Der FC Bayern hat beim 3:3 gegen Viking Stavanger einen bitteren Champions-League-Abend erlebt. Trotz einer beeindruckenden Aufholjagd reichte es für die Münchner am Ende nur zu einem Punkt. Nach dem Abpfiff war die Enttäuschung entsprechend groß. Besonders Konrad Laimer zeigte sich verärgert und übte deutliche Kritik an Schiedsrichter Georgi Kabakov.
Der Österreicher stand beim Gastspiel in Norwegen in der Startelf und erlebte eine turbulente Partie. Nach einem frühen 0:2-Rückstand kämpften sich die Bayern zurück und gingen zwischenzeitlich sogar mit 3:2 in Führung.
Doch nach dem Platzverweis von Michael Olise kippte die Begegnung erneut. In der Nachspielzeit kassierte der deutsche Rekordmeister noch den Ausgleich.
Im Anschluss haderte Laimer allerdings nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit mehreren Entscheidungen des Unparteiischen.
„Er wollte pfeifen, was er wollte“
Im Gespräch mit Amazon Prime Video schilderte der 29-Jährige eine Szene, bei der er nach einem Kontakt am Kopf zu Boden gegangen war.
Aus seiner Sicht hätte der Gegenspieler dafür verwarnt werden müssen. „Ich dachte nur, er trifft mich mit der Hand am Kopf. Und ich denke mir halt, das ist eigentlich eine Gelbe Karte“, erklärte Laimer.
Besonders deutlich wurde der Bayern-Profi anschließend bei seiner Bewertung der Schiedsrichterleistung. „Der Schiri wollte halt sowieso irgendwie pfeifen, was er wollte, aber das ist eine andere Geschichte“, schimpfte der Österreicher.
Für zusätzliches Unverständnis sorgte eine Entscheidung im Zusammenhang mit einer möglichen Kopfverletzung. Laimer musste nach der Spielunterbrechung das Spielfeld verlassen, obwohl er nach eigener Aussage keine medizinische Behandlung benötigt hatte. „Ich dachte auch immer, der Schiri muss ein Spiel unterbrechen bei Kopfverletzung“, erklärte der Mittelfeldspieler.
Der Unparteiische habe ihn zunächst gefragt, ob er medizinische Hilfe benötige. Laimer verneinte dies, musste das Feld anschließend aber trotzdem verlassen. „Ich dachte, die Regeln sind, ich muss nur raus, wenn medizinische Hilfe auf den Platz kommt“, sagte der Bayern-Star.
Laimer versteht das Regelwerk nicht
Trotz seiner deutlichen Kritik räumte Laimer ein, dass er die entsprechende Regel möglicherweise selbst nicht richtig verstanden habe. „Vielleicht bin ich auch falsch beim Regelwerk“, erklärte der 29-Jährige.
Vor allem die fehlende Erklärung der Entscheidung störte ihn. „Mir hat keiner das erklärt. Habe ich falsch aufgepasst bei der Regelschulung, dann ist das mein Ding“, ergänzte Laimer.
Die Szene passte aus Sicht des Bayern-Profis allerdings zu einem insgesamt unglücklichen Abend, an dem die Münchner gleich mehrfach mit Entscheidungen und eigenen Fehlern haderten.
„Es kann uns nicht passieren und darf nicht passieren“
Ungeachtet seiner Kritik am Schiedsrichter wollte Laimer die Verantwortung für den Punktverlust nicht ausschließlich bei Kabakov suchen. Vielmehr machte der Mittelfeldspieler deutlich, dass die Bayern das Spiel durch eigene Nachlässigkeiten aus der Hand gegeben hätten.
Vor allem die beiden Gegentore in der ersten Halbzeit seien inakzeptabel gewesen. „Es kann uns nicht passieren und darf nicht passieren“, stellte Laimer klar.
Dabei sprach er seiner Mannschaft keineswegs den Willen oder die Einsatzbereitschaft ab. „Es liegt nicht am Einsatz“, betonte der Österreicher.
Vielmehr müsse die Mannschaft in entscheidenden Situationen abgeklärter agieren. Jeder Spieler müsse auf dem Platz „ein bisschen schlauer“ handeln. Dass der FC Bayern trotz deutlicher Überlegenheit nicht als Sieger vom Platz ging, dürfte die Enttäuschung zusätzlich verstärken.
Die Münchner dominierten das Spiel statistisch mit 66 Prozent Ballbesitz und 25 Torschüssen. Auch beim Expected-Goals-Wert lag der deutsche Rekordmeister mit 3,51 zu 0,56 klar vorne.
Am Ende stand dennoch nur ein 3:3 auf der Anzeigetafel.
Für Laimer ist deshalb klar: Nicht nur die Schiedsrichterentscheidungen müssen aufgearbeitet werden. Auch die Bayern selbst müssen aus ihren Fehlern lernen, wenn sie solche Spiele künftig wieder gewinnen wollen.










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