Nach seiner Karriere geriet Klaas-Jan Huntelaar in einen schweren Burnout. Jetzt spricht die Schalke-Legende offen über die Ursachen und seinen Weg zurück.
Klaas-Jan Huntelaar hat nach seinem Karriereende eine schwierige Zeit durchlebt. Der ehemalige Torjäger des FC Schalke 04 und der niederländischen Nationalmannschaft erlitt einen schweren Burnout. Nun spricht der 43-Jährige offen darüber, wie sehr ihn seine Tätigkeit bei Ajax Amsterdam belastete und warum selbst alltägliche Dinge zeitweise kaum noch möglich waren.
Nach seiner aktiven Laufbahn wechselte Huntelaar im März 2022 in die sportliche Führung von Ajax. Dort erwartete ihn ein völlig anderer Alltag als während seiner Zeit als Profi. Statt Training, Spielen und festen Abläufen bestimmten zahlreiche Aufgaben und eine nahezu permanente Erreichbarkeit seinen Tagesablauf.
„Mein Telefon stand permanent nicht still. Das kannte ich aus meiner Zeit als Fußballer überhaupt nicht“, erklärte Huntelaar gegenüber Sportnieuws.nl. Hinzu kam, dass seine Verantwortung innerhalb des Klubs schneller wuchs als ursprünglich vorgesehen. Nach dem Ausscheiden von Marc Overmars und später Edwin van der Sar musste der frühere Stürmer zunehmend weitere Aufgaben übernehmen. Huntelaar versuchte lange, mit der Belastung umzugehen.
Schalke-Legende Huntelaar kämpft sich nach Burnout zurück
Rückblickend erkannte er jedoch, dass er dabei seine eigenen Grenzen überschritten hatte. „Meine Batterie war leer“, beschrieb er den Moment, an dem schließlich nichts mehr ging. Ende 2023 zog er Konsequenzen und legte seine Tätigkeit bei Ajax aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Wie schwer ihn der Burnout getroffen hatte, zeigt seine Schilderung der ersten Zeit danach. „Ich war plötzlich komplett weg vom Fenster. Ich konnte mich nur noch auf eine Sache konzentrieren und habe alles andere um mich herum nicht mehr wahrgenommen. Eigentlich war ich einfach völlig ausgeknockt.“ Zeitweise war selbst Sport für den früheren Bundesliga-Stürmer nicht möglich. Mittlerweile arbeitet sich Huntelaar langsam zurück in einen aktiveren Alltag.
Er spielt wieder Padel und Fußball und absolviert unter anderem CrossFit sowie Personaltraining. Dabei versucht er allerdings, seinen früheren Ehrgeiz bewusst zu kontrollieren. „Ich will mich nicht zu sehr pushen. Sonst kommt wieder dieses Leistungssport-Gefühl hoch und man will der Beste sein. Dann stehe ich mir selbst wieder im Weg.“ Vollständig abgeschlossen ist seine Erholung noch nicht. Eine spätere Rückkehr in den Profifußball schließt Huntelaar dennoch nicht grundsätzlich aus.









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