Peter Knäbel hat seine Unterstützung für Gianni Infantino zurückgezogen. Der ehemalige Sportvorstand des FC Schalke 04 ist inzwischen Präsident des Schweizerischen Fußballverbands (SFV) – und geht in dieser Funktion deutlich auf Distanz zum FIFA-Präsidenten.
Noch im Juni hatte der Schweizer Verband Infantinos Kandidatur für eine weitere Amtszeit unterstützt. Nun folgte die Kehrtwende. Der SFV will den 56-Jährigen bei der FIFA-Präsidentenwahl 2027 nicht länger unterstützen.
Knäbel begründet die Entscheidung vor allem mit offenen Fragen rund um die Führung des Weltverbandes. „Der Schweizerische Fußballverband erwartet von der Führung der FIFA höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung“, erklärte der ehemalige Schalke-Boss.
Zwar erkennt der Schweizer Verband die zuletzt von der FIFA angekündigten Reformschritte als wichtiges Signal an. Gleichzeitig seien zentrale Fragen zu Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen weiterhin nicht ausreichend geklärt.
„Da diese nicht überzeugend geklärt sind, können wir eine weitere Unterstützung der Kandidatur von Gianni Infantino nicht verantworten“, stellte Knäbel klar.
Dabei geht es unter anderem um den Umgang mit dem Fall Folarin Balogun sowie das umstrittene Projekt „FIFA Forward Enterprise“.
Im Fall Balogun hatte sich Donald Trump eingeschaltet, nachdem der US-Stürmer im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die rote Karte gesehen hatte. Infantino und die FIFA ließen sich offenbar von Trump überzeugen und die Sperre für Balogun wurde aufgehoben. Eine Entscheidung, die weltweit für scharfe Kritik sorgte.
Im Zuge des Projekts „FIFA Forward Enterprise“ wollte die FIFA die kommerziellen Rechte an ihren wichtigsten Wettbewerben in einer eigenen Gesellschaft bündeln und dabei die Tür für Investoren öffnen. Es folgten internationale Proteste, wodurch die Idee zunächst wieder verworfen wurde.
Ex-Schalke-Boss mit deutlicher Kehrtwende
Beide Vorgänge haben beim Schweizer Verband offenbar Zweifel an der Führung des Weltverbandes verstärkt. Für Knäbel ist die Entscheidung besonders bemerkenswert, weil der SFV Infantino erst wenige Monate zuvor unterstützt hatte. Nun stellt sich ausgerechnet sein Heimatverband gegen eine erneute Kandidatur des FIFA-Präsidenten.

„Unter diesen Umständen können wir die im Juni ausgesprochene Unterstützung nicht verantwortungsvoll aufrechterhalten“, erklärte Knäbel.
Infantino strebt im März 2027 beim FIFA-Kongress in Rabat eine weitere und letzte Amtszeit an. Die Wahl soll am 18. März stattfinden.
Während Knäbel bei Schalke inzwischen Geschichte ist, sorgt seine neue Position beim Schweizer Verband nun für eine bemerkenswerte Verbindung zu den aktuellen Entwicklungen an der Spitze des Weltfußballs.









Kommentare