ich denke, in diesem Jahr hätte ich den Ballon d’Or verdient“, erklärte der Barcelona-Star.
Beide gehören zu den großen Anwärtern auf die Auszeichnung und betreiben wenige Wochen vor der Wahl durchaus Werbung in eigener Sache. Auffällig ist der Kontrast zu Harry Kane.
Der Bayern-Torjäger gehört nach seiner herausragenden Saison ebenfalls zum Kreis der Kandidaten, verzichtet bislang aber darauf, sich selbst offensiv zum Favoriten zu erklären.
Kane überlässt die Entscheidung den Wählern
Während Mbappé und Yamal ihre eigenen Leistungen öffentlich hervorheben, schlägt Kane einen deutlich zurückhaltenderen Ton an. „Ich bin stolz, zusammen mit meinen Teamkollegen nominiert zu sein, aber es liegt nicht in meiner Hand und hängt von den Wählern ab.“
Keine Forderung nach dem Ballon d’Or, keine öffentliche Erklärung, warum er besser als seine Konkurrenten gewesen sei. Kane verweist stattdessen auf die Wahl und nimmt sich selbst aus der Entscheidung heraus.
Dabei müsste sich der 33-Jährige mit seinen Leistungen keineswegs verstecken. Kane erlebte seine bislang erfolgreichste Saison beim FC Bayern, gewann mit den Münchnern das Double und erreichte das Halbfinale der Champions League. Auch individuell lieferte der Engländer erneut außergewöhnliche Zahlen und sicherte sich mit 36 Bundesliga-Treffern den Goldenen Schuh Europas.
Kane hat damit sportlich durchaus Argumente, um offensiver für sich zu werben. Seine Strategie ist offensichtlich eine andere.
Ballon d’Or wird auch zum öffentlichen Wahlkampf

Die unterschiedlichen Aussagen zeigen zugleich, wie verschieden die Stars mit der Ballon-d’Or-Wahl umgehen. Mbappé und Yamal nutzen die Öffentlichkeit, um ihren Anspruch klar zu formulieren. Kane lässt dagegen seine Leistungen sprechen.
Ob die öffentliche Eigenwerbung am Ende tatsächlich Einfluss auf die Abstimmung nimmt, lässt sich kaum messen. Die Gewinner werden von internationalen Journalisten gewählt. Wahrnehmung und öffentliche Debatten begleiten die Entscheidung allerdings zwangsläufig.
Es sind drei Weltstars mit demselben Ziel – aber mit völlig unterschiedlichen Strategien auf dem Weg zur begehrtesten individuellen Auszeichnung des Fußballs.










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