Es gab Zeiten, da galt Timo Werner als einer der besten Stürmer Deutschlands. Dass der mittlerweile 30 Jahre alte Angreifer echte Extraklasse besaß, zeigt der Blick auf seine Bilanz. In 57 Länderspielen gelangen ihm starke 24 Treffer. Doch wenn sein Name fällt, denken die meisten Fans sofort an eine ganz andere Geschichte.
Werner hat sich im Podcast The Late Run offen zu den psychischen Auswirkungen jahrelanger Anfeindungen geäußert. Laut t-online schildert er dort, wie ihn die Pfiffe und Schmährufe in den Stadien Deutschlands und Englands auch in seinem Privatleben belastet haben. Auslöser der anhaltenden Kritik war eine Aktion Werners in einem Spiel gegen den FC Schalke 04 im Dezember 2016.
Im Trikot von RB Leipzig hatte er damals im Spiel gegen die Königsblauen versucht, einen Strafstoß zu schinden. Schiedsrichter Bastian Dankert (46) fiel auf die Schwalbe herein und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Werner ließ sich die Chance nicht entgehen und traf zum 1:0 für die Sachsen (Endstand: 2:1).
Die anschließende Welle der Kritik begleitete ihn durch seine komplette restliche Bundesliga-Zeit. „Weil ich einmal eine Schwalbe gemacht habe. Danach waren sie dort jahrelang hinter mir her“, berichtet Werner. Fußballfans kreierten sogar einen eigenen, diffamierenden Schmähgesang.
„Viel Scheiße durchmachen“
Selbst ein Transfer in die Premier League zum FC Chelsea 2020 brachte dem Angreifer keine Ruhe, da die Ablehnung der Zuschauer auch in England anhielt. In dem Podcast verdeutlicht Werner, wie tiefgehend ihn die fortwährenden Schmähungen psychisch belasteten. „Ich habe in meiner Karriere viel Scheiße erlebt. Auch in Deutschland musste ich viel Scheiße durchmachen“, findet der 30-Jährige deutliche Worte für seine Erfahrungen. „In keiner Stadt, in die ich kam, konnte ich mich ungestört aufhalten.“

Die psychische Belastung führte den Angreifer zeitweise in eine tiefe Krise. „Ich saß zu Hause und war wirklich, wirklich am Boden. Ich habe mich gefragt: ‚Was zur Hölle? Egal in welches Stadion ich komme, überall werde ich ausgebuht’“, beschreibt Werner seine damalige Hilflosigkeit. Rückblickend betont er seine Resilienz: „Aber ich habe immer weitergemacht, ich habe nie das Handtuch geworfen. Ich bin immer wieder auf den Platz gegangen, obwohl ich wusste, dass mich 60.000 oder 70.000 Leute ausbuhen. Ich habe all diese schweren Momente überstanden, um am Ende noch schönere Erlebnisse zu haben.“
Nach 260 Einsätzen in der Bundesliga mit 102 Treffern sowie 87 Spielen in der Premier League (12 Tore) wechselte Werner im Januar 2026 in die nordamerikanische Major League Soccer (MLS) zu den San José Earthquakes.










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