Edin Dzeko erlebt beim FC Schalke 04 bislang einen schwierigen Saisonstart. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Mainz 05 blieb der erfahrene Stürmer weitgehend wirkungslos und musste anschließend mit einer Kopfverletzung ausgewechselt werden. Trotz der wachsenden Diskussionen über seine Rolle stellen sich Trainer Miron Muslic und Kapitän Kenan Karaman hinter den Angreifer.
Die Zahlen aus dem Mainz-Spiel fielen ernüchternd aus: Dzeko verzeichnete lediglich 19 Ballkontakte, absolvierte vier Sprints und kam zu keinem Torschuss. Nach 59 Minuten war sein Arbeitstag aufgrund einer tiefen Platzwunde am Kopf vorzeitig beendet. Damit setzte sich der bislang schwierige Saisonverlauf des 40-Jährigen fort.
Nach dem Ausfall von Moussa Sylla hatte Muslic gegen Mainz auf Dzeko als zentrale Spitze gesetzt. Wir haben nach dem Ausfall von Moussa Sylla eine klare Nummer neun gebraucht, einen Zielspieler. Und das ist Edin in unserem Kader“, erklärte Muslic. Der später eingewechselte Hee-chan Hwang sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht für einen Einsatz von Beginn an bereit gewesen.
Dass Dzeko kaum zur Geltung kam, wollte Muslic allerdings nicht allein dem Angreifer anlasten. „Wir müssen ihn in seine Stärken bringen. Das haben wir kollektiv nicht geschafft“, sagte der Coach nach der Partie.
Auch grundsätzlich hält der Schalker Trainer große Stücke auf den Routinier. „Edin hat eine Qualität, die uns helfen kann und helfen wird: Er ist ein super Zielspieler und überragend in der Box“, betonte Muslic. Entscheidend sei, dass die Mannschaft den Angreifer entsprechend einsetze und seine Qualitäten besser zur Geltung bringe.
Mulder sieht Dzeko als Joker
Ähnlich äußerte sich Kapitän Kenan Karaman. Für ihn wäre es falsch, die enttäuschende Vorstellung allein an Dzeko festzumachen. „Es lag nicht an Edin. Wir müssen ihn natürlich einsetzen. Sonst kann er auch nicht viel machen. Das allein an einem Spieler festzumachen, finde ich nicht richtig“, stellte der Offensivspieler klar.
Tatsächlich offenbarte Schalke gegen Mainz erhebliche Probleme im Spielaufbau. Abwehrspieler Timo Becker verwies darauf, dass die gesamte Mannschaft für die schwache Leistung verantwortlich ist. Schalke sei „von Anfang an nicht so richtig in die Duelle gekommen“, hätte „die Bälle zu schnell verloren“ und „ungezielte Bälle gespielt“. Da sei es „natürlich schwer für die Offensivspieler, daraus etwas zu machen“.
Sportdirektor Youri Mulder stellte dennoch infrage, ob Dzeko derzeit von Beginn an die beste Option ist. „Ich denke, dass er als Joker sehr wertvoll sein kann“, erklärte der 57-Jährige.
Gerade in der Schlussphase könne der Bosnier mit seiner Erfahrung und Abschlussqualität den Unterschied machen. Mulder ergänzte: „Er ist ein Spieler mit herausragender Qualität. Wenn man sie in den letzten Minuten braucht, dann gibt es vielleicht keinen Besseren.“

Noch kein Stürmertor
Die Diskussion dreht sich damit weniger um Dzekos grundsätzliche Fähigkeiten als um die Frage, wie Schalke diese am besten nutzen kann. Als Zielspieler im Strafraum kann der Angreifer seine Stärken ausspielen. Im schnellen Umschaltspiel werden dagegen seine altersbedingt begrenzten Temponachteile zum Thema.
Nach sechs Saisonspielen wartet Schalke weiterhin auf das erste Stürmertor. Insgesamt stehen bislang lediglich vier Treffer zu Buche. Umso wichtiger wird es für Muslic, Lösungen für die offensive Harmlosigkeit zu finden – unabhängig davon, ob Dzeko künftig in der Startelf steht oder zunächst als Einwechselspieler zum Einsatz kommt.
Der Routinier erhält von seinen Verantwortlichen und Mitspielern weiterhin Rückendeckung. Nun müssen Mannschaft und Trainer gemeinsam dafür sorgen, dass er seine Qualitäten auch auf dem Platz einbringen kann.










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