Die Ausgangslage könnte einfacher sein: Nach zwei Niederlagen zum Auftakt steht dem HSV ausgerechnet ein schweres Auswärtsspiel bei Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig bevor.
Die Hoffnungen vieler Fans auf die heiß ersehnten ersten Punkte dieser Saison sind dementsprechend gering. Doch obwohl die Hamburger am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr, DAZN) selbstverständlich als klarer Außenseiter antreten, gibt es durchaus Grund für Optimismus. Der sächsische Gegner ist seinerseits nicht berauschend in die neue Spielzeit gestartet und unterlag erst am vergangenen Wochenende mit 1:3 bei Werder Bremen. Zudem ist RB am Donnerstag noch in der Champions League im Einsatz.
Ein weiterer Mutmacher: Obwohl die Gesamtbilanz in der Bundesliga mit vier Niederlagen, einem Unentschieden und nur einem Sieg deutlich zu Ungunsten der Rothosen ausfällt, waren die letzten drei Auswärtsfahrten in das knapp 400 Kilometer entfernte Leipzig auf unterschiedliche Art und Weise immer von Erfolg gekrönt – oder zumindest von einem Achtungserfolg.
HSV dominierte als Aufsteiger in Leipzig
Dieser gelang den Hamburgern in der Vorsaison. Am 7. Spieltag reiste der HSV nur wenige Wochen nach seiner Bundesliga-Rückkehr als absoluter Underdog in die Messestadt. Mit einem 4:0-Heimsieg über den 1. FSV Mainz 05 im Gepäck zeigte die Mannschaft von Merlin Polzin jedoch einen mehr als respektablen Auftritt. Obwohl die Partie trotz eines Treffers von Sambi Lokonga letztlich mit 1:2 verloren ging, waren sich die Beobachter einig: Der Aufsteiger hatte eine Top-Leistung gezeigt. Tatsächlich sprachen Ballbesitz-, Pass- und Torschussstatistiken allesamt für die Hanseaten. Lediglich zu einem Punktgewinn reichte es nicht ganz.
Sensationspunkt mitten im Abstiegskampf
Ein solcher gelang dem HSV mehr als sieben Jahre zuvor im Januar 2018. In seiner Abstiegssaison enttäuschte der Nordklub über weite Strecken auf ganzer Linie, reiste am 20. Spieltag als Tabellenvorletzter zum amtierenden Vizemeister nach Leipzig. Unter Neu-Trainer Bernd Hollerbach, der erst wenige Tage zuvor auf den entlassenen Markus Gisdol gefolgt war, gelang gegen Timo Werner, Marcel Sabitzer und Co. ein völlig überraschender Punktgewinn. Den frühen 0:1-Rückstand egalisierte Filip Kostic in der 29. Minute nach Vorlage von Gideon Jung. Anschließend brachte der HSV dieses Ergebnis mit ganz viel Kampf und noch mehr Leidenschaft über die Zeit. Doch es half alles nichts: Knapp vier Monate später stand der erste Abstieg der Vereinsgeschichte fest.

Ein Kantersieg mit Signalwirkung
Um ein Haar hätte es die Hamburger bereits ein Jahr früher erwischt. In der Spielzeit 2016/17 rettete sich der damalige Bundesliga-Dino erst am 34. Spieltag durch einen 2:1-Heimsieg über den VfL Wolfsburg. Mitentscheidend auf dem Weg zum Klassenerhalt war aber auch, was am 11. Februar 2017 passierte. Auch damals gastierte der krisengeplagte HSV am 20. Spieltag bei den formstarken Leipzigern. Allen schlechten Vorzeichen zum Trotz lieferten die Gisdol-Schützlinge jedoch eine ihrer besten Saisonleistungen ab. Klar und deutlich siegten sie bei RB mit 3:0. Die Tore erzielten Kyriakos Papadopoulos, Walace und Aaron Hunt. „Wir waren perfekt auf den Gegner eingestellt“, erklärte Keeper René Adler im Anschluss und lag damit goldrichtig. Der HSV weiß also, wie man in Leipzig bestehen kann!










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