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fussball-news.defussball-news.de·VonManuel Behlert

Noch mehr Druck: Europas Topligen nehmen Infantino in die Pflicht

Die Premier League hat sich mit La Liga, der Serie A und der Bundesliga zusammengetan, um nach dem Debakel um den Verkauf der WM-Rechte (FFE) dringende Reformen der Führungsstrukturen bei der FIFA zu fordern.

Gianni Infantino will derweil trotz aller Gegenstimmen und Unruhe im Weltverband weiter für eine vierte Amtszeit kandidieren und sieht die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen zur Beruhigung der Lage als völlig ausreichend an. Das sind sie aber nicht. So zumindest sehen es die Ligen.

Derweil haben die angesprochenen Ligen  eine scharf formulierte Erklärung abgegeben, in der sie Infantino in die Pflicht nehmen. Zuletzt hatten auch schon einige Funktionäre, darunter Hans-Joachim Watzke, klar gefordert, dass Infantino jetzt seinen Posten Räumen müsse.

Topligen greifen Infantino an

In einem sehr deutlich vorgetragenen Angriff auf Infantino warfen die vier größten europäischen Ligen dem FIFA-Präsidenten vor, „ausbeuterische Ideen“ zu fördern, die die Grundlagen des weltweiten Fußballs bedrohen. Sie verwiesen zudem auf die Affäre um Folarin Balogun und forderten mehr Kontrollmechanismen, um sicherzustellen, dass „einzelne Disziplinarangelegenheiten nachweislich vor politischer Einflussnahme geschützt bleiben“.

Gianni Infantino
Foto: Getty Images

Seit einiger Zeit herrschen erhebliche Spannungen zwischen den führenden europäischen Ligen und der FIFA, insbesondere wegen des zunehmend überfüllten Spielkalenders, der durch die Einführung neuer Wettbewerbe wie der Klub-Weltmeisterschaft noch verschärft wurde.

Die Interessenvertretung „European Leagues“ reichte vor zwei Jahren bei der Europäischen Kommission bereits eine Beschwerde gegen die FIFA ein. Und warf ihr auch noch missbräuchliche Praktiken vor. Diese Beschwerde wurde inzwischen auf den Frauenfußball ausgeweitet.

„Die langjährigen Grundpfeiler des Fußballs wurden in den letzten Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht. Eines, bei dem der FIFA-Präsident ausbeuterische Ideen aktiv gefördert hat, anstatt sich gegen sie zu wappnen“, hieß es in der Erklärung. „Und obwohl die Akteure des Fußballs letztendlich die Rücknahme des ‚FIFA Forward Enterprise‘-Programms erzwungen haben, bestehen die Umstände, die zu FFE geführt haben, weiterhin.“

Jetzt geht der Angriff also weiter. Infantino ist weiterhin das Gesicht der FIFA, aber eben auch das Gesicht des Problems. Und die Ligen wollen mit aller Macht verhindern, dass das so bleibt. Die erneute Erklärung ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Ob diese bedeutet, dass Infantino sich nicht zur Wahl stellt, bleibt abzuwarten. Und wohl auch anzuzweifeln. Es geht also auch um die Findung eines geeigneten Gegenkandidaten.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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