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„Laufende Litfaßsäule“: Sky-Journalist schießt gegen Klopp zurück
fussball-news.defussball-news.de·VonVjekoslav Keskic

„Laufende Litfaßsäule“: Sky-Journalist schießt gegen Klopp zurück

Jürgen Klopps erste Kadernominierung als Bundestrainer sorgt weiter für Diskussionen. Diesmal geht es allerdings weniger um seine 44 nominierten Spieler als um eine Aussage über Journalisten. Nachdem Klopp die vorzeitige Veröffentlichung von DFB-Nominierungen scharf kritisiert hatte, meldete sich Sky-Reporter Patrick Berger nun mit deutlichen Worten zurück.

Klopp hatte sich auf seiner Pressekonferenz über die zahlreichen Namen geäußert, die bereits vor der offiziellen Bekanntgabe seines Kaders öffentlich geworden waren. Dabei erklärte der Bundestrainer: „Das ist einfach nur ein bisschen arm, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, dass du Dinge früher raushaust, als man sie eigentlich wissen müsste.“

Berger gehört zu den Journalisten, die im Vorfeld über mögliche Nominierungen berichtet hatten. Im Sport1-„Doppelpass“ machte er deshalb deutlich, dass er sich von Klopps Aussage durchaus angesprochen fühlte.

„Ich weiß nicht, ob ich jetzt arm bin, weil ich damit meinen Lebensunterhalt verdiene, aber nein, natürlich fühle ich mich da auch angesprochen, weil ich genauso dazu beigetragen habe, dass Namen vorab veröffentlicht wurden“, erklärte der Sky-Journalist.

Sky diskutierte intern über Klopps Kritik

Interessant: Klopps Aussagen sorgten offenbar auch innerhalb der Sky-Redaktion für Gesprächsbedarf. Laut Berger wurde diskutiert, wie man künftig mit solchen Vorabinformationen umgehen wolle. An den Gesprächen war demnach auch Transfer-Experte Florian Plettenberg beteiligt.

Berger verteidigte die Berichterstattung grundsätzlich. Es gehöre zur journalistischen Arbeit, Informationen zu recherchieren und öffentlich zu machen. Im konkreten Fall sei es nicht nur darum gegangen, Namen vorzeitig zu veröffentlichen. Vielmehr habe man auch herausfinden wollen, wie Klopp seine ersten Nominierungen vorbereitet und wie er mit den Spielern kommuniziert.

Gleichzeitig betonte Berger, dass er Klopps ersten großen Auftritt beim DFB insgesamt positiv bewertet. „Ich finde, es war insgesamt eine tolle Pressekonferenz. Er hat vieles richtig gemacht, um nicht fast zu sagen, alles richtig gemacht.“

Bei der Kritik an Journalisten zog er jedoch eine klare Grenze. Auch Vertreter anderer Medien seien über Klopps Wortwahl gestolpert.

Nach der Pressekonferenz habe es deshalb sogar ein direktes Nachspiel gegeben. „Es gab nach der PK noch einmal Kontakt. Wir haben dann das Gespräch gesucht, auch mit dem DFB, auch mit Marc Kosicke, der ja der Berater von Jürgen Klopp ist“, berichtete Berger.

Nach seiner Darstellung habe es dabei eine weitgehend einheitliche Einschätzung gegeben: „Es waren alle schon der Meinung, dass Klopp sich da im Ton vergriffen hat, dass das nicht in Ordnung ist.“

Berger bezeichnet Klopp als „laufende Litfaßsäule“

Besonders deutlich wurde Berger anschließend bei seiner persönlichen Bewertung. Er habe Klopps Worte als distanzierend und teilweise herablassend empfunden – gerade weil der Bundestrainer zuvor die Bedeutung der Medien für die Nationalmannschaft hervorgehoben habe.

Dann folgte der Konter: „Und das von jemandem, der sein Geld in dieser Branche verdient, der eine laufende Litfaßsäule im Hinblick auf Werbung ist. Dann jemandem Armseligkeit zu unterstellen, weil er damit den Lebensunterhalt verdient? Das fand ich im Ton etwas daneben.“

Für diese Aussagen erhielt Berger Applaus vom Publikum im „Doppelpass“.

Damit bekommt Klopps ansonsten viel gelobter Start als Bundestrainer ein erstes kommunikatives Nachspiel. Während Berger den sportlichen Auftritt und große Teile der Pressekonferenz ausdrücklich lobte, stößt die Wortwahl des Bundestrainers gegenüber den Journalisten bei ihm auf deutlichen Widerspruch.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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