Beim FC Everton könnte ein Eigentümerwechsel bevorstehen. Die Friedkin Group, die den englischen Traditionsklub Ende 2024 übernommen hat, soll inzwischen offen für einen vollständigen Verkauf sein. Ursprünglich suchte die US-amerikanische Investorengruppe lediglich nach zusätzlichen Geldgebern, die sich mit einer Minderheitsbeteiligung einbringen sollten.
Wie The Athletic berichtete, wird mittlerweile auch der Verkauf der Mehrheitsanteile geprüft. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Friedkin Group einen Käufer findet, dem sie zutraut, Everton sportlich und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Everton hat selbst auch bestätigt, dass es Veränderungen geben könnte.
Einen schnellen Rückzug aus Liverpool plant die Gruppe demnach nicht. Solange kein geeigneter Interessent gefunden wird, sei sie bereit, den Klub weiter zu unterstützen. Obwohl man offen für einen Verkauf ist, soll man bei der Investorengruppe nach wie vor großen Stolz empfinden, Everton stabilisiert zu haben, und will einen neuen Eigentümer finden, der den Club auf das nächste Level heben kann.
Die US-Amerikaner hatten Everton im Dezember 2024 über ihre britische Investmentgesellschaft Roundhouse Capital übernommen. Dabei erwarben sie den 94-prozentigen Anteil des vorherigen Eigentümers Farhad Moshiri. Dessen Zeit bei den Toffees war von erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und gescheiterten Übernahmegesprächen mit mehreren potenziellen Investoren geprägt gewesen.
Nach dem Einstieg konzentrierte sich die Friedkin Group darauf, den Klub finanziell neu aufzustellen. Unter anderem wurden kostspielige Verbindlichkeiten umfinanziert und Darlehen mit günstigeren Konditionen vereinbart, die durch das neue Hill Dickinson Stadium abgesichert sind.
Zudem gewann Roundhouse bereits Minderheitsinvestoren: Der frühere Basketballtrainer Jason Kidd und der US-Milliardär Christopher Sarofim beteiligten sich im vergangenen Jahr.
Die Eigentümer sehen den Klub laut dem Bericht inzwischen in einer besseren Ausgangslage als zum Zeitpunkt der Übernahme. Das könnte Everton für einen möglichen Käufer attraktiver machen.
Unruhe nach schwierigem Transferfenster
Die Suche nach zusätzlichem Kapital wurde bekannt, nachdem Everton ein schwieriges und bei den Fans umstrittenes Sommertransferfenster erlebt hatte. Der Verein verkaufte Spieler im Wert von rund 100 Millionen Pfund und erzielte über die Transferperiode einen Gewinn von ungefähr 25 Millionen Pfund.
Am letzten Transfertag kam lediglich Rechtsverteidiger Ainsley Maitland-Niles für rund fünf Millionen Euro von Olympique Lyon. Ein geplanter Wechsel von Folarin Balogun von Monaco für etwa 45 Millionen Pfund scheiterte kurzfristig.

Auch der mögliche Verkauf von Nachwuchsspieler Harrison Armstrong an Nottingham Forest für rund 40 Millionen Pfund stieß bei den Anhängern auf Widerstand. Everton brach den Transfer schließlich ab.
Neben Everton gehören der Friedkin Group auch die AS Rom und der französische Klub AS Cannes. Außerdem arbeitet die Gruppe an einem NHL-Franchise in Houston. Ob es tatsächlich zu einem Verkauf der Toffees kommt, hängt laut The Athletic vor allem davon ab, ob ein aus Sicht der Eigentümer geeigneter Nachfolger gefunden wird.









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