Ex-HSV-Star Sonny Kittel hat jetzt Details über die dramatische Zeit beim HSV verraten und über einen geplatzten Wechsel zum FC St. Pauli gesprochen.
Kittel war rund 15 Jahre lang als Fußballprofi aktiv. Seine Karriere war dabei stets von Höhen und Tiefen geprägt, was unter anderem auf schwerere Knieverletzungen zurückzuführen ist. Vor allem seinem Talent und seinem unbändigen Willen ist es zu verdanken, dass er sich davon nicht unterkriegen ließ und immer wieder zurückkam. In der Doku „Standing Ovations – Der Karriere-Rückblick“ sprach er nun über diese bewegendsten Momente, über die die MOPO berichtet.
Grundsätzlich war der HSV der Verein, bei dem er die meisten Einsätze bestritt. In 140 Spielen stand er für die Rothosen auf dem Platz, erzielte 36 Tore und bereitete 40 Treffer vor. Sein großer Traum vom Aufstieg mit dem HSV blieb jedoch unerfüllt. Er platzte gleich mehrfach. Die jeweils damit verbundenen Ereignisse zählen zu den dramatischsten seiner ganzen Laufbahn.
Größtes HSV-Trauma: Der Beinahe-Aufstieg
Nach seinem Wechsel aus Ingolstadt im Jahr 2019 bot sich direkt am letzten Spieltag seiner ersten HSV-Saison die große Chance. Doch die Hamburger verloren damals mit 1:5 im Volksparkstadion gegen Sandhausen, obwohl ein Unentschieden für die Relegation gereicht hätte. Kittel selbst bezeichnet das als „unfassbar“, liefert aber direkt einen plausiblen Grund: die Niederlage am Spieltag zuvor gegen Heidenheim. Die Stimmung beim HSV sei im Keller gewesen, weil die Spieler schlicht nicht akzeptieren konnten, dass der direkte Aufstieg verspielt war und es nur noch um die Relegation ging.

Auch in den Jahren danach habe der HSV es am Ende „immer wieder selbst verhauen“. Da wäre zum Beispiel das verlorene Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC nach einer guten Ausgangsposition im Hinspiel. Oder der dramatische Saisonendspurt 2022/23: Der Traum von der Bundesliga-Rückkehr schien schon sicher, während in Regensburg noch gespielt wurde. Doch mit zwei Toren in der schier endlosen Nachspielzeit zog Heidenheim im Fernduell noch vorbei.
Für den mittlerweile 33-Jährigen war das eine der schlimmsten Erfahrungen seiner HSV-Zeit: „Ich hatte ab der 60. Minute Gänsehaut am ganzen Körper. Ich habe überall strahlende Gesichter gesehen und gedacht: Jetzt haben wir es wirklich geschafft. Das sind Gefühle und Emotionen, die kann man sich nicht vorstellen. Was dann passiert ist, ist unerklärlich.“
Kittel wäre fast bei St. Pauli gelandet
Zu früh gefreut: Es kam alles zusammen, was zusammenkommen konnte, und der Aufstiegstraum lebte danach nur noch für zwei Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart, die beide verloren gingen. Für Kittel platzte damit die letzte HSV-Hoffnung. Er lief anschließend nie wieder für die Hamburger auf. Auch sein Abschied spielte ihm persönlich nicht in die Karten. Wie die MOPO berichtet, hätte er gerne verlängert, doch dazu kam es nicht mehr. Kittel gab zu, dass ihm dabei „ein bisschen die Wertschätzung gefehlt“ habe.

Die Zeit in Hamburg bleibt für ihn dennoch die intensivste seiner Karriere. Dass er überhaupt bei den Rothosen und nicht beim Stadtrivalen landete, war reiner Zufall: 2014 wollte er Eintracht Frankfurt verlassen und stand bereits in weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem FC St. Pauli. Bevor es zum Transfer kam, zog er sich jedoch einen Knorpelschaden zu, woraufhin der Wechsel platzte. Wäre er damals zu den Kiezkickern gegangen, wäre der spätere Weg zum HSV wohl kaum so verlaufen.










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