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DFB-Abenteuer beginnt: Das sind Klopps Hoffnungsträger
fussball-news.defussball-news.de·VonCedric Greh

DFB-Abenteuer beginnt: Das sind Klopps Hoffnungsträger

,,Jürgen Klopp revolutioniert Deutschland.“ Das sagte das bekannte spanische Medium Mundo Deportivo über die erste Kaderbekanntgabe des neuen DFB-Nationaltrainers. Mit seinem insgesamt 44 Spieler umfassenden Aufgebot, verteilt auf zwei Gruppen, geht The Normal One ungewöhnliche Wege. Das hat auf der ganzen (Fußball-)Welt viel Aufsehen erregt.

Ganz so weit wie die iberische Presse muss man dann allerdings doch nicht gehen. Die Idee, möglichst vielen Kandidaten die Gelegenheit auf Spielzeit im Deutschland-Trikot zu geben, ist mit Blick auf das vier Länderspiele umfassende Programm mehr als nachvollziehbar.

Klar ist: Nach vielen Enttäuschungen in den letzten Jahren befindet sich die Nationalelf weiterhin im Umbruch. Die Vakanz an echten langfristigen Säulen bietet Chancen für junge Hoffnungsträger, die mit jedem Spiel mehr Verantwortung übernehmen sollen. Aus Ansätzen, einzelnen Momenten und Mutmaßungen über das Potential sollen konstante Top-Leistungen in der Realität werden. Die folgenden Jungs sind die vielversprechendsten Kandidaten.

Lennart Karl

Wer weiß: In einem Paralleluniversum verletzt sich Lennart Karl kurz vor der WM nicht, bestätigt seine starken Leistungen im Trikot des FC Bayern, drückt dem Turnier in den USA seinen Stempel auf und lässt keine Zweifel übrig, dass er in den kommenden Jahren ein wichtiger Baustein des DFB-Teams sein wird.

Dieses Szenario ist allerdings nur fiktiv. Insofern ergibt es Sinn, Karl in diese Auflistung mit dazu zunehmen. ,,Der Junge ist bereit.“ Klopp lobt den 18-Jährigen für seine freche Art, sein Selbstbewusstsein und die Arbeit an der physischen Stärke. Die fußballerischen Qualitäten des Bayern-Youngsters stehen ohnehin außer Frage, Klopp spricht von ,,herausragenden Momenten“ in Bezug auf die vergangene Saison des Senkrechtstarters.

Dass sich diese Momente verdichten und konstant abgerufen werden, ist Karl in jedem Fall auch im Trikot der Nationalmannschaft zuzutrauen. In der Bundesliga kommt der 18-Jährige nach seiner Verletzungspause immer besser in Fahrt. Ohnehin hat Klopp Karl in den zweiten Block verschoben um den Hoffnungsträger bloß nicht frühzeitig zu verheizen.

Yann Aurel Bisseck

13 Minuten. So lange durfte Yann Aurel Bisseck bei seinem DFB-Debüt im März 2025 beim Nations-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Italien auf dem Platz stehen. Anschließend verzichtete Julian Nagelsmann auf weitere Berufungen des Innenverteidigers.

Klopp holt den 25-Jährigen nun zurück in den Kreis der Nationalmannschaft. Dafür gibt es gute Gründe. Bisseck ist bei Inter Mailand mittlerweile unangefochtener Stammspieler und liefert konstant Top-Leistungen beim amtierenden Serie-A-Champion. Der 1,96m-Hüne hat eine beeindruckende Entwicklung genommen und seinen Marktwert mittlerweile auf 50 Millionen Euro gesteigert. Damit ist er knapp nach Nico Schlotterbeck der zurzeit zweitwertvollste deutsche Innenverteidiger.

Yann Aurel Bisseck
Foto: Getty Images

Der 25-Jährige ist also längst vom Geheimtipp zur heißen Aktie geworden. Ob Bisseck, der im jungen Alter darüber nachdachte die Fußballschuhe gegen den Arztkittel einzutauschen, auf lange Sicht gesehen eine Säule im DFB-Team werden kann? Antonio Rüdiger ist aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, Jonathan Tah grüßt mittlerweile von der ,,falschen“ Seite der 30-Jahre-Marke. Die Gelegenheit ist also gegeben, sich jetzt in den Vordergrund zu spielen. Neben dem gebürtigen Kölner Bisseck dürften diese Chance auch Malick Thiaw und der vielversprechende Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart sehen.

Said El Mala

Apropos Köln. Dort läuft Said El Mala für den Effzeh auf. Trotz vieler Wechselgerüchte hat sich der Flügelstürmer für eine Vertragsverlängerung entschieden und bleibt in der Domstadt.

Ob dieser Umstand für Jürgen Klopp eine Rolle bei der Nominierung gespielt hat? Fakt ist: Der 59-Jährige hat El Mala zurück in die Nationalelf geholt, nachdem Nagelsmann den Senkrechtstarter genau wie Bisseck nicht für die WM berücksichtigte. Leinen los also für El Mala, dessen Spielstil gut zu dieser Formulierung passt. In Top-Form ist El Mala auf dem Feld kaum in den Griff zu bekommen, für den Effzeh kreiert der 20-Jährige regelmäßig besondere Momente.

Darin liegt wiederum eine spannende Frage: In der Domstadt ist es El Mala gewöhnt, mit seiner individuellen Qualität den Alleinunterhalter zu spielen. Schafft er es, sich an die Umstände der Nationalelf zu gewöhnen und das Spotlight mit anderen Ausnahmekönnern wie Jamal Musiala, Florian Wirtz oder auch Lennart Karl zu teilen? Wenn ja, dann könnte El Mala auf längere Zeit ein echter Gewinn für das DFB-Team werden. Zumal der Linksaußen mit seiner leidenschaftlichen Spielweise gut zum bevorzugten Kloppschen‘ Fußballstil passt.

Phillip Treu

Ganz anders als beispielsweise seine Kollegen Karl und El Mala steht Phillip Treu kaum im Rampenlicht. Bei der Kaderverkündung gab es sicher Beobachter, die seinen Namen erst einmal nachrecherchieren mussten. Zu Unrecht, blickt man auf die Leistungen des Rechtsverteidigers.

In dieser Rolle trägt Treu maßgeblich dazu bei, dass der SC Freiburg in dieser Saison eines der momentan heißesten Teams der Liga ist. Die Breisgauer holten das ehemalige Eigengewächs vergangenes Jahr still und heimlich vom FC St. Pauli für eine mittlere einstellige Millionensumme zurück.

Phillip Treu
Foto: Getty Images

Treu bestätigt aktuell seine starke Debütsaison in Diensten des Sportclubs, besticht durch enorme Laufarbeit, Konstanz im Zweikampf und Passspiel, sowie Unterstützung der Offensive durch Flanken. Abgesehen davon könnte Treu von einem Wechsel auf der Rechtsverteidigerposition profitieren. Klopp sieht Kapitän Joshua Kimmich im Gegensatz zu Nagelsmann ausschließlich im zentralen Mittelfeld, es klafft also eine Lücke. Seit Phillip Lahm ist Deutschland (abgesehen von Kimmich) regelmäßig auf der Suche nach einer Rechtsverteidiger-Dauerlösung. Überzeugt Treu Klopp im Rahmen seiner ersten Schritte im DFB-Team hat er als einer der momentan aussichtsreichsten Kandidaten gute Chancen, sich den Job zu schnappen.

 

 

 

 

 

 

Quelle: fussball-news.deZum Original

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