Lennart Karl sucht beim FC Bayern nach seiner Bestform. Ein früherer Bayern-Profi ist überrascht, dass Max Eberl den Youngster öffentlich so deutlich kritisiert.
Lennart Karl steckt beim FC Bayern aktuell in einer schwierigen Phase. Der 18-Jährige konnte nach seiner langen Verletzungspause bislang noch nicht an die starken Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen und saß beim 2:2 gegen den FC Arsenal trotz der Ausfälle in der Offensive zunächst nur auf der Bank.
Nach dem Champions-League-Spiel fand auch Max Eberl deutliche Worte zur aktuellen Situation des Youngsters. „Bei Lennart Karl ist es einfach so, dass er noch nicht sein Top-Niveau erreicht hat“, erklärte der Bayern-Sportvorstand. Für Ex-Bayern-Profi Markus Babbel war vor allem bemerkenswert, dass Eberl den Leistungsstand des Talents überhaupt so offen thematisierte.
„Mich hat es überrascht, dass Max Eberl Lennart Karls schwache Form sogar namentlich erwähnt hat. Das kennt man normalerweise nicht von Bayern“, sagte Babbel im Interview mit ran.
Der frühere Nationalspieler glaubt, dass hinter Eberls Aussage auch eine Botschaft an Karls Konkurrenz im Kader stecken könnte: „Ich glaube, da steckte schon auch eine Message an die Nachrücker dahinter: Wenn ihr reinkommt, erwarten wir mehr von euch. So habe ich es zumindest verstanden.“
Kompany setzt bei Karl weiter auf Geduld
Dass Karl derzeit noch nicht wieder auf seinem früheren Niveau spielt, hatte zuletzt auch Vincent Kompany eingeräumt. Der Bayern-Coach nahm den Offensivspieler nach dem Arsenal-Spiel jedoch ausdrücklich in Schutz und betonte, dass man dem 18-Jährigen die nötige Zeit geben werde.
Karl hatte sich kurz vor der Weltmeisterschaft einen Muskelbündelriss zugezogen und dadurch das Turnier verpasst. Erst Ende August kehrte er nach rund zwölf Wochen Pause auf den Platz zurück. Seitdem sucht der deutsche Nationalspieler noch nach seinem Rhythmus.
Schon vor dem Arsenal-Spiel war die Form des Youngsters ein Thema. Auch extern gab es zuletzt Zweifel daran, ob Karl aktuell schon wieder bereit für eine größere Rolle ist. Gegen Arsenal entschied sich Kompany trotz der Gelb-Rot-Sperre von Michael Olise gegen Karl in der Startelf.
Eberl erklärte nach der Partie, dass man mit Serge Gnabry und Alphonso Davies bewusst auf mehr Tiefe gesetzt habe. Karl sei nach seiner Einwechslung zudem nicht häufig genug in Eins-gegen-eins-Situationen gekommen.
Für Babbel ist die öffentliche Aussage des Sportvorstands dennoch ungewöhnlich. Beim FC Bayern sei es normalerweise nicht üblich, die schwächere Form eines jungen Spielers so deutlich zu benennen. Gleichzeitig könnte genau darin der Versuch liegen, Karl und den übrigen Reservisten zu mehr Leistung anzustacheln.
Für Kompany ändert sich an der grundsätzlichen Einschätzung seines Talents allerdings nichts. Der Trainer hatte nach dem Arsenal-Spiel deutlich gemacht, dass er sich um Karl keine Sorgen mache und fest mit dessen Rückkehr zur alten Stärke rechne.










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