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Daka plötzlich HSV-Kapitän: Warum die Wahl auf ihn fiel
Nur die RauteNur die Raute·VonPhilipp Overhoff

Daka plötzlich HSV-Kapitän: Warum die Wahl auf ihn fiel

Vor Saisonbeginn legte der HSV eine klare Reihenfolge fest: Nicolai Remberg ist Kapitän, seine Stellvertreter sind Sambi Lokonga und Nicolas Capaldo.

Blöd nur, dass mit Remberg und Capaldo aktuell zwei Drittel des Führungstrios ausfallen. Im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt (1:3) trug Lokonga daher die HSV-Binde. Nach 73 Minuten musste der Belgier, der zuletzt ebenfalls mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte, allerdings vom Feld.

Der nächste logische Anwärter auf das Kapitänsamt war Miro Muheim. Doch der Schweizer wurde zeitgleich mit Lokonga ausgewechselt und trug die Binde nur für wenige Sekunden. Weitere naheliegende Kandidaten wären Yussuf Poulsen oder Daniel Heuer Fernandes gewesen, die aus unterschiedlichen Gründen aber nicht auf dem Platz standen.

Letztlich wanderte die Verantwortung also zum gerade erst eingewechselten Patson Daka – einem Spieler, der erst seit rund drei Monaten beim HSV unter Vertrag steht und auf 314 Pflichtspielminuten im Dress der Rothosen kommt. Ein exemplarischeres Symbol für die derzeitige Verletztenmisere hätte es wohl kaum geben können.

Patson Daka
Foto: IMAGO

Daka ist beim HSV schon Führungsspieler

„Ehrlicherweise war es im Vorwege nicht geregelt, dass Pato die Kapitänsbinde übernimmt“, räumte Merlin Polzin später ein. Mit einem Schmunzeln erklärte der HSV-Coach: „Ich weiß nicht, wie viele Spieler aus unserem Führungsspielerkreis nicht zur Verfügung standen, aber wenn sechs oder sieben Jungs nicht auf dem Platz sind, dann kommt die Binde auch an seinen Arm.“

Obwohl Dakas kurzzeitiger Aufstieg zum Kapitän somit eher den aktuellen Umständen geschuldet war, wollte Polzin die Anführerqualitäten des Sambiers keinesfalls unter den Teppich kehren. „Sein Wort in der Kabine hat Gewicht. Er trägt viel dazu bei, dass die Kultur, die uns wichtig ist, unterstützt wird. Daran hatte er in den vergangenen Wochen und Monaten einen wichtigen Anteil und wird das auch in Zukunft tun“, erklärte der 35-Jährige.

Ebenfalls positiv: Der Druck, der naturgemäß mit dem Tragen der HSV-Binde einhergeht, schien Daka nichts auszumachen. Ganz im Gegenteil. Der Stürmer belebte das hanseatische Offensivspiel spürbar und leitete mit seinem Abschluss den Anschlusstreffer zum 1:3 ein. In der Nachspielzeit hätte er mit einem Kopfball dann beinahe selbst für den zweiten Treffer gesorgt. Für weitere Einsätze bewarb sich Daka also mit Nachdruck. In die Rolle des Kapitäns dürfte er dann allerdings eher nicht mehr schlüpfen.

Quelle: Nur die RauteZum Original

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