Dem FC Bayern steht am Dienstagabend in der Champions League eine unangenehme Aufgabe bevor. Die Münchner gastieren bei Atlético Madrid und treffen dort auf eine Mannschaft, die für ihre intensive und körperbetonte Spielweise bekannt ist. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus warnt den deutschen Rekordmeister nun mit deutlichen Worten vor den Spaniern und insbesondere deren Trainer Diego Simeone.
Matthäus kennt den Argentinier noch aus seiner aktiven Karriere. Während der heutige Atlético-Coach damals selbst als Mittelfeldspieler auf dem Platz stand, bekam der frühere Bayern-Star dessen kompromisslose Spielweise mehrfach zu spüren. Die Erinnerungen daran sind offenbar bis heute präsent.
Vor dem Champions-League-Duell schilderte Matthäus als TV-Experte, wie Simeone während seiner Zeit bei Pisa gezielt auf gegnerische Spielmacher angesetzt wurde. Dabei sei der Argentinier alles andere als zimperlich vorgegangen.
Matthäus über Simeone: „Der hat getreten und getreten“
„Der hat getreten und getreten“, erinnerte sich Matthäus an die damaligen Begegnungen mit Simeone.
Die Zweikämpfe seien derart intensiv gewesen, dass der ehemalige Weltfußballer sogar über zusätzliche Schutzmaßnahmen nachgedacht habe. „Da habe ich mir gesagt, da brauchst du hinten und vorne Schienbeinschützer“, erklärte der 65-Jährige.
Besonders bemerkenswert fand Matthäus, dass Simeone selbst vor seinen eigenen Landsleuten keinen Halt machte. „Der hat auch einen Maradona getreten – als Argentinier! Seinen Kapitän in der Nationalmannschaft hat er getreten. Das musst du dir mal vorstellen! Der hat Schaum vor dem Mund gehabt.“
Nach Ansicht des Rekordnationalspielers hat Simeone diese Mentalität auch auf seine Mannschaft übertragen.
„Eine dreckige, unangenehme Mannschaft“

Atlético Madrid gilt seit Jahren als besonders unangenehmer Gegner. Bereits Thomas Müller hatte die Spanier einst als „die größten Rabauken“ im europäischen Fußball bezeichnet.
Matthäus konnte dieser Einschätzung einiges abgewinnen, ging mit seiner Wortwahl allerdings noch einen Schritt weiter. „Rabauken – das ist ja ein nettes Wort. Wenn er jetzt Treter gesagt hätte … Das ist eine dreckige, unangenehme Mannschaft“, erklärte der frühere Bayern-Profi.
Hinzu kommt die besondere Atmosphäre im Stadion der Madrilenen. Auch die Anhänger würden die aggressive Spielweise ihrer Mannschaft bedingungslos unterstützen. „Die sind genauso bekloppt wie der Simeone, positiv bekloppt“, sagte Matthäus über die Atlético-Fans.
Für den FC Bayern dürfte die Begegnung deshalb nicht nur spielerisch, sondern auch mental und körperlich zur Herausforderung werden.
Gerade angesichts der aktuellen Verletzungssorgen kommt das Duell für die Münchner zu einem schwierigen Zeitpunkt. Mit Ismael Saibari, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Luis Díaz fehlen mehrere wichtige Offensivspieler.
Dennoch sieht Matthäus in der Partie auch eine wertvolle Erfahrung für die Mannschaft von Vincent Kompany. „Eine Herausforderung. Aber da musst du durch und kannst was lernen. Denn du spielst ja nicht jede Woche in so einem Hexenkessel, gegen so eine Mannschaft, mit dieser Art und Weise, wie sie Fußball spielen. Wird ein schönes Spiel.“
Für die Bayern wird es am Dienstagabend vor allem darauf ankommen, sich von der aggressiven Spielweise der Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Matthäus jedenfalls erwartet einen intensiven Champions-League-Abend.










Kommentare