Der HSV fand nur sehr schleppend in die neue Bundesliga-Spielzeit. Einige Spieler befanden sich an den ersten vier Spieltagen weit von Topform entfernt.
Dazu gehörten auch Leistungsträger wie Kapitän Nicolai Remberg oder sein Mittelfeld-Nebenmann Albert Sambi Lokonga. Beide erreichten noch nicht das Niveau der Vorsaison. Dennoch genießen sie angesichts der vorhandenen Qualitäten weiterhin das uneingeschränkte Vertrauen des Trainerteams um Merlin Polzin. Andere Profis hingegen verloren ihren Stammplatz oder spielten noch gar keine Rolle.
Besonders schwer taten sich die uehn Neuzugänge. Insgesamt investierte der HSV alleine 30 Millionen Euro an Ablöse – bislang mit durchwachsenem Erfolg. Während Zakaria El Ouahdi oder David Møller Wolfe bereits andeuteten, dass sie die Mannschaft verstärken können und bei Fábio Vieira jederzeit mit dem Durchbruch gerechnet werden muss, fand die Mehrzahl noch keinen festen Platz im Team.
HSV: Frühe Zweifel an Bornauw
Eine klare Rolle war für den kurz vor Pflichtspielstart aus Leeds geliehenen Sebastiaan Bornauw vorgesehen. „Er bringt die körperliche Präsenz, die Zweikampfstärke und die Qualitäten im Kopfballspiel mit, die wir uns für unsere Defensive wünschen. Darüber hinaus zeichnet ihn eine reife und konsequente Spielweise aus. Sebastiaan ist ein führungsstarker Spieler, der auf und neben dem Platz Verantwortung übernimmt und eine Abwehr organisieren kann“, so Sportdirektor Claus Costa bei der Vorstellung.
Doch davon war bislang nur wenig zu sehen. Nach einem soliden Pokalspiel in Verl (3:0) wusste der als Nachfolger von Überflieger Luka Vuskovic geholte Belgier in der Bundesliga noch nicht zu überzeugen. Bei der 0:5-Klatsche gegen Mainz wurde ihm gar ein Knoten in die Beine gespielt. Wiedergutmachung konnte Bornauw nicht betreiben. Verletzungsbedingt verpasste er die anschließenden Spiele gegen Leipzig und Köln.
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So gelang es dem aufgrund seiner früheren Tätigkeiten in Köln und Wolfsburg als Soforthilfe verpflichteten 27-Jährigen nicht, die besonders im Vereinsumfeld bestehenden Zweifel auszutreiben, ob er der geeignete Mann sei, um die in der Vuskovic-Abstinenz zumeist wacklige Dreierkette zu lenken. Stattdessen ließ die Gegentorflut Rufe nach der Verpflichtung eines vertragslosen Innenverteidigers – wie etwa dem inzwischen zu Udinese Calcio gewechselten David Alaba – aufkommen.
Der HSV verzichtete letztlich auf diesen Schritt. Auch weil ein anderer Hoffnungsträger bald wieder bereitsteht. Mario Vuskovic stieg nämlich nach vierjähriger Dopingsperre wieder ins Mannschaftstraining ein und erntete bereits sowohl von Trainern als auch Mitspieler viel Lob. Spielberechtigt ist er allerdings erst zum Nordderby gegen Werder Bremen. Spätestens bis dahin sollte sich Bornauw etabliert haben, um seinen Stammplatz nicht zu verlieren.
Amoako ist komplett außen vor
Eine andere Ausgangslage besaß Kofi Amoako, war er doch der erste Neuzugang und absolvierte die gesamte Vorbereitung mit der Mannschaft. Trotzdem erhielt er noch nicht eine einzige Einsatzminute. Dabei leidet der deutsche Junioren-Nationalspieler auch unter der Konkurrenzsituation. Der defensive Mittelfeldspieler bringt nämlich ein ähnliches Profil wie Remberg mit. Am Kapitän gibt es jedoch aktuell kein Vorbeikommen.

Auch die zweite Planstelle im Zentrum ist durch Lokonga vorerst besetzt. Dazu hat Amoako den Sprung aus dem Zweitliga-Abstiegskampf mit Dynamo Dresden hin zum HSV noch nicht ganz geschafft. So offenbarte es zumindest Co-Trainer Loic Favé: „Ich glaube, es ist ganz normal, sich erst mal wieder an die Spielintensität zu gewöhnen, auch im Training. Die Schritte muss er gehen. Er ist ein junger Spieler.“
Nachdem der Rechtsfuß in Leipzig erkrankt fehlte, reichte es gegen Köln noch nicht einmal mehr für einen Kaderplatz. Amoako musste sich auch hinter Bilel Nadir, der schon zum Zug kam, aber ebenfalls noch nicht positiv in Erscheinung trat, einreihen. Bei allem Talent wird er sich daher deutlich steigern müssen, um schon in dieser Saison ein Faktor beim HSV sein zu können.
Durch Grønbaek-Aus: Neue Chance für Adeline?
Mit großen Vorschusslorbeeren wechselte Martin Adeline in den Volkspark, nachdem er beim französischen Zweitligisten Troyes mit zehn Toren und elf Vorlagen maßgeblich zum Aufstieg beitrug. „Martin bringt genau die Qualitäten mit, die unser Spiel bereichern und uns neue Optionen und damit Flexibilität eröffnen. Gleichzeitig passt er mit seiner Persönlichkeit und seiner Mentalität hervorragend zu den Werten, für die wir als HSV stehen. Martin ist ein selbstloser Teamplayer, der auf dem Platz sehr stark für das Kollektiv arbeitet“, schwärmte Sportvorständin Kathleen Krüger.
Der Arbeitsaufwand war dem offensiven Mittelfeldspieler bei seinen bisherigen Auftritten keineswegs abzusprechen. Doch offensiv blieb er sowohl im DFB-Pokal als auch in den Ligaspielen vollkommen wirkungslos. Schon in Mainz-Spiel musste der 22-Jährige zur Pause weichen, ehe er die Klatsche bei RB Leipzig sogar komplett von außen verfolgte. Danach langte es im Heimspiel gegen Köln zumindest für einen Kurzeinsatz.

Mehr als die Jokerrolle wurde Adeline auch für die kommenden Wochen nicht zugetraut. Denn Grønbaek und Fábio Vieira gelten auf seiner Position als gesetzt. Nun zog sich Erstgenannter im Rahmen seiner Reise zur dänischen Nationalmannschaft einen Muskelfaserriss zu. Die Tür zur Startelf könnte sich für Adeline, dessen Dienste sich der HSV rund vier Millionen Euro kosten ließ, daher schon wieder öffnen und der misslungene Saisonstart in Vergessenheit geraten.









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