Der HSV will den Hamburger Nachwuchsfußball voranbringen. Doch trotz erster Fortschritte sieht Co-Trainer und Nachwuchs-Chef Loic Favé noch reichlich Luft nach oben. Beim LOTTO-Talk des Hamburger Fußball-Verbandes am Montagabend formulierte der 33-Jährige klare Ansprüche und nahm dabei die gesamte Stadt in die Verantwortung.
Unter dem Motto „Vom Profi-Traum in die Bundesliga: Wie kann und sollte sich Hamburgs Fußball entwickeln?“ diskutierte Favé gemeinsam mit St. Paulis Trainer Marcel Rapp und HFV-Präsident Christian Okun über die Zukunft des Nachwuchsfußballs. Dabei machte der HSV-Coach deutlich, dass die Möglichkeiten der fast zwei Millionen Einwohner zählenden Hansestadt längst nicht ausgeschöpft seien.
„Mit der großen Stadt könnte man noch viel besser arbeiten“, zitiert die Bild Favé: „Wir alle sollten den Anspruch höher setzen, wie über eine Breite und bessere Möglichkeiten im Kinder-Fußball noch mehr Spieler aus Hamburg den Sprung in die Top-5-Ligen schaffen können.“

Genau dort setzt die HSV-Initiative „Hamburg wächst“ an. Der Bundesligist möchte Amateurvereine bei ihrer Entwicklung unterstützen, professionellere Strukturen ermöglichen und insbesondere die Ausbildung der Jugendtrainer verbessern. Dazu stellt der HSV eigene Trainingskonzepte zur Verfügung und plant Vor-Ort-Aktionen mit seinen Profis. Das Ziel: den Nachwuchsfußball in Hamburg ganzheitlich stärken, damit mehr Talente ihr Potenzial ausschöpfen können. Davon könnte und soll perspektivisch auch der HSV als Speerspitze des Hamburger Fußballs profitieren.
HSV will als gutes Beispiel vorangehen
Favé sieht den eigenen Klub deshalb ausdrücklich in der Verantwortung: „Für uns ist es wichtig, in der Struktur zu verankern, dass wir als HSV eine Verantwortung für den Hamburger Kinder- und Amateur-Fußball haben und den Vereinen helfen wollen.“ Die Resonanz aus den Amateurklubs sei bereits sehr positiv.
Wie unterschiedlich die Voraussetzungen innerhalb der ersten beiden Ligen sein können, verdeutlichte unterdessen Rapp. Der St.-Pauli-Trainer verwies auf die schwierigen infrastrukturellen Bedingungen am Kiez und seine gegensätzlichen Erfahrungen bei der TSG Hoffenheim, wo er zwischen 2013 und 2021 in verschiedenen Funktionen als Jugendtrainer tätig war. Im Kraichgau seien die Möglichkeiten für die Nachwuchsarbeit deutlich besser gewesen, so Rapp.










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